EM 2016: 5 Erkenntnisse: Österreichs EM-Katastrophe und Ronaldos Geniestreich
Österreich fehlt bis tief in die Nachspielzeit ein einziges Tor, um das Achtelfinale der EM zu ereichen. Chancen dafür gab es genügend. Aleksandar Dragovic traf jedoch vom Elfmeterpunkt nur den Pfosten. Das gleiche gelang am zweiten Spieltag schon Cristiano Ronaldo, bei dem gegen Ungarn per Zaubertor der Knoten platzte. Das isländische Fußballwunder geht unterdessen weiter.
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1.) Österreichs EM-Katastrophe
Gestartet war die Alpenrepublik als Geheimfavorit, gelandet sind sie auf dem harten Boden der Realität. Krachend. Ein einziger Treffer, ein einziger Punkt, keine Chance auf die K.o.-Runde. Die souverän qualifizierte Mannschaft von Trainer Marcel Koller muss nach drei enttäuschenden Auftritten die Heimreise antreten und sich eingestehen: Das war mal gar nichts.
Der endgültige K.o. gegen die Isländer kam zwar in sprichwörtlich letzter Sekunde (1:2 durch Arnór Ingvi Traustason in der 94. Minute), zeichnete sich aber lange ab. Führungsspieler wie David Alaba und Marco Arnautovic fanden in keinem der drei Gruppenspiele zu ihrer Form, wirkten überspielt und ideenlos, Bundesliga-Stars wie Julian Baumgartlinger und Martin Harnik enttäuschten und auch die Einwechslungen von Koller verpufften.
Klar, Österreich ist quasi Turnier-Neuling, qualifizierte sich das erste Mal sportlich für eine EM-Endrunde. Das Abschneiden kommt dennoch einem Schlag in die Magengrube gleich.
2.) Allgemeine Elfmeterallergie
Es ist nicht das Turnier der Elfmeterschützen. Bisher erledigten nur zwei Spieler ihre Aufgabe vom Punkt erfolgreich: Der Rumäne Bogdan Stancu (gegen Frankreich und die Schweiz) und der Isländer Gylfi Sigurdsson im Spiel gegen Ungarn.
Gescheitert sind sowohl Cristiano Ronaldo gegen Österreich, Sergio Ramos gegen Kroatien, als auch Aleksandar Dragovic. Letzterer traf im entscheidenden Gruppenspiel der Österreicher gegen Island nur den Pfosten.
3.) Islands bestätigt starke Qualifikation
Island qualifizierte sich als eine der ersten Mannschaften für die EURO in Frankreich. Der Großteil Fußball-Europas dürfte dieser Fakt zumindest irritiert haben. Die Gruppe war mit den Niederlanden, der Türkei und Tschechien immerhin durchaus prominent besetzt. Sei‘s drum – am Ende stand Island mit sechs Siegen und 20 Punkten auf dem zweiten Rang.
Im Turnier selbst zeigen sie warum. Island glänzt mit mannschaftlicher Geschlossenheit und unbändigem Willen. Jeder rennt für jeden, einen Superstar gibt es nicht – Teamfußball total.
Im ersten Gruppenspiel gelang den Isländern mit dem 1:1 gegen Portugal die erste Überraschung der EM und auch in den beiden folgenden Spielen, bleiben sie ohne Niederlage. Der Lohn ist das Achtelfinale. Damit hätte niemand gerechnet. Wahrscheinlich nicht mal der optimistischste Isländer selbst.
4.) Portugal mit Hängen und Würgen
Wie so oft bei WM- oder EM-Endrunden werden die hochgelobten Portugiesen ihrem Ruf nicht gerecht. Vor dem Turnier schien es noch unvorstellbar, dass die Mannschaft um den dreimaligen Weltfußballer Cristiano Ronaldo in einer Gruppe mit Island, Ungarn und Österreich nicht als überlegener Gruppensieger ins Achtelfinale einzieht. Nach drei Spielen ist jedoch wieder einmal klar: Portugal ist keine Spitzenmannschaft.
Drei Mal Remis. Das ist die Bilanz der Vorrunde für die Südeuropäer, die gegen Ungarn drei Mal in Rückstand gerieten und damit drei Mal vor dem Vorrunden-Aus standen. Cristiano Ronaldo sei Dank, dass es so weit nicht kam und man durch seinen Doppelpack und ein spektakuläres 3:3 (1:1) soeben noch ins Achtelfinale schlitterte.
5.) Ronaldos Knoten platzt per Hackentor
Natürlich schauen bei Portugal-Spielen alle auf Cristiano Ronaldo. Natürlich war sein Turniereinstand alles andere als glücklich. Natürlich braucht Portugal einen Ronaldo in Topform – und genau den scheinen sie pünktlich zur K.o.-Phase zu bekommen.
Der Knoten beim Superstar, der am Morgen noch angenervt von einem Reporter bei einem Spaziergang dessen warf, platzte gegen starke Ungarn ausgerechnet mit einem Hackentor der Extraklasse.
Wie gegen Österreich zeigte Ronaldo ein starkes Spiel, gab zehn Torschüsse ab. Einziger Unterschied: Zwei landeten im Tor. Nachlegen kann Ronaldo am Samstag gegen die spielstarken Kroaten um Real-Teamkollege Luka Modric. Und dann ist auf der deutlich leichteren Seite des Turnierbaums für Portugal auf einmal alles möglich.
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