EM-Qualifikation | Nordirland - Deutschland: Drei Dinge, die auffielen
Die deutsche Nationalmannschaft hat zwei Tage nach der bitteren Heimpleite gegen die Niederlande (2:4 in Hamburg) einen 2:0-Pflichtsieg in Nordirland eingefahren. Julian Brandt durfte dabei genau wie Marcel Halstenberg von Beginn an ran - beide konnten überzeugen. Dennoch tat sich das DFB-Team gegen aggressive Nordiren lange schwer. Drei Dinge, die auffielen.
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1. Halstenberg nutzt seine Chance
Marcel Halstenberg machte in Nordirland sein viertes Länderspiel. Zum dritten Mal brachte Löw ihn dabei von Anfang an. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Nico Schulz setzte er sich intern gegen den Kölner Jonas Hector durch - und überzeugte!
Nicht nur wegen seines "Dosenöffners" (48.), den er per Traumtor erzielte:
Halstenberg zeigte sich auch in allen anderen relevanten Statistiken in Topform. Nur einen seiner zehn Zweikämpfe verlor der Leipziger, aus dem Spiel schlug keiner mehr Flanken in den Sechzehner des Gegners (4).
Mit Auftritten wie diesem empfiehlt sich der 27-Jährige für kommende Auftritte im Nationalteam. In Belfast zeigte kein Teamkollege eine überzeugendere Leistung.
2. Julian Brandt ist einer für die Startelf
Nach dem 2:4 gegen die Niederlande hatte sich Julian Brandt unzufrieden mit seiner Joker-Rolle beim DFB-Team geäußert. "Zehn Minuten zu spielen ist natürlich nicht mein Anspruch, das ist klar", sagte der Dortmunder gegenüber "Sport1". Zwei Tage später gegen Nordirland bekam er die Chance, sich über die volle Distanz zu präsentieren – und machte seine Sache durchaus ordentlich.
Der ehemalige Leverkusener bekam den Vorzug vor Kumpel Kai Havertz und durfte auf dem linken Flügel wirbeln. Im ersten Durchgang war er der einzige Lichtblick in Deutschlands Offensive, hatte nach 45 Minuten mehr Ballaktionen (41) als Marco Reus (25) und Timo Werner (16) zusammen. Der 23-Jährige zeigte sich trick- und ideenreich, auch wenn ihm längst nicht alles gelang.
Auch Brandt fehlte die Zielstrebigkeit, in aussichtsreicher den Abschluss zu suchen. Zudem war er im Zweikampf zu leicht zu schlagen (28 Prozent gewonnene Duelle). Insgesamt war es jedoch ein ordentlicher Auftritt, der gezeigt hat: Brandt kann Startelf.
3. Aggressivität der Nordiren bereitet Probleme
Bundestrainer Joachim Löw wusste ganz genau, was in Belfast auf seine Mannschaf zukommt. "Es beginnt für alle ein Mentalitätswechsel. Heute müssen wir im körperlichen Bereich zulegen", sagte der 59-Jährige vor dem Spiel bei "RTL". Umso erstaunlicher, dass sich seine Mannschaft von der physischen Präsenz und der aufgeladenen Stimmung im Windsor Park von Belfast derart beeindrucken ließ.
Vor allem im ersten Durchgang bereitete das Pressing der Nordiren dem Weltmeister von 2014 enorme Schwierigkeiten. Spielgestalter Toni Kroos wurde von den Briten früh angelaufen und so aus dem Spiel genommen, den Spielaufbau übernahm deshalb Joshua Kimmich federführend.
"Der Gegner hat uns extrem hoch angelaufen, ist aggressiv auf die zweiten Bälle gegangen. Unser Spiel kam so nicht zustande", analysierte Marco Reus, der ebenso wie Serge Gnabry im ersten Durchgang in der Luft hing. Löw fügte hinzu:
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Das DFB-Team kam mit Power und dem Wissen aus der Kabine, dass die Gastgeber in der ersten Halbzeit Körner gelassen hatten. Unmittelbar nach Wiederanpfiff fiel das 1:0 durch Marcel Halstenberg (48.) – ein zweiter oder gar dritter Treffer folgte jedoch nicht. Im Gegenteil: Deutschland ließ die Nordiren wieder zurück ins Spiel kommen und zitterte bis zum erlösenden 2:0 in der Nachspielzeit.
"Wir haben in der Besetzung noch nie zusammengespielt. Wir sind in einer Phase des Lernens", erklärte Löw und schob warnend nach:
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