EM 2016: Deutschland - Slowakei: 5 Dinge, auf die es im Achtelfinale ankommt

Alles oder nichts! Im EM-Achtelfinale geht's gegen die Slowakei um die Wurst. Mit einem Sieg kann Deutschland das Ticket für die nächste Runde buchen. Spätestens nach der 1:3-Testspiel-Niederlage vor vier Wochen in Augsburg ist das DFB-Team aber gewarnt, die Slowaken nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Eurosport.de nennt fünf Dinge, auf die es beim K.o.-Duell in Lille ankommen wird.

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Aus Lille berichtet Dirk Adam

1. Müller muss EM-Fluch beenden

Auf Thomas Müller lastet ein wahrer Fluch. Seit acht EM-Spielen wartet der Bayern-Star auf einen Treffer bei diesem Turnier. Aber seine Formkurve zeigt nach oben. Beim 1:0-Sieg gegen Nordirland steigerte sich Müller und bereitete den Treffer von Mario Gomez (29.) vor.
Kaum zu glauben: Müller - ständiger Goalgetter in der Bundesliga und zehnfacher WM-Torschütze - gab gegen die Ukraine, Polen und Nordirland nur zwei Schüsse aufs Tor ab - alle anderen wurden vom Gegner abgeblockt, landeten an der Latte oder am Pfosten. Allerdings: Müller behält seinen Optimismus.
Für Bundestrainer Joachim Löw ist Müller einer der Schlüsselspieler im Angriff. Deshalb stellte Löw mit Gomez gegen Nordirland einen echten Stürmer in die Spitze, um möglichst viele Verteidiger zu binden - und Müller mehr Platz zu verschaffen. Dieses Konzept soll auch gegen die Slowaken greifen.
Dann könnte Müller (74 Länderspiele / 32 Tore) endlich seinen EM-Fluch beenden und Deutschland ins Viertelfinale schießen.

2. Konter über Hamsik unterbinden

Vor diesem Fußball-Punk haben die Deutschen Respekt. Beim EM-Test in Augsburg (1:3) demonstrierte Marek Hamsik seine Klasse. Mit seinem Hammer-Treffer gegen Deutschland - Bernd Leno stand im Kasten - zeigte er, dass mit den Slowaken nicht zu spaßen ist. Schon gar nicht im Achtelfinale.
Auf dem Platz ist Hamsik der Boss. Der Neapel-Profi ist der unangefochtene Star im Team - der 28 Jahre alte Leitwolf hat das Sagen. In einer Mannschaft, die in erster Linie auf Defensiv-Arbeit bedacht ist, setzt er die Glanzpunkte im Offensivbereich. Vor allem in der Konterbewegung.
Löw erklärte:
In der EM-Qualifikation erzielte Hamsik fünf Tore. Bei der EURO 2016 in Frankreich traf er beim wichtigen 2:1-Erfolg gegen Russland im zweiten Vorrundenspiel und verhalf seinem Team mit einem weiteren Assist fast im Alleingang zum Achtelfinal-Ticket. Auf diesen Spieler muss Deutschland unbedingt achten.
Am besten mit hohem Pressing und starkem Zweikampfverhalten - direkt am Gegenspieler.

3. Pass- und Laufwege von Götze optimieren

Von der Spitze auf den Flügel zurückbeordert - noch ist es nicht die EM von WM-Held Mario Götze, der in seinen Bewegungen gehemmt wirkt. Allein im Spiel gegen Nordirland verlor Götze drei Mal beim Dribbling den Ball. Sein Jugendtrainer Peter Hyballa befand, dass er die Fähigkeit zu seinen "Klebstoffdribblings" verloren hat.
Aber Löw setzt weiter auf den 24-Jährigen, der Deutschland 2014 in Brasilien zum Titel schoss. Obwohl die Leistungsdaten bei der EM gegen Götze (0 Tore / 0 Assists) sprechen, lässt Löw ihn nicht fallen, denn der Bundestrainer weiß, dass er in der Saison 2015/16 (Muskelfaserriss) vier Monate verletzt war.
Löw erklärte:
Um Götze noch besser ins Spiel gegen die Slowakei einzubinden, muss Löw die Pass- und Laufwege seiner Mannschaft optimieren. Damit Götze endlich an seine starken Leistungen aus der Vergangenheit anknüpfen kann - und nicht wieder wie gegen Nordirland in der 55. Minute ausgewechselt werden muss.

4. Boateng, Özil und Khedira drohen Gelbsperren

Mittelfeld-Star Mesut Özil, der seine Pässe zentimetergenau in die Spitze spielen kann, gehört zu den Schlüsselspielern von Löw. Der Arsenal-Profi glänzte mit einer Passquote von 98,5 Prozent gegen Nordirland. Während sich Özil in Topform befindet, konnte Sami Khedira zum EM-Auftakt nicht überzeugen.
Vor allem die Zweikampf-Quote ließ gegen Nordirland zu wünschen übrig. Dennoch ist Khedira im Mittelfeld gesetzt, so lange Bastian Schweinsteiger noch keine 90 Minuten spielen kann. Diesen beiden Akteuren sowie Jérôme Boateng droht eine Sperre, wenn sie gegen die Slowakei wieder Gelb sehen.
Erst nach dem Viertelfinale werden zuvor erhaltene Verwarnungen gestrichen. Deshalb müssen Boateng, Özil und Khedira darauf achten, eine Sperre zu umgehen, denn in der Runde der besten Acht wartet Spanien oder Italien auf den Weltmeister - vorausgesetzt das DFB-Team besiegt die Slowakei.
Löw erklärte mit Blick auf Boateng (Wadenprobleme):

5. Neuer muss die Null halten

Nur zwei Mannschaften überstanden die EM-Vorrunde ohne Gegentor - Deutschland und Polen. Großen Verdienst daran hatte Nationalkeeper Manuel Neuer, der seinen Kasten gegen die Ukraine, Polen und Nordirland sauber hielt. Wenn Neuer gefordert wurde, war er zur Stelle.
Mit vier Torwartparaden (100 Prozent) in drei Spielen war Neuer souveräner Rückhalt auf der Linie. Nachdem klar war, dass Bastian Schweinsteiger nicht von Anfang an spielen kann, erhielt Neuer die Kapitänsbinde. Der Bayern-Torwart zahlte das Vertrauen des Bundestrainers mit Leistung zurück.
Neuer erklärte:
Ein großes Plus für die deutsche Mannschaft ist, dass Neuer bei der Regenschlacht in Augsburg gegen die Slowakei (1:3) nicht im Tor stand. Leno und Marc-André ter Stegen wechselten sich ab. Mit Neuer im Tor steigen die Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale - wie bei der WM 2014.
Damals rettete der Keeper seiner Mannschaft den Einzug ins Viertelfinale. Mit mehreren Glanzparaden und weiten Läufen aus dem Strafraum bewahrte der "Libero 2.0" den späteren Weltmeister vor dem Ausscheiden gegen Algerien (2:1 n.V.). Damals hat sich Neuer unsterblich gemacht.
So könnte Deutschland spielen:
Neuer - Hector, Hummels, Boateng, Kimmich - Kroos, Khedira - Götze, Özil, Müller - Gomez
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