EM 2024 - Drei Dinge, die bei Spanien – Georgien auffielen: Youngster-Zange beendet Willy Sagnols Märchen
Spanien macht mit einem 4:1 im Achtelfinale gegen Georgien in beeindruckender Manier das Traum-Duell mit Deutschland klar. Bei der Furia Roja ragte einmal mehr das Flügel-Duo Nico Williams und Lamine Yamal aus einer (fast) perfekten Mannschaft heraus. Für den aufopferungsvoll kämpfenden Underdog um Torwart Giorgi Mamardashvili endete hingegen ein EM-Märchen. Drei Dinge, die auffielen.
Williams: "Wenn wir so weiterspielen, gewinnen wir"
Quelle: MagentaTV
Georgien schnupperte gegen Top-Favorit Spanien nur kurz an der ganz großen Achtelfinal-Sensation.
Nachdem Innenverteidiger Robin Le Normand (18.) den Ball unglücklich zum 0:1 aus Spanien-Sicht ins eigene Tor bugsiert hatte, machten die Iberer ernst und rollten über den Underdog vom Schwarzen Meer hinweg.
Obwohl Georgiens Schlussmann Giorgi Mamardashvili abermals zu Höchstform auflief, Chance um Chance vereitelte, sprang am Ende ein ungefährdeter 4:1-Sieg für die Furia Roja heraus. Rodri (39.), Fabián Ruiz (51.), Nico Williams (75.) und der eingewechselte Dani Olmo (83.) trafen und machten damit das Traum-Duell im Viertelfinale mit Gastgeber Deutschland (Fr., 18:00 Uhr im Liveticker) klar.
Das DFB-Team ist nach den bisherigen Auftritten des Weltmeisters von 2010 gewarnt, vor allem die beiden Jüngsten dürften Julian Nagelsmanns Mannschaft aber vor große Probleme stellen.
Drei Dinge, die bei Spanien – Georgien auffielen.
1.) Vorsicht vor der Youngster-Zange
Lamine Yamal hat im zarten Alter von 16 Jahren schon so einiges erlebt: Eine ganze Saison in der spanischen Liga mit dem FC Barcelona beispielsweise. Mittlerweile stehen auch satte zehn Einsätze in der Champions League zu Buche.
Für Spaniens Nationalmannschaft debütierte er im November 2023, in Tiflis, beim 7:1 gegen Georgien. Seinerzeit erzielte das Blaugrana-Juwel gleich seinen ersten Treffer für die Iberer. Ein Kunststück, das ihm an diesem Sonntagabend in Köln gegen selbigen Gegner nicht vergönnt war.
Doch das dürfte Yamal, der mit 16 Jahren und 338 Tagen beim ersten Gruppenspiel gegen Kroatien (3:0) zum jüngsten EM-Spieler der Geschichte avanciert war, nur bedingt ärgern. Auch ohne Tor ragte das Top-Talent aus einer ohnehin schon starken Mannschaft heraus.
Immer wieder wirbelte der Edeltechniker über rechts durch die Reihen, satte sieben Abschlüsse zählten die Statistiker. Besonderes Highlight: Seine Bilderbuch-Flanke auf Ruiz, die zum zwischenzeitlichen 2:1 führte. "Ein toller Ball", lobte "ARD"-Experte Bastian Schweinsteiger, der Yamals Hereingabe mit einem "Chipball beim Golfen" verglich.
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EM 2024: Lamine Yamal und Nico Williams tanzen mit Spanien (4:1 gegen Georgien) ins Viertelfinale
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Neben Yamal sorgte auch sein Pendant auf der anderen Seite für Aufsehen: Nico Williams. Der Flügelflitzer vom Athletic Club aus Bilbao ließ Otar Kakabadze mehrfach stehen. In der 75. Minute sah auch Giorgi Gvelesiani im direkten Duell mit dem pfeilschnellen Angreifer nur noch die Rücklichter, ehe Williams überlegt zu seinem ersten Tor bei dieser EM einschob.
Bundestrainer Julian Nagelsmann dürfte während der Vorbereitung auf das Viertelfinale ganz besonders auf das Duo hinweisen. "Wir müssen am Mittwoch auf Yamal und Williams aufpassen, sie gehen immer wieder ins Eins-gegen-Eins und spielen die Bälle hinter die Kette", warnte Schweinsteiger, der von "ARD"-Moderator Alexander Bommes gleich auf die Schippe genommen wurde.
"Wenn sie am Mittwoch einschalten, dann haben Sie Pech. Deshalb schauen sie doch gerne am Freitag rein, wenn Deutschland gegen Spanien spielt." Der kleine Versprecher machte Schweinsteigers Warnung freilich nicht weniger dringlich.
