EM 2024: Julian Nagelsmann verzichtet bei Kader-Nominierung aller Voraussicht nach auf Mats Hummels und Leon Goretzka

Mats Hummels und Leon Goretzka sind die prominentesten EM-Streitfälle in der deutschen Nationalmannschaft. Der Dortmunder Abwehrchef führte seine Mannschaft jüngst überraschend ins Champions-League-Finale, der Bayern-Profi war in der Vergangenheit im DFB-Team gesetzt. Für beide gibt es im Hinblick auf die Heim-EM also genügend Argumente, nominiert werden sie höchstwahrscheinlich aber nicht.

Leon Goretzka (l.) und Mats Hummels

Fotocredit: Imago

Radio, Toaster und Salzstreuer in BVB-Design waren hübsch in Szene gesetzt, doch Niclas Füllkrug erstickte die Hoffnung auf eine überraschende EM-Nominierung von Mats Hummels mit seinem norddeutschen "Moin" im Keim.
Nicht der Weltmeister von 2014 wurde am Dienstag bei "1Live" und per Video aus Dortmund als nächster EM-Fahrer präsentiert, sondern der ohnehin gesetzte Stürmer.
Wenige Stunden später sickerte durch, was die meisten Experten ohnehin für unvermeidlich gehalten hatten: Die Heim-EM (14. Juni bis 14. Juli) wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ohne Hummels stattfinden.
Sein BVB-Nebenmann Nico Schlotterbeck, mit dessen Nominierung die EM-Schnitzeljagd von Julian Nagelsmann am Sonntagabend begonnen hatte, und Füllkrug dürften die einzigen Dortmunder Nationalspieler im DFB-Dress bei der Endrunde bleiben.

Pavlovic-Nominierung beschließt Goretzkas EM-Aus

Hummels teilt ein Schicksal mit Leon Goretzka. Spätestens, als dessen junger Münchner Mittelfeldkollege Aleksandar Pavlovic am Montag via "RTL" als EM-Fahrer ausgerufen wurde, schien klar: Goretzkas EURO-Traum ist geplatzt.
Passend dazu stellte der 29-Jährige ein Foto ins Netz, das ihn entspannt auf der heimischen Couch zeigt, wo er auch das Turnier verfolgen dürfte. Dazu schrieb Goretzka die Zeile: "Lach doch mal!"
So manchem Fan aber ist das Lachen vergangen, viele hätten Goretzka und mehr noch Hummels gerne bei der EM gesehen. Beide, hatte Nagelsmann zuletzt betont, seien "keine schlechten Charaktere".

DFB-Duo in der Defensive gesetzt - Hummels raus

Hummels spiele überdies "eine sehr gute Saison, und er ist auch ein sehr guter Innenverteidiger". Allerdings passen weder Hummels noch Goretzka in sein Anforderungsprofil.
Weil in der Innenverteidigung Chef Antonio Rüdiger und Jonathan Tah "gesetzt" seien, brauche er dahinter Spieler, "die diese Backup-Rolle ideal ausfüllen - und da sehe ich Mats nicht als ideale Besetzung", sagte Nagelsmann im März.
Mit dem Frankfurter Robin Koch oder Waldemar Anton aus Stuttgart habe er "andere dabei, die diese Rolle besser ausfüllen können als er". Koch wurde am Dienstag in das vorläufige EM-Aufgebot berufen, das Nagelsmann am Donnerstag (13:00 Uhr) in Berlin komplett bekannt geben wird.
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Mats Hummels

Fotocredit: Getty Images

Kein Platz für Goretzka im Mittelfeld

Der Bundestrainer sieht sich dabei vor einem Dilemma. "Es ist die Crux, dass man nicht immer sagt, wir müssen die besten Spieler finden, sondern die Spieler, die am besten passen für die Rolle." Deshalb fällt Hummels raus, obwohl er Dortmund ins Finale der Champions League führte.
Deshalb ist auch Goretzka kein Thema, weil im Mittelfeld Toni Kroos gesetzt ist und neben dem Rückkehrer ein "Arbeiter" wie Robert Andrich oder Pascal Groß abräumen soll.
Der 20-jährige Pavlovic kann dahinter lernen, ohne Ansprüche zu stellen, wie es ein 57-maliger Nationalspieler wie Goretzka bei seinem vierten Turnier hätte tun müssen.

Füllkrug reagiert euphorisch auf Nominierung

Füllkrug geht nach dem WM-Desaster in Katar in seine zweite Endrunde - und verspürt "Gänsehaut". Die EM im eigenen Land, "boah, das macht mich so stolz, das ist so krass", sagte er.
Überrascht war der Angreifer aber nicht von seiner Berufung. Mit Nagelsmann habe er "beim letzten Lehrgang schon lange unter vier Augen gesprochen", sagte er: "Wenn du nicht auf den Kopf gefallen bist, solltest du verstehen, dass er mit dir plant."
Oder eben nicht - siehe Hummels und Goretzka.
(SID)
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Quelle: Perform


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