EM 2024 - Drei Dinge, die bei Spanien gegen Kroatien in Berlin auffielen: Eine Mannschaft erfindet sich neu

Spanien hat beim 3:0 gegen Kroatien bewiesen, dass es mit dem Tikitaka-Fußball früherer Zeiten nur noch wenig zu tun hat. Die Furia Roja hatte weniger Ballbesitz, nutzte dafür aber ihre Chancen. Lamine Yamal überzeugte als jüngster Spieler der EM-Geschichte. Die kroatische Nationalmannschaft hingegen vermieste den eigenen Fans ordentlich die Stimmung. Drei Dinge, die in der Hauptstadt auffielen.

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Quelle: Perform

Spanien ist mit einem 3:0 gegen Kroatien perfekt in die Europameisterschaft gestartet. In der 29. Minute gelang Alvaro Morata der Führungstreffer zum 1:0, in der 32. Minute legte Fabian Ruiz mit dem 2:0 nach.
Kurz vor der Halbzeit markierte Real-Star Dani Carvajal das 3:0 nach Vorlage von Top-Talent Lamine Yamal (45.+2).  
Es passte zum insgesamt unglücklichen Spielverlauf der Kroaten, dass selbst der (strittige) Elfmeter von dem eingewechselten Bruno Petkovic verschossen wurde.
Zwar landete der Nachschuss im Tor, doch Vorlagengeber Ivan Perisic betrat zu früh den Strafraum, weshalb der Treffer nicht zählte.
Drei Dinge, die in Berlin auffielen.

1. Das neue Spanien

Die Zeiten, in denen Spieler von Real Madrid und dem FC Barcelona den Großteil der Mannschaft ausmachten, sind vorbei. Mit dem 32-jährigen Rechtsverteidiger Daniel Carvajal und dem 34-jährigen Innenverteidiger Nacho standen lediglich zwei Spieler der Königlichen in der Startelf, wobei Letzterer den Verein wohl in Richtung Saudi-Arabien verlassen wird. Vom FC Barcelona gesellten sich der 21-jährige Pedri und das 16-jährige Ausnahmetalent Lamine Yamal dazu.
Auch der Spielstil der Spanier hat sich verändert: Weniger Tikitaka, mehr Direktheit! Die Furia Rooja hatte in der ersten Halbzeit lediglich 43 Prozent Ballbesitz (47 Prozent über das komplette Spiel), versuchte aber immer wieder, mit hohen Chipbällen oder mit Steilpassen Chancen zu kreieren. In den ersten 25 Minuten kamen dabei noch keine echten Gelegenheiten zustande, weil die Flügelspieler Nico Williams und Yamal die Zuspiele nicht verwerten konnten.
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Spanien - Kroatien

Fotocredit: Getty Images

Als jedoch in der 29. Minute ein tiefer Ball von Fabian in den Lauf von Alvaro Morata gespielt wurde, ließ dieser sich die Chance nicht entgehen. Dies war der Knotenlöser. Fabian Ruiz, der kurz darauf das 2:0 erzielte, sagte über die Spielweise: "Wir haben gerne den Ball, aber das ist schwer gegen gute Mannschaften. Wir mussten unser Spiel spielen und den Ball zurückerobern. Wir mussten etwas aus dem Ballbesitz machen, den wir haben – zum Beispiel beim ersten Tor, als wir die Lücke sahen und trafen."
Sein Motto lautet: "Entscheidend ist nicht der Ballbesitz, sondern die Tore."

2. Kroaten lassen die eigenen Fans verstummen

Für Kroatien glich die Partie zunächst einem Heimspiel. Bereits Stunden vor dem Spiel waren überall in Berlin Fans mit kroatischen Trikots zu sehen. Als die Spanier zum Warmmachen ins Stadion einliefen, gab es ein lautes Pfeifkonzert. Umso euphorischer wurden wenige Minuten später die Kroaten begrüßt, die mit Josip Stanisic (vom FC Bayern an Leverkusen verliehen), Lovro Majer (VfL Wolfsburg) und Andrej Kramaric (TSG Hoffenheim) drei Bundesligaspieler in der Startelf hatten.
Doch schon früh im Spiel - noch bevor Spanien den Führungstreffer erzielte - kippte die Stimmung im Olympiastadion. Die kroatischen Anhänger waren kaum noch zu hören. Möglicherweise weil sie überrascht waren, dass die eigene Mannschaft fußballerisch keine Lösungen fand?
"Es war eine tolle Atmosphäre, ich weiß nicht wie viele kroatische Fans hier waren", sagte Nationaltrainer Zlatko Dalić. Und was genau hat seiner Mannschaft gefehlt? "Wir waren nicht aggressiv genug, waren zu weit weg von den Gegenspielern und haben ihnen zu viel Platz gelassen. Wenn man so guten Spielern so viel Freiraum lässt, kann es nicht gut gehen", antwortete der Trainer. Seine Hoffnung ist, "dass das einfach nur ein schlechtes Spiel war."
Am Ende waren vor allem die spanischen Fans zu hören, die lauthals "Eviva España" sangen.

3. Wunder-Talent Yamal mit Selbstvertrauen

Lamine Yamal ist mit 16 Jahren und 338 Tagen der jüngste Spieler, der jemals bei einer Europameisterschaft eingesetzt wurde. Das Wunder-Talent vom FC Barcelona brauchte eine gewisse Zeit, um auf dem rechten Flügel ins Spiel zu finden.
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Yamal y Carvajal

Fotocredit: Getty Images

In der 15. Minute bekam er ein tiefes Zuspiel, verfing sich aber an zwei Verteidigern. Doch seine Effektivität nahm zu: Er spielte den vorletzten Pass vor dem 2:0, bereitete zudem mit einer Traum-Flanke das 3:0 vor.
Dies tat ihm offenbar gut. Er traute sich noch mehr, setzte sich auch auf engem Raum durch (75 Prozent erfolgreiche Dribblings) und forderte immer wieder den Ball.
Wurde ihm dieser nicht zugespielt, obwohl er gut positioniert war, bekam der Mitspieler eine entsprechende Geste zu sehen. Das spricht für sein Selbstvertrauen.
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Quelle: Perform


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