Deutschland in der Einzelkritik nach dem Sieg gegen die Niederlande: Licht und Schatten bei Mittelstädt
VonThomas Gaber
Publiziert 26/03/2024 um 23:25 GMT+1 Uhr
Deutschland hat auch sein zweites Testspiel im EM-Jahr gewonnen. Nach dem 2:0 gegen Frankreich besiegte die DFB-Elf die Niederlande 2:1 (1:1). Der Stuttgarter Maximilian Mittelstädt verschuldete den Gegentreffer, erzielte in seinem zweiten Länderspiel aber auch ein Traumtor. Toni Kroos machte als Chef im Mittelfeld erneut ein starkes Spiel. Die deutschen Spieler in der Einzelkritik.
Nagelsmann: "Haben deutsche Tugenden verkörpert"
Quelle: Perform
Schon nach vier Minuten schoss Joey Veerman die Niederlande in Führung, doch Mittelstädt schweißte den Ball im Anschluss an eine Ecke unter die Latte (11.).
Ein "Schulter"-Tor von Niclas Füllkrug (85.) besiegelte den zweiten Sieg im zweiten Spiel im EM-Jahr für die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Nach dem souveränen Sieg in Frankreich (2:0) drehte Deutschland nach einem unglücklichen Start auf, hatte aber in einer Phase nach der Pause Glück, dass die Niederlande mehrere gute Torchancen vergab.
Marc-André ter Stegen: Die Nummer 2 vertrat die alte, neue Nummer 1, den verletzten Manuel Neuer erneut. Diesmal bezwungen, aber ohne Abwehrchance. Eine Unsicherheit gegen Malen.
Joshua Kimmich: Wie zu Beginn seiner DFB-Karriere auf rechts gesetzt, gewöhnt sich immer mehr an diese Rolle. Sehr aktiv nach vorne, immer anspielbar, aber auch mit ein paar Ballverlusten.
Jonathan Tah: Das "Bruder-Paar" im Zentrum mit Rüdiger zeigte kleinere Schwächen. Tah kam beim 0:1 gegen Depay zu spät, auch gegen Malen mit Problemen.
Antonio Rüdiger: Auch der Abwehrchef hatte einige brenzlige Situationen zu überstehen und bestand nicht jede. Als "Quarterback" aber mit einigen feinen langen Bällen. Und einem nötigen Anpfiff für den zu lässig verteidigenden Mittelstädt (50.).
Maximilian Mittelstädt: Die EM-Lösung auf der ewigen Baustelle hinten links zeigte Licht und Schatten. Schlimmer Pass auf Tah vor dem 0:1, dann das Traumtor (11.) zum Ausgleich. Auch sein zweiter satter Schuss saß fast (65.).
Toni Kroos: Der Boss, obwohl in Frankfurt nicht mehr ganz so überragend wie beim Comeback-Spiel als "Le Chef" in Lyon. Gedankenschnelle Ecke vor dem 1:1, suchte auch mal den Abschluss. War sich erneut nicht für (taktische) Fouls zu schade, einmal mit Gelb bestraft.
Robert Andrich: Hat sich neben Kroos festgespielt - im erst dritten Länderspiel. Mehr als nur "Arbeiter". Passsicher und präsent, bis ihm Memphis Depay einmal enteilte - Gelb.
Jamal Musiala: Wurde der Nummer 10 auf seinem Rücken als Aktivposten gerecht. Glänzte mit Übersicht vor dem 1:1, seinen Zuckerpass auf Gündogan konnte dieser nicht veredeln. Nur durch Fouls oder den schlechten Rasen zu stoppen, manchmal zu ballverliebt.
Ilkay Gündogan: Der Kapitän war in seinem 75. Länderspiel als Tröster für Mittelstädt gefordert. Als Bote für die Zauberfüße noch auf der Suche nach den Lieferwegen, vergab das mögliche 2:1.
Florian Wirtz: Gedankenschnell wie bei der Ecke vor dem Ausgleich, überhaupt sehr wach und spielfreudig. Nur der Zug zum Tor fehlte. Nach der Pause baute der Leverkusener etwas ab.
Kai Havertz: Bei Arsenal die Neun, im EM-Team die Neun - vor namhaften Alternativen wie Füllkrug oder Müller. In der Oranje-Kette aber bisweilen verloren wie im Bermuda-Dreieck, schwerer Stand gegen Kante Virgil van Dijk.
Pascal Groß: Durfte sich ab der 59. Minute als Andrich-Alternative neben Kroos beweisen. Tat dies solide.
Chris Führich: Kam in der 59. Minute, löste Gündogan ab. Agierte wie in Stuttgart zunächst vor Mittelstädt. Fügte sich gut ein, legte für Havertz und Müller auf.
Niclas Füllkrug: Wurde mit Müller eingewechselt, ersetzte Havertz als Mittelstürmer. Dort erst emsig, dann per Kopf nach Kroos-Ecke zur Stelle, sein elftes Tor im 15. Länderspiel.
Thomas Müller: Wurde in der Schlussphase für Wirtz reingeworfen (73.), wie immer sehr fleißig. Toller Pass auf Musiala, der dann wegrutschte. Kurz vor Schluss mit der großen Siegchance (83.).
Benjamin Henrichs: Der EM-Backup für Kimmich füllte diese Rolle in den letzten zwölf Minuten aus.
David Raum: Löste in der 79. Minute Mittelstädt ab. Holte die Ecke zum Siegtor heraus.
Das könnte Dich auch interessieren: Pressestimmen zum deutschen Sieg: "Die EM kann kommen"
(SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/03/25/3937110-79974968-2560-1440.jpg)
Neue Torhymne? Nagelsmann: "Schreie immer so laut"
Quelle: Perform
Werbung
Werbung