EM 2016: Frankreich will die "hand of frog" gegen Irland endgültig vergessen machen

Die Erinnerungen an die "Hand of Frog" sollen gelöscht werden, geplant ist ein ruhmreiches Kapitel französischer Fußball-Geschichte. Dabei denkt man sogar über das EM-Achtelfinale gegen Irland (ab 15:00 Uhr im Liveticker) hinaus. "Wir nähern uns den besten Mannschaften Europas. Wir stehen dicht vor dem Halbfinale, jetzt müssen wir das auch schaffen", so Verbandspräsident Noël Le Graët.

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Vor den Gedanken an die Zukunft standen noch einmal die Erinnerungen an die Vergangenheit, die Diskussionen um das legendäre Handspiel von Thierry Henry, das vor sieben Jahren den Franzosen den Weg zur WM nach Südafrika geebnet und gleichzeitig den Iren versperrt hatte.
Le Graët, Präsident der Fédération Française de Football (FFF), hat jedoch genug von der leidigen Debatte, zumal er an besagtem 18. November 2009 ebenso wie Coach Didier Deschamps gar nicht in der heutigen Funktion gewesen war.
"Das interessiert mich überhaupt nicht. Das ist längst Geschichte. Es gibt keine Rache im Fußball", sagte Deschamps am Samstag. Fast wortgleich äußerte sich Kapitän Hugo Lloris. "Ich weiß nicht, ob die Iren wirklich Rache wollen. Die Sache ist doch schon lange vorbei", sagte der Torwart, der am Sonntag zum 55. Mal als Spielführer auflaufen wird und damit den Rekord seines Trainer bricht.

Irland ohne Rachegelüste

Dass der Skandal niemanden mehr interessiert, ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Immerhin stehen in beiden Kadern noch jeweils fünf Spieler, die das Spiel hautnah erlebt haben - darunter Lloris. Und auch wenn Irlands Abwehrspieler trotz eines vieldeutigen Grinsens Stephan Ward behauptet: "Ob ich an Rache denke? Nein, niemals", stellte Trainer Martin O'Neill vor dem ersten Duell seit damals klar: "Es gibt kein Problem, mein Team zu motivieren. Das ist ganz einfach."
Und sollten selbst diese Erinnerungen an 2009 nicht reichen, muss O'Neill eben noch ein bisschen weiter in die Vergangenheit zurück. Bei der WM 1982 gewann er als Kapitän der Nordiren 1:0 gegen Spanien - den damaligen Gastgeber. 34 Jahre danach plant er den nächsten Coup.
Der würde Genugtuung für eine ganze Nation sein, denn in Irland schlägt "die Hand des Frosches" noch immer hohe Wellen. Das Handspiel von Henry vor William Gallas' spätem Treffer in der Verlängerung zum 1:1 sahen Millionen an den TV-Bildschirmen, Zehntausende im Stade de France - nur der schwedische Schiedsrichter Martin Hansson eben nicht. Die "Irish Times" mutmaßte also, "dass uns dieses Handspiel immer verfolgen wird".
Die L'Equipe ist sich vor dem Wiedersehen jedenfalls sicher: "Irland will die Revanche!". Vor dem Achtelfinale strahlte Frankreichs größte Sportzeitung das Spiel von damals im eigenen TV-Kanal sogar noch einmal in voller Länge aus, widmete in der Freitagsausgabe der Partie zudem acht Seiten. Am Sonntag soll eine andere Geschichte geschrieben werden. Ebenfalls unvergesslich. Aber ruhmreich.
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