DFB: Rätsel um Joshua Kimmich - Rechtsverteidiger oder Mittelfeldachse mit Ilkay Gündogan? Nagelsmann gefragt

Joshua Kimmich ist bei der Nationalmannschaft im Mittelfeld gelistet, aber ob der Star des FC Bayern München dort tatsächlich spielen wird ist noch unklar. Denn das Duo Patrick Groß und Ilkay Gündogan harmonierte bei den den jüngsten Testspielen gegen die USA und Mexiko hervorragend. Daher stellt sich die Frage, ob Kimmich nicht doch auf der rechten Abwehrseite eingesetzt wird.

Joshua Kimmich

Fotocredit: Getty Images

Auf der offiziellen Nominierungsliste von Julian Nagelsmann für den Jahresabschluss steht Joshua Kimmich wie gewohnt unter "Mittelfeld". Doch die drängende Frage, wie der Bundestrainer mit seinem einstigen Lieblingsschüler aus gemeinsamen Münchner Tagen plant, ist damit noch nicht beantwortet.
Kehrt Kimmich in der Fußball-Nationalmannschaft ins Machtzentrum an die Seite des Kapitäns Ilkay Gündogan zurück - oder soll er die ewige Baustelle hinten rechts schließen? Die Antwort wird Nagelsmann spätestens im Länderspiel gegen die Türkei am Samstag (ab 20:45 Uhr im Liveticker) in Berlin geben
"Dass er beide Positionen spielen kann, hat er bewiesen. Weltklasse ist er für mich aber nur als Rechtsverteidiger", sagte der ehemalige DFB-Spielführer Michael Ballack zuletzt und lieferte eine Erklärung gleich hinterher: "Im Zentrum will er manchmal zu viel. Das macht die Mannschaft mitunter anfällig."
Ohne den zuletzt erkrankten Kimmich, der am Montag mit schwarzem Rucksack wortlos ins Frankfurter Hotel Melia huschte, harmonierten Gündogan und Pascal Groß beim Nagelsmann-Einstand auf der USA-Reise zweimal prächtig.

Groß setzt sich für Kimmich ein

Doch ausgerechnet Groß bricht eine Lanze für Kimmich. "Ich denke, dass Kimmich und Gündogan absolut zusammen funktionieren würden, weil das absolute Topspieler auf höchstem Niveau sind", sagte Groß im "kicker"-Interview und stimmte ein Loblied an.
"Beide sind unfassbar gute Fußballer. Fußballerisch, von der Mentalität her, was sie erreicht haben, wie sie trainieren - das ist das höchste Level." Daher würde er sich selbst auch wieder "klaglos auf die Bank setzen".
Doch sieht Nagelsmann das auch so? Bei seinem Debüt gegen die USA (3:1) und Mexiko (2:2) überzeugten hinten rechts weder Jonathan Tah noch Niklas Süle. Kimmich hat nachgewiesen, dass er einer Mannschaft auf dieser Position viel geben kann.
Beim FC Bayern stellte ihn Nagelsmann allerdings nur in Notfällen in die Viererkette: In der Regel war Kimmich im zentralen Mittelfeld an der Seite von Leon Goretzka gesetzt. Und in der DFB-Auswahl ist Benjamin Henrichs noch eine ernsthafte Alternative für die Problemposition.

Matthäus zieht historische Parallele

Für Lothar Matthäus kann das Duo Kimmich/Gündogan funktionieren. "Eigentlich müssten sie miteinander auskommen, weil beide intelligente Spieler mit hervorragenden Qualitäten sind", schrieb der Rekordnationalspieler in seiner "Sky"-Kolumne. Aber: "Wenn sie sich gegenseitig im Weg stehen, wie Overath und Netzer in den Siebzigern, kann eben nur einer im Zentrum spielen."
Das größte Problem: Kimmich will wirklich häufig zu viel. Der 28-Jährige hält seine Position nicht, dadurch geht die Ordnung verloren. Ein Problem, das auch sein Vereinstrainer Thomas Tuchel erkannt hat und bei den Bossen regelmäßig einen echten Sechser fordert, auch wenn er Kimmich als "Schlüsselspieler und Fixpunkt" bezeichnet.
Nagelsmann wird sich in den Tagen von Frankfurt und Berlin noch einmal seine Gedanken machen - unabhängig von der offiziellen Nominierungsliste.
(SID)
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Quelle: Perform

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