EM 2024: Toni Kroos greift im DFB-Team mit Opas Zustimmung wieder an: Ein Staatsmann fürs Heim-Turnier

Toni Kroos ist nach jahrelanger Absenz zurück bei der deutschen Nationalmannschaft. Auf seiner Comeback-Pressekonferenz wirkt der Superstar von Real Madrid sachlich, redefreudig, staatsmännisch - und beweist, dass Julian Nagelsmann den ersten großen Sieg schon vor der Europameisterschaft im eigenen Land eingetütet hat. Kroos muss niemandem mehr etwas beweisen. Höchstens seinem Opa ...

Kroos: Im DFB-Team "muss noch viel passieren"

Quelle: Perform

Uli Hoeneß und Toni Kroos lieferten sich in der Vergangenheit immer mal wieder verbale Scharmützel.
Noch im vergangenen Dezember deklarierte der Ehrenpräsident des FC Bayern ein mögliches Kroos-Comeback in der Nationalmannschaft nach fast drei Jahren als "Titanic-Signal". Kroos sei "ein überragender Fußballer, aber ich glaube nicht, dass er den deutschen Fußball retten kann", sagte er bei "ServusTV".
Vier Monate später soll Kroos tatsächlich dabei helfen, die metaphorische Titanic namens DFB-Team vor der Havarie zu retten - und Hoeneß ruderte prompt zurück. "Ich begrüße das schon, weil wir von den Persönlichkeiten gerade nicht so große Auswahl haben, da ist die Rückkehr eines sehr erfahrenen, sehr erfolgreichen Spielers eine gute Entscheidung", erklärte der 72-Jährige am Dienstag in München.
Kurz darauf hatten Hoeneß' Aussagen den Weg schon zum DFB-Campus nach Frankfurt gefunden, wo Rückkehrer Kroos den anwesenden Journalisten Rede und Antwort stehen sollte.

Kroos: "Habe meinen Frieden geschlossen"

"Ich mache meine Entscheidung nicht davon abhängig, wer sich wie äußert. Da müsste ich vorher eine große Umfrage machen", sagte der Mittelfeldmann, als er mit dem überraschenden Hoeneß-Lob konfrontiert wurde. Kroos weiter: "Natürlich ist es schöner, wenn es mehr Leute begrüßen als ablehnen. Aber ich hoffe, dass ich in diesem Fall Uli Hoeneß' Aussage bestätigen kann."
Eine nüchterne Reaktion. Grundsätzlich erweckte Kroos einen sehr sachlichen, gar staatsmännischen Eindruck. Seine Entscheidung, in die Nationalmannschaft zurückzukehren, habe rein sportliche Gründe und sei das Resultat eines langen Abwägungsprozesses gewesen, verriet er. Beweisen müsse er indes niemandem mehr etwas.
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Toni Kroos

Fotocredit: Getty Images

"Ich habe meinen Frieden geschlossen, da muss sich niemand Sorgen machen", erklärte Kroos und schob nach: "Als der Bundestrainer sich gemeldet hat, ging es mir darum, ob ich der Mannschaft helfen kann - und ich habe das Gefühl, das kann ich." Freilich habe auch die Aussicht auf eine tragende Rolle bei der Heim-EM den Ausschlag gegeben, hätte Nagelsmann versucht, Kroos lediglich als namhafte Ergänzung zu reaktivieren, wäre die Zusage wohl nicht erfolgt.

Überzeugungsarbeit beim Opa: "Hat sein Deutschland-Trikot bestellt"

Überzeugungsarbeit musste Kroos indes in der Familie leisten, insbesondere beim Opa, der als wichtige Bezugsperson gilt. "Den musste ich überzeugen, ohne sein Okay wäre das nichts geworden", sagte Kroos mit einem Augenzwinkern.
Er ergänzte: "Er kannte meine Gedanken und hat gesagt, wenn er es entscheiden müsste, wäre ihm ein weiteres Jahr bei Real lieber. Mittlerweile ist er damit okay, er hat sein Deutschland-Trikot bestellt. Außerdem habe ich das andere (eine Verlängerung bei Real, d. Red.) auch nicht ausgeschlossen."
Hinsichtlich seiner Zukunft ließ sich Kroos weder mit Blick auf die Nationalmannschaft noch bezüglich Real in die Karten schauen. "Ich habe mir darüber gar nicht groß Gedanken gemacht, die Entscheidung ging ja Richtung Turnier", sagte er auf die Frage, ob ein Engagement im DFB-Team auch nach der EM infrage käme: "Ich habe ja nichtmal einen Vertrag für die nächste Saison. Das sollte ich erstmal klären." Aus dem kompletten Ruhestand, so Kroos, werde man ihn sicherlich nicht mehr herausholen.

Kroos prophezeit "zufriedenstellende Lösung"

Ob er noch ein Jahr bei den Blancos dranhängt, steht also noch in den Sternen - und das, obwohl es in den Gesprächen keineswegs hake. Kroos kündigte eine "zufriedenstellende Lösung" für ihn und seinen langjährigen Arbeitgeber an.
Zunächst einmal liegt der Fokus aber auf der Nationalmannschaft. Die kommenden Länderspiele gegen Frankreich (Sa., 21:00 Uhr im Liveticker) und die Niederlande (Di., 20:45 Uhr im Liveticker) dienen als Gradmesser für die Europameisterschaft.
Den ersten Sieg hat Bundestrainer Nagelsmann aber schon vorher eingefahren, indem er Kroos zu einer Rückkehr bewog. Mit seiner Aura, der quasi königlichen Erhabenheit, kann der Routinier dem wankenden Riesen wieder etwas mehr Ruhe verschaffen, dafür sorgen, dass auf der Titanic endlich keine Panik mehr herrscht.
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Rabiot: "Freundschaftsspiele gegen Deutschland gibt es nicht"

Quelle: Perform

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