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Olmo freut sich auf Duell mit Deutschland: "Wird besonders"
Quelle: Perform
2.) Hier ist Spanien zu knacken
Ja, Spanien kommt einer perfekt geölten Maschine gleich, ja, Spanien ist in der aktuellen Form der absolute Top-Favorit auf den Titel.
Wenn ein Spieler (an diesem Abend beispielsweise Pedri) einmal nicht komplett zu begeistern weiß, kommt eben Dani Olmo von der Bank, der den Gegner dann vor ganz neue Probleme stellt und traumhaft zum Endstand trifft.
Luis de la Fuentes Spiel ist auf pure Dominanz ausgerichtet, Ruiz und Rodri dominierten im Mittelfeld-Zentrum bis dato nach Belieben. Weil sie aber auch gelassen wurden. In allen vier bislang absolvierten Partien ließen die jeweiligen Gegner den dreimaligen Europameister den Ball und lauerten auf Konter.
Auftaktgegner Kroatien machte es zwischenzeitlich vor, wie man das spanische Metronom aus dem Takt bringen kann: Der WM-Dritte von Katar schaltete bei Balleroberungen schnell um, besetzte die Halbräume im Angriff clever und kam zu zahlreichen aussichtsreichen Abschlüssen.
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Spanien lag gegen Georgien 0:1 hinten
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Allerdings brachte das Team um Real-Star Luka Modric den Ball trotz bester Chancen nicht im Tor unter (16:11 Torschüsse für Kroatien und ein Expected-Goals-Wert von 2,38).
Georgien war nominell schlicht zu schwach besetzt, um Spaniens Hintermannschaft vor größere Probleme zu stellen. Auffällig war dennoch, dass bei den wenigen Vorstößen besonders die Innenverteidiger – namentlich Aymeric Laporte und Eigentorschütze Le Normand – nicht immer sattelfest wirkten.
Deutschland ist dieser Tage deutlich stärker einzuschätzen als Spaniens bisherige Kontrahenten, Halbraum-Spezialisten wie Jamal Musiala oder Florian Wirtz könnten die Nutznießer der wenigen Lücken sein.
3.) Georgiens Märchen endet
Georgiens Nationaltrainer Willy Sagnol fand nach dem Spiel bei "Magenta" klare Worte. Spanien sei "eine Nummer zu groß" für seine Jungs gewesen, denen "etwas Benzin im Tank" gefehlt habe.
Am Ende überwog allerdings das Positive. "Wir werden noch sehr lange stolz darauf sein, was wir hier erreicht haben", schob der ehemalige französische Nationalspieler nach. Auch Kapitän Guram Kashia verwies auf die erfreuliche Leistung und den ersten K.o-Runden-Einzug der georgischen Geschichte.
"Wir sind sehr stolz. Wir kamen als eine Mannschaft hierher, von der niemand jemand etwas erwartet hat. Wir haben den georgischen Fußball auf die europäische Landkarte gesetzt. Wir haben Freude in unser Land gebracht", sagte der 36-jährige Routinier. Er ergänzte: "Aber heute hatten wir vor allem in der zweiten Halbzeit keine Chance mehr
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Hielt, was zu halten war: Giorgi Mamardashvili
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Und das, obwohl Torhüter Giorgi Mamardashvili abermals zahlreiche Großchancen sehenswert vereitelte. Neun Paraden hatte der Keeper des FC Valencia nach 90 Minuten auf der Uhr, bei sämtlichen Gegentoren war er machtlos.
Mamardashvili steht längst auf den Wunschzetteln europäischer Schwergewichte. Auch der FC Bayern wurde mit dem 23-Jährigen in Verbindung gebracht. Dahingehende Gerüchte dementierte er laut "Sky" nach dem Spiel gegen Spanien: "Noch hat der FC Bayern den besten Torwart der Welt. Daher ist es aktuell nicht möglich. Ich würde nur dorthin, wenn ich spiele. Wenn ich nicht spiele, dann nicht."
Auch wenn es Mamardashvili nicht nach München ziehen sollte, ein anderer hochklassiger Abnehmer dürfte sich sicher finden lassen. Ebenso wie bei Khvicha Kvaratskhelia. Der Star der SSC Neapel, der in Anlehnung an Legende Diego Maradona liebevoll Kvaradona genannt wird, spielte sich bei der EM ins Schaufenster und hätte gegen Spanien beinahe aus 60 Metern das mutmaßliche Tor des Jahres erzielt. Sein Schuss verfehlte den Pfosten aber knapp (48.).
Zwei hochklassige Spieler waren letztlich gegen eine der besten Mannschaften der Welt zu wenig, um das EM-Märchen fortzuführen.
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Georgien-Coach Sagnol bedient: "Wir kapieren gar nichts mehr"
Quelle: MagentaTV
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