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EM-Check (4/5): Deutschland auf der Suche nach der Turnierform
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Publiziert 26/03/2016 um 11:52 GMT+1 Uhr
Der Countdown zur EURO 2016 läuft, doch wie gut sind die Favoriten in Form? Wo liegen die Schwächen, welche Themen sind heiß, welche Spieler stehen auf der Kippe? Eurosport.de-Redakteure aus England, Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland beleuchten in der Länderspielwoche ihre Teams. In Teil vier nimmt Dirk Adam, Fußball-Journalist bei Eurosport in München, Deutschland unter die Lupe.
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Was sind die großen Themen?
Ist Bastian Schweinsteiger noch der richtige Anführer? Der ehemalige Bayern-Spieler war absoluter Leader der Weltmeister-Elf in Brasilien. In Erinnerung bleiben wird vor allem seine kämpferische Meisterleistung im WM-Finale gegen Argentinien. Das Bild mit der blutenden Wunde unter seinem rechten Auge ging um die Welt. Die "Sport Bild" betitelte ihn als "Blut-Chef" oder "Master des Leidens". Nach seinem Wechsel zu Manchester United war er jedoch entweder verletzt oder spielte weit entfernt von seinem Top-Niveau. Bundestrainer Joachim Löw vertraut ihm aber weiterhin. Seiner Meinung nach ist Schweinsteiger nach wie vor der Führungsspieler Nummer eins.
Mario Götze ohne Spielpraxis im Verein: Der WM-Held machte nur acht von 27 Spielen in dieser Saison. Lediglich 54 von 720 möglichen Minuten durfte er nach seiner Verletzung (Muskelfaserriss im Adduktorenbereich) für die Bayern spielen. Auch am letzten Wochenende gegen Köln, als Trainer Guardiola die halbe Mannschaft durchtauschte, saß Götze 90 Minuten auf der Bank. In Guardiolas Konzept spielt er derzeit keine Rolle - wohl aber in dem von Bundestrainer Löw. Wie selbstverständlich nominierte dieser den 23-Jährigen für die Testspiele gegen England und Italien.
Mario Gomez - Rückkehr eines echten Stürmers? Der hoch aufgeschlossene Mittelstürmer trifft wie er will für Besiktas Istanbul. In dieser Saison bereits 19 Mal in 26 Spielen. Eine starke Quote in seinem ersten Jahr in der türkischen Hauptstadt, nachdem seine Zeit in Florenz nicht von Erfolg gekrönt war. Die Tür zur Europameisterschaft in Frankreich ist daher wieder offen - und zwar deutlich mehr als nur einen Spalt. Bei seinem letzten großen Turnier für die DFB-Elf, die EM 2012 in Österreich und der Schweiz, traf er drei Mal und bereitete einen weiteren Treffer vor. Löw nominierte ihn zwei Jahre später jedoch nicht für die WM in Brasilien - ein Schock für Gomez. Löw wollte keinen klassischen Mittelstürmer. Er zog es vor, mit Thomas Müller oder Mario Götze in der Spitze zu spielen. Doch Gomez ist wieder da. Löw schwärmte auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen England vom Ex-Münchener und lobte dessen Einstellung und Trainingsfleiß. Nutzt er seine zweite Chance im DFB-Team?
Wie denkt der Trainer?
Bundestrainer Joachim Löw weiß, dass sein Team nach dem WM-Titel die Form nicht halten konnte und mahnte deshalb: "Wenn wir uns nicht steigern, wird es sehr schwierig, eine gute EURO in Frankreich zu spielen. Wenn wir den Titel gewinnen wollen, müssen wir sechs, sieben Spiele in Top-Form spielen. Es wird wichtig sein, meiner Mannschaft zu vermitteln, was ich von ihnen bei der Europameisterschaft erwarte und in den nächsten Wochen in der Vorbereitung von ihnen sehen will - im Training und im Spiel. Aus diesem Grund haben wir einen so großen Kader für die Spiele gegen England und Italien nominiert."
Welche Spiele stehen an?
Wie lässt Löw spielen?
