So zögerlich hatten die Finnen ihren Anführer lange nicht gesehen, aber vielleicht wollte Teemu Pukki den Moment nur möglichst lange auskosten. Er schraubte und schraubte an der Schaumweinflasche, seine Teamkollegen fieberten ungeduldig mit - dann knallte der Korken und Finnland durfte endlich feiern. Zum ersten Mal in der Fußballgeschichte haben sich die Skandinavier für ein großes Turnier qualifiziert, dank Pukki sind sie bei der EURO 2020 am Start.

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Nach dem Schlusspfiff sagte der 29-Jährige:

Es war verdammt schwer, ich war noch nie so aufgeregt. Das war ein einzigartiges Spiel.

Die Anspannung war groß, die Chance auf die historische Party auch. Letztlich hätten die Finnen selbst bei einem Ausrutscher gegen den krassen Außenseiter das Ticket hinter den makellosen Gruppensiegern aus Italien gelöst. Für Pukki erfüllte sich in Helsinki "ein Kindheitstraum".

Wichtiger Fußball-Erfolg für die Eishockey-Nation

Auch der Leverkusener Keeper Lukas Hradecky darf sich auf das EM-Debüt freuen. Schon vor dem Spiel hatte er gesagt:

Die Menschen haben so lange auf diesen Moment gewartet.

Fußball steht in Finnland im Schatten der Nationalsportart Eishockey. Das war schon zu Zeiten des großen Jari Litmanen so, dem finnischen Fußball-Idol, das bei Ajax Amsterdam, dem FC Barcelona und dem FC Liverpool eine Weltkarriere hinlegte, die er später auch bei Hansa Rostock ausklingen ließ. Für ein großes Turnier reichte es mit Litmanen nie, dafür gewann Finnland seit 1995 dreimal die Eishockey-WM, zuletzt im Mai dieses Jahres.

Eine Eishockey-Nation ist auch der Nachbar Schweden (elfmal Weltmeister), was allerdings Erfolge im Fußball nicht ausschließt. Durch das 2:0 (2:0) beim direkten Rivalen Rumänien qualifizierten sich die Blau-Gelben bereits zum sechsten Mal nacheinander für die EM. Der ehemalige Hamburger Marcus Berg erzielte auf Vorlage des aktuellen Leipzigers Emil Forsberg das wichtige 1:0. Wenig später legte der Mainzer Robin Quaison nach.

Rassistische Äußerungen gegen Isak

In der Schlussphase kam es zu einem hässlichen Zwischenfall: Der dunkelhäutige Alexander Isak, früher in der Bundesliga bei Borussia Dortmund, wurde nach seiner Einwechslung mit Schmährufen bedacht. Der italienische Schiedsrichter Daniele Orsato unterbrach die Partie kurzzeitig.

Isak sagte dazu:

Ich lasse mich von so etwas nicht beeinflussen. Es wird immer Idioten geben, also ist es am besten, ihnen nicht die Aufmerksamkeit zu schenken, nach der sie suchen.

(SID)

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