Tödliche Schüsse auf Schweden-Fans in Brüssel - Polizei erschießt Terror-Verdächtigen
Das EM-Qualifikationsspiel zwischen Belgien und Schweden ist in der Halbzeitpause abgebrochen worden. Zuvor waren im Stadtzentrum von Brüssel zwei Menschen erschossen worden. Bei den beiden Toten soll es sich laut Medienberichten um Schweden handeln. Der Tatort lag fünf Kilometer vom Stadion entfernt. Ein bewaffneter Mann hatte in der belgischen Hauptstadt auf mehrere Menschen geschossen.
Terror in Brüssel: Die Chronologie der Ereignisse
Quelle: Perform
"Beide Mannschaften, die belgische und die schwedische, haben gemeinsam mit der UEFA die Entscheidung getroffen, das Spiel nicht zu Ende zu spielen. Was passiert ist, ist sehr ernst. Es ist schrecklich zu hören, dass zwei unserer Fans gestorben sind", sagte der schwedische Verbandspräsident Fredrik Reinfeldt.
Die UEFA schrieb von "einem mutmaßlichen Terroranschlag". In Brüssel wurde die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.
Durch eine Durchsage im Stadion wurden die Zuschauer über den Abbruch der Begegnung beim Stand von 1:1 informiert. Sie mussten aber erst einmal im Stadion sitzen bleiben und auf grünes Licht der Sicherheitsdienste für die Abreise warten, die dann erst gegen Mitternacht Block für Block vonstatten ging.
Zunächst wurden die belgischen Fans evakuiert, dann die Gäste-Anhänger, um Menschenansammlungen zu vermeiden.
Evakuierung dauerte bis 4 Uhr morgens
"Alle blieben sehr ruhig, die Fans fingen an zu singen", berichtete ein Zuschauer. Laut Angaben des schwedischen Verbandes verließen um 4 Uhr die letzten Gäste-Anhänger das Stadion. Alle Hotels, in denen die schwedischen Fans untergebracht sind, stünden unter Polizeischutz.
"Die Zusammenarbeit zwischen Fans, Verbänden und Behörden hat in einer extrem angespannten Situation sehr gut funktioniert. Insgesamt haben rund 400 Schweden im Laufe des Abends und der Nacht Hilfe erhalten", sagte SvFF-Sicherheitschef Martin Fredman.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/10/17/3804737-77384668-2560-1440.jpg)
Anschlag in Brüssel weckt traurige Erinnerungen an Paris
Quelle: Eurosport
Auch die schwedische Mannschaft blieb zunächst im Stadion. Das sei laut belgischer Behörden "der sicherste Ort", erklärte Reinfeldt. Beamte sorgten anschließend für zusätzlichen Schutz der schwedischen Staatsangehörigen und begleiteten die schwedischen Nationalspieler direkt zum Flughafen, damit sie sicher abreisen konnten.
Dies erklärte der Geschäftsführer des belgischen Fußballverbands gegenüber dem belgischen Sender "RTBF".
Schweden-Trainer ringt nach Worten
Die Mannschaft sei zurückgeflogen, teilte der schwedische Fußballverband SvFF am Dienstagmorgen mit: "Die Spieler und Manager kehren jetzt zu ihren Vereinen zurück."
Schwedens Nationaltrainer Janne Andersson äußerte sich nach dem Spielabbruch auf einer Pressekonferenz im Bauch des Stadions fassungslos und rang nach Worten.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/10/17/3805090-77391728-2560-1440.jpg)
Schweden-Coach Andersson: "In was für einer Welt leben wir?"
Quelle: Perform
"Es ist völlig widerlich. Ich werde so traurig. Es ist äußerst tragisch und ich denke an die Betroffenen und ihre Angehörigen. In was für einer Welt leben wir? In was für einer Welt leben wir, zum Teufel?", sagte er: "Wir können nicht Fußball spielen, wenn so etwas passiert. Wir und Belgien waren uns völlig einig, dass wir nicht weiterspielen werden."
Die schwedische Mannschaft hatte in der Halbzeitpause von den Vorkommnissen außerhalb des Stadions erfahren.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/10/17/3804648-77382888-2560-1440.jpg)
Minister über Attentäter von Brüssel: "Radikalisiertes Profil"
Quelle: Perform
Staatsanwaltschaft: Polizei erschießt Attentäter
Die Ermittlungen der Polizei dauerten am Abend zunächst an, der flüchtige Täter wurde per Großfahndung gesucht. Am Dienstag gab die Staatsanwaltschaft außerdem bekannt, dass der mutmaßliche Attentäter getötet wurde.
Die Polizei hatte ihn am Morgen in der Gemeinde Schaerbeek bei seiner Festnahme erschossen. Laut dem belgischen Regierungschef Alexander De Croo handelt es sich um einen Mann tunesischer Herkunft, der illegal im Land gelebt habe.
Belgiens Premierminister Alexander De Croo drückte in einer ersten Stellungnahme auf "X" (vormals "Twitter") sein Bedauern aus und sprach von einem "erschütternden Angriff auf schwedische Bürger". Der Premier bewertete die Tat als einen Akt des Terrorismus: "Mein tiefes Beileid gilt den Hinterbliebenen des feigen Mordanschlags in Brüssel."
Von der Leyen drückt ihr Bedauern aus
Zuvor hatte die belgische Innenministerin Annelies Verlinden von einer "schrecklichen Schießerei in Brüssel" geschrieben. Sie verfolge die Situation "und die zu treffenden Maßnahmen" wie De Croo vom nationalen Krisenzentrum aus.
Auch die ehemalige Verteidigungsministerin und heutige Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, drückte via "X" ihr Bedauern aus. Ihre Gedanken seien mit den Familien der zwei getöteten Schweden, zudem gelte ihre Unterstützung der belgischen Polizei. Zusammen stehe man gegen Terror.
(mit SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/10/17/3804690-77383728-2560-1440.png)
"Feige!" Belgischer Premier verurteilt tödlichen Anschlag
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/18/image-ec453673-a7e8-4c9b-a566-6689a5fb6276-68-310-310.jpeg)