EM-Check (1/5): Knifflige Entscheidungen bei England

Der Countdown zur EURO 2016 läuft, doch wie gut sind die Favoriten in Form? Wo liegen die Schwächen, welche Themen sind heiß, welche Spieler stehen auf der Kippe? Eurosport.de-Redakteure aus England, Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland beleuchten in der Länderspielwoche ihre Teams. Zum Auftakt nimmt Tom Adams, Fußball-Journalist bei Eurosport in London, England unter die Lupe.

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Was sind die großen Themen?

Drinkwater mischt das Mittelfeld auf: Der 26-Jährige verdiente sich mit beeindruckenden Leistungen beim sensationellen Premier-League-Tabellenführer Leicester City seine erste Nominierung für die A-Nationalmannschaft. Die spannende Frage: Kann Drinkwater die beiden Tests gegen Deutschland und die Niederlande nutzen, um Trainer Roy Hodgson von einer EM-Teilnahme zu überzeugen?
Jack Wilshere war zu Beginn der Qualifikation gesetzt, Jonjo Shelvey übernahm, Eric Dier und Bamidele Jermaine Alli befinden sich im Aufwind. Bleibt für Drinkwater noch die Hoffnung, als Back up mit nach Frankreich zu fahren.
Harte Konkurrenz für Walcott: Die Überraschung war groß, als Theo Walcott trotz schwacher Darbietungen mit Arsenal berufen wurde. Mit Danny Welbeck und Daniel Sturridge, die beide wieder fit sind, sowie Jamie Vardy und Harry Kane - beide in Galaform - hat England zig Optionen in der Offensive. Damit ist klar: Sollte Welbeck die Saison nicht mit starken Vorstellungen beenden, ist das EM-Ticket hochgradig gefährdet.
Und: Für den 27-Jährigen könnte es zu einem unschönen Déjà-vu kommen. 2010 strich ihn der damalige Nationalcoach Fabio Capello nach schwachen Leistungen vor dem WM aus dem Kader.
Das Warten auf die Rückkehrer: Hodgson hofft noch immer, Wilshere und Alex Oxlade-Chamberlain einbauen zu können. Voraussetzung dafür: Die beiden Arsenal-Profis müssen fit werden und genug Spielpraxis sammeln. Kapitän Wayne Rooneys Rückkehr wird sehnlichst erwartet, um dem Angriff noch mehr Durchschlagskraft zu verleihen. Fest steht: Auf Hodgson kommen knifflige Personalentscheidungen zu, er wird auch ein paar EM-Träume zerstören müssen.

Wie denkt der Trainer?

Hodgson traf vor allem im Hinblick auf Rooney und dessen Forderung nach einem Stammplatz interessante Aussagen. "In einer idealen Welt würde ich nur Spieler nehmen, die fit und voll einsatzfähig sind. Ich bin zuversichtlich, dass Wayne das sein wird. Aber ich habe nie gesagt, dass er automatisch in der Startelf gesetzt ist. Das gilt auch für alle anderen Spieler." Hodgson stellte aber auch die überragende Bedeutung heraus, die Rooney für die Mannschaft hat. "Er ist unser Kapitän und war in dieser Rolle in den vergangenen Jahren extrem wichtig für uns. "Wir werden auf dem Platz seinen Einfluss und seine Qualität brauchen."

Welche Spiele stehen an?

Wie lässt Hodgson spielen?

Das englische Spielsystem steht noch lange nicht fest und die voraussichtliche Aufstellung gegen Deutschland lässt viel Spielraum für Interpretationen. Allerdings ist anzunehmen, dass England beim 4-3-3 bleibt, wie schon beim 2:0-Erfolg gegen Frankreich im November. Das bedeutet, dass wir ein junges und aufregendes Mittelfeld mit Dele Alli, Dier und Ross Barkley sehen werden, die alle eine fantastische Saison spielen.
Im Angriff kann Hodgson variieren, aber Premier-League-Toptorjäger Kane wird wohl auf der zentralen Position starten - und damit den Vorzug vor Leicester-Stürmer Vardy bekommen. Zudem dürften Welbeck, der ein super Standing bei Hodgson hat, und Sterling auflaufen. Die große Frage ist: Was passiert, wenn Rooney zurück ist? Sollte Englands Angriff gegen Deutschland und die Niederlande überzeugen, könnte es eng werden für den Superstar.
Ungelöste Probleme gibt es in der Abwehr. Linksverteidiger Luke Shaw dürfte die EM verletzungsbedingt verpassen. Ryan Bertrand oder Danny Rose könnten stattdessen beginnen, Nathaniel Clyne ist dagegen auf der rechten Außenseite besser aufgehoben. Zentral stehen die Chancen von John Stones eher schlecht, das Duo Chris Smalling/Gary Cahill zu sprengen - zumindest in den beiden Testspielen.

Wer kann noch auf den EM-Zug aufspringen?

Freie Plätze sind rar. Hodgson hat einen tiefen und talentierten Pool an möglichen EM-Fahrern. Der Hype um Jungstar Marcus Rashford von Manchester United ist abgeklungen, seine Chancen sind gering. Besser sieht es für West-Ham-Profi Mark Noble aus. Sollte er den Klub aus London tatsächlich in die Champions League führen und/oder Wilshere nicht fit werden, dann könnte Noble in Frankreich dabei sein.

Wie sieht der komplette aktuelle Kader aus?

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