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EM 2016: Nach Pleite im Testspiel gegen Georgien: Spanien reif für die Insel
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Publiziert 08/06/2016 um 13:22 GMT+2 Uhr
Drastischer hätte die Kritik an Spaniens blamierten Europameistern kaum ausfallen können. "Du sollst dich nicht ablenken lassen", schrieb die Sportzeitung Marca auf ihrer Titelseite dem Ex-Weltmeister nach dessen 0:1-Desaster gegen Fußball-Zwerg Georgien gleich mehr als zwei Dutzend Mal ins Stammbuch.
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Wie dumme Schuljungen wurden die hochbezahlten Profis von der spanischen Sportpresse abgekanzelt, bevor sie sich auf den Weg zu ihrem EM-Quartier auf der Ile de Re machten - im wahrsten Sinne des Wortes reif für die Insel.
Das Publikum in Getafe, das sich auf einen entspannten Abend mit vielen Toren gefreut hatte, traute seinen Augen nicht. Schablonenhaft und uninspiriert rannten die Gastgeber gegen das Abwehrbollwerk des Weltranglisten-137. an. Und als Tornike Okriaschwili in der 42. Minute für die Gäste traf, war die verpatzte spanische EM-Generalprobe perfekt.
Del Bosque verbreitet Zuversicht
Noch vor einer Woche hatte "La Roja" das Team Südkoreas mit 6:1 deklassiert. Und mit Blick auf dieses Resultat und dem Hinweis, dass man seit März 2015 ungeschlagen geblieben war, verbreitete Trainer Vicente del Bosque tapfer Zuversicht. "Wir haben ein Kontertor eingefangen, aber wir haben nicht fürchterlich schlecht gespielt. Wir waren diesmal nur nicht in der Lage, eine sehr gut organisierte Deckung zu knacken", sagte der 65-Jährige vor der Abreise zur EM-Endrunde nach Frankreich.
Im ersten Vorrundenspiel am 13. Juni (15.00 Uhr im Ticker) in Toulouse gegen Ex-Europameister Tschechien wird sich zeigen, ob del Bosque die richtige Mischung aus Routiniers und Newcomern auf den Platz bringt. Zwar nominierte der Coach immerhin zehn EM-Neulinge für seinen Kader, doch auch fünf Europameister von 2008 gehören nach wie vor zum spanischen Aufgebot. Erinnerungen wurden wach an die desaströse WM-Endrunde 2014 in Brasilien, der seinerzeit amtierende Weltmeister schied bereits in der Vorrunde nach Niederlagen gegen Chile und den Niederlanden aus.
Nicht ängstlich zur EM
Doch auch angesichts weiterer starker Vorrundengegner wie Kroatien und der Türkei weigerte sich del Bosque, seine hochgesteckten Ziele mit der spanischen Mannschaft herunterzufahren: "Im Sport muss man Ergebnisse akzeptieren. Aber unsere Niederlage sollte und wird nicht dazu führen, dass wir ängstlich zur EM fahren."
Denn mit einem Misserfolg seine Trainerkarriere beenden, das möchte der ehemalige Nationalspieler und langjährige Profi von Real Madrid auf keinen Fall. "Wir setzen uns keine Grenzen. Wir können doch nicht sagen, dass wir glücklich sind, wenn wir das Halbfinale erreicht haben", erklärte del Bosque in einem AFP-Interview.
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