EM 2016: Wann zündet André Schürrle? Löws Edeljoker sticht noch nicht

Drei Spiele, drei Mal eingewechselt. André Schürrle ist Joachim Löws liebster Einwechselspieler. Bei der EM 2016 in Frankreich hat der Edeljoker aber noch nicht überzeugt. Alle fragen sich, wann zündet Schürrle seinen Turbo? Im Achtelfinale gegen die Sklowakei kann der schnelle Angreifer endlich zeigen, was in ihm steckt. Vorausgesetzt, dass Löw keinem anderen Joker in seinen Reihen vertraut.

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Aus Lille berichtet Dirk Adam
Die Luft auf dem Rasen ist ein bisschen raus. Schürrle bewegt sich nicht mehr mit der selbstverständlichen Lockerheit, die ihn vor zwei Jahren noch ausgezeichnet hat. Bei der WM in Brasilien trumpfte der Flügelflitzer auf - schoss drei Tore und bereitete den Finaltreffer von Mario Götze vor.
Danach war das Samba-Feeling weg. Katerstimmung folgte. Schürrle konnte in den folgenden 16 Länderspielen nicht an seine Topleistung anknüpfen. Lediglich beim Freundschaftsspiel gegen Argentinien (1 Tor) und in der EM-Qualifikation gegen Gibraltar (3 Tore) traf er für Deutschland.
Viel zu wenig für die Ansprüche des Wolfsburgers:
In Frankreich läuft Schürrle seiner Form ebenfalls hinterher. Bei seinen drei Einwechslungen gegen die Ukraine, Polen und Nordirland setzte er keine Glanzpunkte, Dabei sieht seine Gesamtstatistik mit 55 Länderspielen (37 Einwechslungen), 20 Toren und sechs Vorlagen nicht schlecht aus.
Statistisch gesehen ist Schürrle alle 87 Minuten an einen Treffer beteiligt. In der Realität sieht es aber anders aus. Der 25-Jährige wartet seit über einem Jahr auf einen Treffer oder eine Torvorlage. Am 13. Juni 2015 beim 7:0-Sieg gegen Gibraltar war der Mittelfeldspieler zum letzten Mal erfolgreich.
Deshalb hat sich Schürrle fürs Slowakei-Spiel einiges vorgenommen:
Als Vorbild kann sich Schürrle den WM-Joker von 2006 nehmen. Damals machte David Odonkor den Sprint seines Lebens. Beim 1:0-Sieg gegen Polen jagte Odonkor den rechten Flügel im Westfalenstadions hinunter und passte auf Oliver Neuville (90.+1). Dieser Moment ging in die Fußball-Geschichte ein.
Aber Schürrle muss aufpassen, denn im DFB-Team lauern weitere Top-Joker - wie der Schalker Youngster Leroy Sané. Noch setzte Löw nicht auf den 20-Jährigen. Aber Sané könnte Löws neue Geheimwaffe werden, denn er ist ebenfalls ein "Eins-gegen-Eins"-Spieler. Solche Typen braucht der Bundestrainer.
Gerade gegen defensiv ausgerichtete Mannschaften wie im Achtelfinale gegen die Slowakei. Sollte Schürrle wieder eingewechselt werden, muss er seine Chance nutzen. Ansonsten stechen in Zukunft andere Joker im Nationalteam. Deshalb ist es höchste Zeit, das Schürrle seinen Turbo auf dem Rasen zündet.
So könnte Deutschland spielen:
Neuer - Hector, Hummels, Boateng, Kimmich - Kroos, Khedira - Götze, Özil, Müller - Gomez
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