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EM 2016 - Joachim Löws Gedankenspiele: Opfert er Mario Götze für Thomas Müller?
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Publiziert 21/06/2016 um 08:23 GMT+2 Uhr
Joachim Löw steht unter Druck. Der Bundestrainer muss seine Offensiv-Abteilung in Schwung bringen. Dafür könnte ein Spieler seinen Stammplatz verlieren. Mario Götze war in den ersten beiden Vorrundenspielen gesetzt. Nun könnte es den DFB-Star erwischen - wie beim FC Bayern unter Pep Guardiola. Noch zögert Löw, der für die EM einen klaren Titel-Plan im Kopf hat. Aber Löw muss umdenken.
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Aus Paris berichtet Dirk Adam
Leicht angeschlagen reiste Löw von Evian nach Paris. Mit einem grippalen Infekt und Halsschmerzen ließ sich der Bundestrainer bei der Pressekonferenz im Prinzenpark-Stadion entschuldigen. Ebenso wie Mesut Özil (ohne Grund), der ebenfalls von der Liste gestrichen wurde.
Schade, denn Löw hätte viel erzählen können. Wie er die Angriffsprobleme im dritten Vorrundenspiel gegen Nordirland beheben will - zum Beispiel. Obwohl er keine Personal-Rochaden mag, sind zwei Veränderungen denkbar. Mario Götze raus und Mario Gomez rein - oder Thomas Müller ganz nach vorn.
Löw erklärte zuletzt, dass er sich Veränderungen durchaus vorstellen könnte. Während seine Mannschaft noch keinen Gegentreffer schlucken musste, schoss Deutschland nur zwei Tore. Einmal durch Shkodran Mustafi und durch Bastian Schweinsteiger zum EM-Auftakt gegen die Ukraine (2:0).
Ansonsten blieben die Offensiv-Stars auch gegen Polen hinter den Erwartungen zurück - wie Müller:
Gegen die Ukraine und Polen spielte Müller zwei Mal auf dem rechten Flügel - zwei Mal ohne Durchschlagskraft, zwei Mal ohne eine einzige Torchance. Dabei ist Müller "Mister Unberechenbar", den alle Gegner eigentlich fürchten müssten. Aber Müller blieb zum Auftakt völlig blass.
Bei seinen zwei EM-Teilnahmen wartet der Bayern-Star seit sieben Spielen auf ein Tor. Normalerweise trifft Müller für Deutschland im Schnitt alle 2,28 Spiele und bereitet alle 2,6 Spiele einen Treffer vor. Davon ist der Angreifer eine gefühlte Unendlichkeit entfernt. Gegen Nordirland soll der Knoten platzen.
Müller erklärte:
Müller? Ab durch die Mitte!
Eine Option wäre, Müller anstatt Rechtsaußen als Mittelstürmer oder hängende Spitze einzusetzen. Löw stellte Müller (73 Länderspiele) bereits zwölf Mal auf dieser Position auf. Dabei erzielte Müller sechs Tore und bereitete drei Treffer vor. Allein bei der WM 2014 traf er vier Mal als Sturmspitze.
Löw rückte Müller nach der Vorrunde wieder zurück und ließ ihn im WM-Achtelfinale gegen Frankreich auf dem rechten Flügel spielen - bis zum WM-Finale. Bei Bayern setzte ihn Guardiola in 31 Spielen nur fünf Mal als Rechtsaußen ein. Ansonsten in der Spitze oder im offensiven Mittelfeld.
Als rechter Angreifer schoss Müller in der vergangenen Saison nur einen Treffer gegen Hertha BSC. Höchste Zeit für Löw, seinen besten Mann auf seiner "Schokoladen-Position" im Sturm zu bringen. Der Trainer spielt mit diesem Gedanken. Dafür müsste er Götze opfern und ihn auf die Bank setzen.
Seinen letzten Treffer als Mittelstürmer schoss Götze beim Freundschaftsspiel im März 2016 gegen Italien (4:1). Die Option, dass ihn Löw als Rechtsaußen einsetzt, ist eher unwahrscheinlich. In 54 Länderspielen spielte Götze lediglich zehn Mal auf dieser Position. Leroy Sané wäre besser geeignet.
Der Schalker kam in der vergangenen Bundesliga-Saison in 33 Spielen insgesamt 26 Mal auf dieser Position zum Einsatz. Dabei schoss er acht Tore. Götze spielte 2015/16 in 14 Bundesliga-Spielen nur drei Mal als rechter Außenstürmer und erzielte ein Tor. Klarer Vorteil für Youngster Sané.
Götze bleibt aber optimistisch und glaubt, dass er auflaufen wird:
Nun hängt es an Löw, die richtige Entscheidung zu treffen. Damit seine Angriffs-Maschine wieder ins Rollen kommt.
So könnte Deutschland spielen:
Neuer - Hector, Hummels, Boateng, Höwedes - Kroos, Khedira, Draxler, Özil, Sané - Müller
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