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EM 2016 - Magischer Moment für Bastian Schweinsteiger beim DFB-Sieg über die Ukraine
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Publiziert 13/06/2016 um 09:53 GMT+2 Uhr
Bastian Schweinsteiger "is back". Beim EM-Auftakt Deutschlands gegen die Ukraine schoss er den Treffer zum 2:0-Sieg - in einer beeindruckenden Art und Weise. Mit seinem magischen Moment in der Nachspielzeit verzauberte Schweinsteiger nicht nur die Zuschauer, sondern auch Bundestrainer Joachim Löw. Der 56-Jährige hatte immer auf seinen Kapitän gesetzt, auch wenn dieser lange verletzt war.
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Fotocredit: Eurosport
Aus Lille berichtet Dirk Adam
Unbeschreiblich, unvergesslich und grandios. Schweinsteigers Tor in der Nachspielzeit ließ die Uhren für einen Moment stillstehen. Sein Treffer hatte etwas Magisches. Etwas unbeschreiblich Schönes, was mit seiner Persönlichkeit und seiner Vita als Dauerpatient zu tun hat.
Das spürte auch Schweinsteiger. Zuerst sprintete er Richtung Löw, der ihm zu jeder Zeit vertraut hatte. Der 116-malige Nationalspieler bedankte sich bei seinem Chef, der trotz einer viermonatigen Verletzungspause (Innenbandanriss ) keinen einzigen Moment an seinem Leader zweifelte.
Der Bundestrainer erklärte:
Der ManUnited-Profi ist Löws "Emotional Leader", obwohl er nur Teilzeitarbeiter ist. Für 90 Minuten reichten seine Kräfte noch nicht aus. Das betont Löw immer wieder. Wie beim letzten EM-Test gegen Ungarn, als ihn der Bundestrainer 73 Tage nach seiner Verletzung in der 2. Halbzeit brachte.
Rund 20 Minuten stand Schweinsteiger auf dem Platz. Zu diesem Zeitpunkt vermittelte sein Kurz-Comeback über 20 Minuten eher ein Gefühl aus Hoffnung und Sorge. Nur eine Woche später ist die Sorge gewichen. Der amtierende Kapitän ist zurück - und wie. Nach fünf Jahren erzielte er seinen ersten Treffer.
Zuletzt schoss Schweinsteiger am 7. September 2011 ein Tor gegen die Türkei (3:1). Seit dieser Zeit wartete er auf den erlösenden Moment. Obwohl ihn Löw gar nicht für Offensiv-Aufgaben vorgesehen hatte, schoss Schweinsteiger zum EM-Auftakt gegen die Ukraine ein ganz besonderes Joker-Tor.
Es war das erste Joker-Tor seit Oliver Bierhoffs Doppelpack im Finale 1996 gegen Tschechien. Dementsprechend groß war die Freude bei Schweinsteiger:
Nachdem er mit Löw gejubelt hatte, stürmte Schweinsteiger nach dem Schlusspfiff übers ganze Feld zu Manuel Neuer und sprang ihm überglücklich in die Arme. Der Torhüter hatte vor dem Spiel von Löw die Kapitänsbinde erhalten. Mit seinen Glanzparaden hielt Neuer den gelungenen EM-Auftakt fest.
Vor dem entscheidenden Treffer von Schwensteiger hatte Shkodran Mustafi (19.) die deutsche Mannschaft mit einem sehenswerten Kopfball nach einem tollen Freistoß von Toni Kroos in Führung gebracht. Damit führt Deutschland in Gruppe C vor Polen, das mit 1:0 gegen Nordirland gewann.
Neuer erklärte:
Wie bei der WM 2014 in Brasilien will Löw seinen "Teilzeit-Boss" wieder Stück für Stück an die Mannschaft heranführen. Nach anfänglichen Verletzungsproblemen vor dem Turnier baute Löw seinen Kapitän vor zwei Jahren in aller Ruhe auf. Im WM-Finale wurde Schweinsteiger zum Helden.
Ähnlich sieht der Zweistufen-Plan von Löw in Frankreich aus. Nach der Vorrunde soll Schweinsteiger in den wichtigen Spielen wieder voll einsatzfähig sein. Gemeinsam mit Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt will der 31-Jährige diesen Plan umsetzen, dem er ganz besonders herzlich um den Hals fiel.
Beide kennen sich bestens aus Bayern-Zeiten. Schweinsteiger vertraut ihm voll und ganz - und blickt optimistisch nach vorne:
Für Schweinsteiger war es das 14. Spiel bei einer EM. Damit zog er mit Philipp Lahm gleich. Beim nächsten Vorrundenspiel gegen Polen am 16. Juni in Paris (21:00 Uhr) kann Schweinsteiger diesen Rekord knacken. Dann wäre er der deutsche Spieler mit den meisten Einsätzen bei einer Europameisterschaft.
Vier Spiele vor seinem Kumpel Lukas Podolski (11), der "Schweini" bei seinem TV-Interview nach dem Spiel auf dem Rasen von hinten liebevoll in den Rücken zwickte. Voller Anerkennung für den magischen Moment, den Schweinsteiger sich selbst, seinem Team und den Fans zum EM-Auftakt bescherte.
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