EM: Italien bezwingt Spanien nach Elfmeter-Drama in Wembley und steht im Finale der EURO

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Italien steht im Finale der EURO 2020. Der Weltmeister von 2006 setzte sich in einem packenden Halbfinale in Wembley 5:3 (1:1, 1:1, 0:0) nach Elfmeterschießen gegen Spanien durch. Den entscheidenden Strafstoß verwandelte Jorginho, nachdem Álvaro Morata vergeben hatte. In der regulären Spielzeit hatte es nach Treffern von Federico Chiesa für Italien (60.) und Morata für Spanien (80.) 1:1 gestanden.

Italien steht nach Sieg im Elfmeterschießen über Spanien im EM-Finale

Fotocredit: Getty Images

Zum zehnten Mal trafen Italien und Spanien bei einem großen Turnier aufeinander - keine Paarung gab es öfter bei Welt- oder Europameisterschaften. Die Vorzeichen standen Pro Italien, das vier dieser Duelle gewann, Spanien hingegen nur eines.
Taktisch liefen beide Mannschaften mit der nahezu identischen Formation auf - in einem offensiven 4-3-3-System. Bei den Italienern rutschten Giovanni di Lorenzo als rechter Außenverteidiger und Federico Chiesa als Rechtsaußen ins Team.
Spanien-Coach Luis Enrique überraschte in der Offensive und schenkte Mikel Oyarzabal und dem Leipziger Dani Olmo das Vertrauen. Dahinter agierten der 18-jährige Pedri, Koke und Abräumer Sergio Busquets.
Die Spanier waren von Beginn an ballsicherer, hatten deutlich mehr vom Spiel (insgesamt 70 Prozent) und in der 13. Minute die Großchance zur Führung. Pedri spielte einen Traumpass aus dem Mittelfeld in den Strafraum auf Oyarzabal, dem der Ball bei der Annahme versprang. So vergab er die große Schusschance freistehend aus elf Metern.
Zwölf Minuten später war es Olmo, der die Führung auf dem Fuß hatte. Nachdem der Ball über Umwege aus der rechten Strafraumhälfte zu ihm gelangte, versuchte er es aus elf Metern zentraler Position mit dem Schuss – Gianluigi Donnarumma war schnell unten und rettete im linken Eck.
Italien wachte in der Folge auf, hatte zwar Probleme flach aufzubauen, doch versuchte es immer wieder mit hohen und langen Bällen in die Offensive. Die beste Chance im ersten Durchgang vergab Emerson Palmieri, der nach Zuspiel von Lorenzo Insigne aus neun Metern spitzer, halblinker Position zum Abschluss kam und das Lattenkreuz traf (45.).
Trotz des torlosen Unentschieden zur Pause, zeigten beide Nationen eine ansprechende Leistung und sehr guten Fußball, investierten viel - fußballerisch, wie kämpferisch. Dies sollte sich auch im zweiten Durchgang nicht ändern, wohl jedoch die erfolgreiche Torausbeute.
In der 60. Minute konterten die Italiener Spanien eiskalt aus. Jordi Alba scheiterte mit einer Flanke von der linken Seite an Donnarumma, der das Spiel ganz schnell machte. Die Kugel landete auf der linken Seite bei Insigne, der anschließend Ciro Immobile per Steilpass auf die Reise schickte. Aymeric Laporte klärte zunächst per Grätsche, doch legte dabei Chiesa den Ball direkt vor die Füße. Aus 14 Metern halblinker Position visierte er das lange Eck an und traf wunderschön in die Maschen.
Spanien setzte in der Folge alles auf eine Karte, brachte im weiteren Spielverlauf unter anderem Álvaro Morata und Gerard Moreno für die Offensive, zudem den zweikampfstarken Rodri als Konterabsicherung. Italien verteidigte tiefstehend, Spanien lief nahezu pausenlos an. In der 67. Minute hatte Oyarzabal den Ausgleich auf dem Kopf, doch scheiterte nach Zuspiel von Koke freistehend aus neun Metern.
13 Minuten später gelang den Spaniern der verdiente Ausgleich. Morata kam druckvoll aus dem Zentrum in die Offensive, spielte an der Strafraumgrenze erfolgreich den Doppelpass mit Olmo und hatte anschließend freie Schussbahn aus elf Metern. Er blieb vor dem Tor extrem cool und verwandelte flach ins linke Eck zum umjubelten Ausgleich, der die Verlängerung bedeutete.
Spanien behielt spielerische Dominanz – ohne jedoch zu hohes Risiko zu gehen. Italien setzte nach wie vor auf eine kompakte und sichere Defensive. So kamen beide Nationen in der Verlängerung nicht zu großen Torchancen, es blieb beim 1:1 und ging ins Elfmeterschießen. Morata verschoss den vorletzten spanischen Elfmeter beim Stand von 3:2 für Italien und so hatte Jorginho die Chance, das Spiel zu entscheiden. Er verwandelte eiskalt flach ins rechte Eck und schickte seine Nation ins Finale.

Die Stimmen:

Jorginho (Italien): "Es war ein schwieriges Spiel, wir haben gegen einen mächtigen Gegner gespielt, der uns das Leben nicht leicht gemacht hat. Wir haben gelitten, es aber durchgestanden. Wir haben immer daran geglaubt und das ist das Wichtige beim Siegen."
Sergio Busquets (Spanien): "Es ist natürlich schade. Wir wollten gerne bis ins Finale kommen. Wir haben ein gutes Turnier gespielt, wir haben viele Tore gemacht, wir haben in einigen Spielen unserer Stärken zeigen können - in einigen vielleicht weniger - aber wir sind immer nach vorne gegangen, haben gekämpft. Italien ist eine starke Mannschaft, das ist nun mal so und da muss man einfach nach vorne schauen. Wir sind stolz auf das, was wir geschafft haben."

Der Tweet zum Spiel:

Nun sind es 33 Spiele - was für ein Lauf.

Das fiel auf: Jung, erfrischend, erfolgreich

Er ist die Überraschung des Turniers und steht stellvertretend für den spanischen Fußball: Der 18-jährige Pedri vom FC Barcelona. In sechs von sechs Begegnungen kam er im zentralen Mittelfeld zum Einsatz - immer über die volle Distanz. Spaniens Trainer Enrique ist Fan des Nachwuchsstars und das aus guten Gründen. Pedris Spiel ist erfrischend, wie erfolgreich.
Der 18-Jährige verfügt über große technische Fähigkeiten, viel Ruhe und Übersicht - trotz seines noch jungen Alters. Hinzu kommt eine Unbekümmertheit, die vergleichbar mit der eines Jamal Musialas ist. Diese Fähigkeiten berechtigen Pedri dazu im spanischen Star-Ensemble in der Rangfolge vor einem Thiago oder einem Rodri zu stehen. Der spanischen Mannschaft hilft er und führt sich mit an - allerdings nicht bis ins Finale.

Die Statistik: 12

Durch den Treffer gegen Spanien stellten die Italiener ihren Torrekord ein. Nie trafen sie mehr als zwölfmal bei einem großen Turnier - bei dieser Europameisterschaft haben die Italiener die Chance, ihre neue Bestmarke sogar noch zu knacken.
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Quelle: Eurosport

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