Die erste Elf steht zu 60-70 Prozent fest. Torwart Manuel Neuer ist die Nummer eins, gefolgt von Marc-André ter Stegen, Kevin Trapp und Bernd Leno. Einer der letztgenannten drei Keeper wird den Kampf um einen Kaderplatz verlieren. Der Mann mit den geringsten EM-Chancen ist Leno. Sein Verein, Bayer Leverkusen, spielt eine mittelmäßige Saison, während die anderen drei Schlussmänner aller Wahrscheinlichkeit nach Meister in ihren Ligen werden und jeweils im Viertelfinale der Champions League stehen.
Die größte Baustelle im Kader ist die Verteidigung. Jerome Boateng kommt erst Mitte April nach seiner Muskelbündel-Verletzung zurück und steht daher noch nicht im Aufgebot für die anstehenden Tests gegen England und Italien. Bei der EM ist er trotzdem, sofern fit, neben Mats Hummels in der Innenverteidigung gesetzt. Die Besetzung der Außenverteidigerpositionen ist weniger klar. Nach dem Rücktritt von Philipp Lahm hat Jonas Hector die besten Chancen auf den Platz hinten links. Auch der Schalker Benedikt Höwedes beherrscht diese Position, wie er bei der Weltmeisterschaft 2014 bewiesen hat. Auf der rechten Seite will Löw bis zum Turnierstart mehrere Spieler testen. Sowohl Antonio Rüdiger, Höwedes oder Sebastian Rudy können diese Position bekleiden.
Das Prunkstück der deutschen Elf ist das Mittelfeld. Die ersten Optionen im defensiven Mittelfeld sind Toni Kroos und Sami Khedira. Ilkay Gündogan musste bei Borussia Dortmund zuletzt angeschlagen passen, Schweinsteigers Einsatz in Frankreich ist gänzlich gefährdet. Im offensiven Bereich hat Löw die Qual der Wahl. Mesut Özil, Thomas Müller, Marco Reus, Julian Draxler, Karim Bellarabi, Mario Gomez und Mario Götze - allesamt Topspieler und flexibel einsetzbar. Löw ließ bereits verlauten, dass Gomez gegen England von Beginn an ran darf, Mario Götze startet gegen Italien.
Wer kann noch auf den EM-Zug aufspringen?
In den beiden Testspielen sind Löw die Erkenntnisse wichtiger als das Ergebnis. Das betonte er einen Tag vor dem Spiel gegen England auf der Pressekonferenz. Es ist sicher, dass auch Jonathan Tah und Antonio Rüdiger Spielzeit bekommen werden. Beide Spieler zeigen starke Leistungen in ihren Vereinen, sind in Leverkusen und bei der Roma Leistungsträger. Während Tah nur für die Innenverteidigung in Frage kommt, kann sich Löw den Ex-Stuttgarter Rüdiger auch auf der rechten Verteidigerseite vorstellen. Für die EM wären die beiden Newcomer echte Alternativen, wenn sie das Niveau in der Schlussphase der Saison halten können.
Wie sieht der komplette Kader aus?
Torhüter: Manuel Neuer (Bayern München), Bernd Leno (Bayer Leverkusen), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona), Kevin Trapp (Paris St. Germain)
Verteidiger: Emre Can (FC Liverpool), Matthias Ginter (Borussia Dortmund), Jonas Hector (1. FC Köln), Mats Hummels (Borussia Dortmund), Shkodran Mustafi (FC Valencia), Antonio Rüdiger (AS Rom), Sebastian Rudy (1899 Hoffenheim), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen)
Mittelfeld: Karim Bellarabi (Bayer Leverkusen), Julian Draxler (VfL Wolfsburg), Mario Götze (Bayern München), Sami Khedira (Juventus Turin), Christoph Kramer (Bayer Leverkusen), Toni Kroos (Real Madrid), Thomas Müller (Bayern München), Mesut Özil (FC Arsenal), Lukas Podolski (Galatasaray Istanbul), Marco Reus (Borussia Dortmund), André Schürrle (VfL Wolfsburg), Bastian Schweinsteiger (Manchester United)
Angriff: Mario Gomez (Besiktas Istanbul), Max Kruse (VfL Wolfsburg), Kevin Volland (1899 Hoffenheim)
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