Jens Lehmann über Torhüter-Streit vor der Heim-WM 2006: "Oliver Kahn wollte mich aus Team schmeißen"

Jens Lehmann hat vor der Heim-EM 2024 auf den Torwart-Streit mit Oliver Kahn im Vorfeld der Heim-WM 2006 zurückgeblickt. Die damalige Nummer eins ordnete im Interview mit der britischen Zeitung "Telegraph" ein: "Es war die letzte unterhaltsame Nebengeschichte im Fußball." Lehmann erklärte zudem, warum er glaubt, dass die DFB-Elf 2024 spätestens im Halbfinale ausscheiden wird.

Oliver Kahn (vorne links) und Jens Lehmann (hinten rechts) bei der WM 2006

Fotocredit: Getty Images

Der heute 54-Jährige sagte rückblickend über den damaligen Zoff mit seinem Konkurrenten Kahn, den er auf die Bank verdrängte: "Es war nervig für uns und die Mannschaftskollegen."  
In der heutigen Medienlandschaft wäre diese Geschichte laut ihm noch größer gemacht worden: "Wenn es zu dieser Zeit Netflix oder Amazon gegeben hätte, hätten sie die Story geliebt. In den anderthalb Jahren vor der Weltmeisterschaft ging das täglich so. Er hat das gesagt, er hat das gesagt, er hat das getan, das ist passiert. Wir haben diskutiert."
Lehmann erinnerte sich außerdem an eine hitzige Aussage über sein Verhältnis zu Oliver Kahn, die er zwei Jahre vor der WM 2006 in Deutschland tätigte: "Ich habe gesagt: ‘Ja, natürlich reden wir miteinander, aber wir sprechen nicht so viel miteinander, weil er eine 23-jährige Freundin hat und ich eine Familie. Also können wir uns nicht über so viele Sachen unterhalten."
picture

Jens Lehmann

Fotocredit: Getty Images

Die Presse habe ihn dafür dann "in Stücke gerissen" und ihm diese Worte moralisch vorgeworfen. Lehmann entschuldigte sich nun dafür, preschte dann aber erneut gegen Kahn vor: "Es tut mir leid, so war das nicht gemeint. Er (Kahn) wollte das ausnutzen, um mich aus dem Team zu schmeißen." 
Kahn befand sich damals in einer Beziehung mit der elf Jahre jüngeren TV-Moderatorin Verena Kerth und konterte seinerzeit: "Ich hatte es nie nötig, mich in meiner Karriere auf ein mittlerweile dermaßen niedriges Niveau herabzulassen. Das ist ja fast schon unglaublich. Er kann nicht damit umgehen, dass er die Nummer zwei ist. Er kann das nicht verkraften. Deswegen verlässt er jetzt wahrscheinlich den Boden des guten Geschmacks."
Danach brachte Manager Rudi Völler die beiden dazu, eine gemeinsame Pressekonferenz zu halten, um die Situation zu beruhigen. 

Lehmann: DFB-TEAM HÖCHSTENS IM HALBFINALE

Lehmann ging im Interview mit dem "Telegraph" zudem auf die Gegenwart der deutschen Nationalmannschaft ein und gab seine Prognose für die Heim-EM 2024 (14. Juni bis 14. Juli) ab: "Schwer zu sagen, weil sie fürchterliche Ergebnisse hatten. Sie haben sich mit einem Sieg gegen Frankreich und die Niederlande gerettet, aber diese Ergebnisse sollten wir nicht überbewerten."
Der 54-Jährige führte aus: "Plötzlich sind die Leute etwas erblindet, obwohl sich nicht viel geändert hat. Ich denke maximal an ein Halbfinale. Zwei Jahre später (nach dem enttäuschenden Abschneiden in Katar, d. Red.) wissen sie immer noch nicht, wie man verteidigt."
picture

Nagelsmann "nicht geschockt" wegen Neuer-Patzer

Quelle: Perform


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung