Patrik Schick erzielt Tor von der Mittellinie - Doppelpack beim Tschechien-Sieg in Schottland

Patrik Schick hat Tschechien bei der EURO 2020 in Gruppe D in Glasgow im Alleingang zum 2:0 (1:0) über Schottland geschossen. Der Angreifer von Bayer 04 Leverkusen erzielte dabei im achten EM-Spiel mutmaßlich bereits das Tor des Turniers: Beim 2:0 überwand er Schottlands Keeper David Marshall mit einem Schuss beinahe von der Mittellinie (52.). Zuvor hatte Schick auch das 1:0 geköpft (42.).

Patrik Schick celebra su segundo gol de la tarde.

Fotocredit: Getty Images

Bei der ersten EM-Teilnahme seit 25 Jahren wirkte die schottische Elf vor 12.965 Zuschauern im Hampden Park von Glasgow von Beginn an hoch motiviert. Die Mannschaft von Steve Clarke war in der Anfangsphase das aktivere Team, Körpersprache und Zweikampfwerte sprachen für sich. Gefährlich wurde Schottland dabei allerdings nicht.
Tschechien hingegen wartete den ersten Sturmlauf der Hausherren zunächst ab, um in Person des Leverkuseners Patrik Schick dann die erste Torchance der Partie zu verbuchen. Nach Vorarbeit von Jakub Jankto prüfte Schick Schottlands Keeper David Marshall mit einer Direktabnahme aus 12 Metern Torentfernung (16.).
Kurz darauf wurden dann auch die Gastgeber erstmals gefährlich. Nach starker Flanke von Liverpool-Star und Kapitän Andrew Robertson verpasste Lyndon Dykes am ersten Pfosten nur knapp das 1:0 (18.).
In der Folge flachte die Partie allerdings deutlich ab, allein ein Schussversuch von Robertson aus 15 Metern links im Strafraum sorgte noch einmal für Aufregung im tschechischen Strafraum (32.).
Kurz vor der Pause fiel dann aber doch noch ein Treffer. Nach der dritten Ecke infolge für die Gäste schickte Hertha-Akteur Vladimir Darida auf der rechten Seite Vladimir Coufal steil. Dessen maßgenaue Flanke landete auf dem Kopf von Schick, der den Ball aus acht Metern per Kopf im linken Toreck unterbrachte (42.).
Der zweite Durchgang begann deutlich dynamischer als der erste. Zunächst musste Marshall einen Schussversuch von Darida aus 20 Metern parieren (47.), ehe auf der anderen Seite Jack Hendry aus 18 Metern Torentfernung den Querbalken traf (48.). Nur eine Minute später war es der Tscheche Tomas Kalas, der eine Hereingabe von Robertson gefährlich in Richtung eigenes Tor abfälschte. Keeper Tomas Vaclik reagierte gerade noch rechtzeitig (49.).
Mitten in diese gute Phase der Hausherren hinein traf dann allerdings Schick zum 2:0 für die Gäste. Und wie. Der Leverkusener schaltete nach Balleroberung im Mittelfeld blitzschnell um, sah, dass Schottlands Keeper Marshall weit vor seinem eigenen Tor stand und hob die Kugel aus 45 Metern Torentfernung in die Maschen – das Tor der EM (52.).
Wenig später hätte Darida sogar auf 3:0 erhöhen können, scheiterte aber mit einem Schlenzer aus 16 Metern knapp (55.).
Schottland musste nun reagieren. Zunächst scheiterte allerdings Stuart Armstrong mit einem abgefälschten Schuss aus 20 Metern (61.), ehe Dykes auf Höhe des Elfmeterpunkts die beste Möglichkeit zum Anschlusstreffer liegen ließ (66.). Sein Schuss konnte Vaclik nicht ernsthaft gefährden.
Allmählich lief den Gastgebern nun die Zeit davon. Trotz zahlreicher guter Möglichkeiten, wollte der Anschlusstreffer nicht fallen, zumal auch McTominay im Anschluss an einen Freistoß mit einem Schussversuch aus fünf Metern scheiterte (77.). Wenig später ließ auch der eingewechselte James Forrest aus ähnlicher Position die letzte gute Gelegenheit für Schottland liegen (84.).
So fuhr Tschechien den ersten Sieg bei diesem EM-Turnier ein, Schottland hingegen muss in Gruppe D bereits um das Weiterkommen zittern.

Die Stimmen zum Spiel:

Stuart Armstrong (Schottland): "Es war schwer, das Spiel war sehr eng. Es gab nicht viel Platz und wir haben zu viele lange Bälle gespielt. Wir sind enttäuscht, dass das erste Tor so reingeht. Davon abgesehen haben wir eigentlich gut verteidigt. Aber beim zweiten Tor sieht man einfach ihre Qualität. Sie waren einfach eiskalt. Auf dem Niveau musst du einfach eiskalt sein. Wir müssen aus unseren Erfahrungen lernen."
Patrik Schick (Tschechien): "Es ist immer schwer, gegen uns zu spielen, wir haben jede Menge hart arbeitender Spieler. Schottland war ein harter Gegner. Aber wir waren auf ihre Taktik vorbereitet."
Tomas Soucek (Tschechien): "Es ist doch eindeutig, dass das das Tor des Turniers war. Das kann keiner schlagen."

Der Tweet zum Spiel:

Über dieses Tor von Patrik Schick wird man wohl noch lange reden.

Das fiel auf: Schick macht den Unterschied

Trotz zahlreicher Möglichkeiten und einer guten kämpferischen Leistung musste sich Schottland schlussendlich mit 0:2 geschlagen geben. Das lag vor allem an der mangelnden Chancenauswertung der Schotten, die im Gegensatz zu den Tschechen auf einen Stoßstürmer der Marke Patrik Schick verzichten müssen. Der Tscheche in Diensten von Bayer 04 Leverkusen hingegen machte aus anderthalb Chancen zwei Traumtore. Schick stellte seinen Torriecher vor allem beim zweiten Treffer unter Beweis – so eine Reaktion im Bruchteil von Sekunden und die Genauigkeit aus über 50 Metern Torentfernung ist wohl nicht jedem Stürmer zuzutrauen und machte gegen Schottland den größten Unterschied aus.

Die Statistik: 45,5

Mit seinem Treffer aus 45,5 Metern erzielte Patrik Schick nicht nur jetzt schon wohl das Tor des Turniers, sondern brach auch zeitgleich einen 17 Jahre alten Rekord. Bei der EM 2004 hatte Torsten Frings gegen die Niederlande aus 35,3 Metern getroffen – nun führt Schick diese Statistik deutlich an.
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Quelle: Eurosport

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