Als Beispiele nannte Heynckes die EM-Teilnehmer Kai Havertz und Jamal Musiala sowie Florian Wirtz und Ridle Baku. "In der U21, die Anfang Juni Europameister wurde, bieten sich einige interessante Jungs an", ergänzte er.
Von Flick erwartet er mehr Präsenz als sie dessen Vorgänger Joachim Löw gezeigt hatte.
"Als Bundestrainer muss ich in die Klubs gehen, mit den Trainern und Spielern Kontakt pflegen. Ein Bundestrainer muss inspirierend für die ganze Bundesliga sein und ein Beispiel geben. Hansi Flick wird das machen."
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Im Umgang mit den Spielern müsse Flick "die menschliche Komponente fördern", betonte Heynckes, "wie er es bei Bayern praktizierte."

Heynckes nimmt sich Löw zur Brust

Mit Löw ging der 76-Jährige hart ins Gericht. Andere Trainer wie Italiens Roberto Mancini oder der Däne Kasper Hjulmand "haben vorbildlich ein Team vorbereitet: Das habe ich bei der deutschen Mannschaft vermisst".
Löw habe Thomas Müller und Mats Hummels zu spät zurückgeholt und hätte auch noch Jerome Boateng, "den besten Innenverteidiger der vergangenen Liga-Saison", reaktivieren müssen. Auch das System mit der Dreierkette habe Löw zu spät einstudieren lassen.
"Die Dreierabwehr kann so gut sein wie die Viererkette, aber jedes System muss perfekt einstudiert sein. Und die großen Trainer haben nicht von einem Spiel zum anderen das System gewechselt oder sogar dreimal während einer Partie. Ich bekomme Zustände, wenn ich das sehe", so der ehemalige Bayern-Trainer weiter.
Heynckes malte ein düsteres Zukunftsbild. "Im deutschen Fußball ist es ein eklatantes Problem, dass wir keine Außenverteidiger mehr ausbilden", sagte er: "Zudem haben wir keine Innenverteidiger mit Weltklasseformat und keinen Mittelstürmer mit internationaler Klasse. Große Mannschaften brauchen einen Zielspieler."
Die WM 2022 sollte daher nur "ein Zwischenziel sein, mehr nicht. Wichtiger ist, dass die Mannschaft erneuert wird."

Heynckes kritisiert UEFA und adelt Mancini

Heynckes äußerte zudem scharfe Kritik an der Europäischen Fußball-Union (UEFA) geäußert. "Sehr kritisch bewerte ich, dass die UEFA und einzelne Länder in dieser Pandemie so viele Zuschauer zuließen, vor allem in London und Budapest. Über 60 000 Menschen im Stadion sind inakzeptabel. Aber da schlägt eben die Geldgier der UEFA durch", sagte er.
Für ihn "unverständlich" sei zudem, "dass in Ländern gespielt wurde, in denen Menschenrechte verletzt werden", ergänzte Heynckes, der auch an der FIFA kein gutes Haar ließ. Dass die nächste WM 2022 in Katar stattfinde, sei "grenzwertig", betonte er.
Außerdem adelte Heynckes Trainer Roberto Mancini von Europameister Italien. "Wie Arrigo Sacchi bei Milan den Fußball in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre revolutioniert hatte, so tat es nun Mancini", sagte er.
Der Coach sei "genauso stilbildend, wie es einst Sacchi, Johan Cruyff, Sir Alex Ferguson, Ernst Happel, Louis van Gaal, Jose Mourinho, Ottmar Hitzfeld oder Pep Guardiola waren."
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(mit SID)

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