EM 2016: Belgien um Kevin De Bruyne, Romelu Lukaku und Eden Hazard knabbert an der Italien-Pleite

Der Ärger war groß, die Enttäuschung noch größer: Belgien hat nach dem 0:2 im Auftaktspiel bei der EM in Frankreich gegen Italien schwere Tage vor sich. Kevin De Bruyne, Romelu Lukaku, Eden Hazard und Co. starteten als Mitfavorit in die EURO, drohen nun jedoch bereits in der Gruppenphase auszuscheiden. Und Coach Marc Wilmots scheint den Draht zu seinen Spielern zu verlieren.

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Der Frust bei Kevin De Bruyne und seinen Mannschaftskollegen saß so tief, dass sogar der Respekt vor dem "Kampfschwein" verloren ging. Als Trainer Marc Wilmots seine Spieler nach der ernüchternden EM-Auftaktpleite zu den Fans schickte, verweigerte ihm ausgerechnet sein Kapitän die Gefolgschaft:
Eden Hazard streifte sich im Anschluss an das 0:2 (0:1) gegen Italien wütend die Spielführer-Binde ab und lief an seinem Coach vorbei in die Kabine - die mehrfachen Aufforderungen Wilmots' in seine Richtung ignorierte der Star des FC Chelsea.
Auch weit nach Schlusspfiff benahmen sich die "Roten Teufel" wie beleidigte Kinder, denen gerade das Lieblingsspielzeug weggenommen wurde. Hazard ließ sich eigens von einem Betreuer aus dem Stadion eskortieren, um ja kein Wort in der Öffentlichkeit verlieren zu müssen. Der erschreckend schwache De Bruyne ward gar nicht gesehen und verschwand durch einen Hinterausgang. Die Mannschaft, die das zerstrittene Land einen soll, präsentierte sich auf und abseits des Platzes wie eine Ansammlung egoistischer Stars ohne Zusammenhalt.
Im Gegensatz zu den Profis fand die heimische Presse die richtigen Worte für den trostlosen Auftritt - meist untermauert durch ganzseitige Fotos von Spielern mit hängenden Köpfen. Die Zeitung "La Libre Belgique" erkannte "zu viele Fehlerteufel". "De Morgen" sah, dass Italien "enorme Krater in die Verteidigung" geschlagen hatte. Und für "Le Soir" stand das "teuflische Fazit" fest:

Wilmots im Fokus

In der Tat bot der frühere Star des VfL Wolfsburg, der vor einem Jahr für die Bundesliga-Rekordablöse von 75 Millionen Euro zu Manchester City nach England gewechselt war, eine grauenhafte Vorstellung. Der 24-jährige Offensivspieler ließ nicht im Ansatz erkennen, warum er im vergangenen Jahr zu Deutschlands "Fußballer des Jahres" gewählt wurde.
Doch obwohl De Bruyne so gut wie nichts zustande brachte, stellte sich Wilmots entgegen der bohrenden Fragen vor seinen Star:
Ob Wilmots aber überhaupt in der Lage ist, den Schutzpatron zu spielen, erscheint fraglich. Schließlich nagte nicht nur die Hazard-Szene an seiner Autorität. Auch die Fans pfiffen Wilmots für die Auswechslungen von Lukaku und Radja Nainggolan aus. Obwohl er gar nicht danach gefragt wurde, sah sich Wilmots hinterher gleich mehrfach dazu genötigt, seine Entscheidungen zu rechtfertigen.
Am Ende gab sich der Ex-Schalker, der mit seinem Team im zweiten Spiel am Samstag auf Irland trifft, aber kämpferisch. "Unsere Abwehrfehler werden auf diesem Niveau natürlich sofort bestraft. Aber es ist noch nichts verloren. Wir können noch die nötigen Punkte für ein Weiterkommen holen", äußerte der 47-Jährige:
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