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EM 2024: Ukraine vor Spiel gegen Slowakei stark unter Druck - Osteuropäer brauchen Sieg um Ausscheiden abzuwenden
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Publiziert 21/06/2024 um 12:45 GMT+2 Uhr
Zerbricht die Ukraine auf der großen EM-Bühne an der emotionalen Wucht? Trainer Sergiy Rebrov will vor dem zweiten Spiel nichts davon wissen. Sein Team kennt sich nicht zuletzt aufgrund des russischen Angriffskrieges mit Druck aus. Aber auch in den Playoffs für die Europameisterschaft stand die ukrainische Nationalmannschaft mit dem Rücken zur Wand und setzte sich durch - für das leidende Land.
Die Ukraine verlor ihr Auftaktspiel gegen Rumänien mit 0:3.
Fotocredit: Getty Images
Der Krieg fährt immer mit, darauf legt die Ukraine bei der EM großen Wert. Auch in Düsseldorf werden daher am Freitag die Trümmerteile einer von Russland zerstörten Tribüne aus dem ehemaligen EM-Ort Charkiw zu sehen sein.
Als Mahnmal, wie Verbandspräsident Andriy Shevchenko schon auf der ersten Station in München sagte. Die Mannschaft der Ukraine spiele in Deutschland immer auch für "Millionen von Soldaten".
Wenige Stunden nach Shevchenko Worten verlor die Ukraine unerwartet deutlich mit 0:3 gegen Rumänien. Heißt: Eine weitere Pleite gegen die Slowakei würde am Freitag (15:00 Uhr im Liveticker) wohl schon das Ende aller Träume bedeuten.
Viele Beobachter machen auch die emotionale Wucht, unter der die Elf von Trainer Sergiy Rebrov antritt, für die verkrampfte Leistung im ersten Spiel verantwortlich.
Matthäus: Geschehen in der Ukraine in den Köpfen
"Wir wissen, was in der Ukraine seit anderthalb Jahren passiert. Das kann man nicht aus den Köpfen streichen", sagte etwa Lothar Matthäus bei "MagentaTV".
Der deutsche Rekordnationalspieler ist mit dieser Ansicht nicht allein. Die Ukrainer seien vielleicht "von den Emotionen um das Thema Krieg überrannt" worden, sagte "RTL"-Experte Karl-Heinz Riedle.
Bei der Nationalhymne hatten die in blau-gelbe Fahnen gehüllten Spieler mit den Tränen gekämpft, sogar die 40.000 Fans der Rumänen stimmten laute "Ukraine"-Gesänge an. "Natürlich kriegt man das mit", so Riedle.
Nationaltrainer Rebrov will dieser Logik aber nicht folgen. "Wir spielen seit mehr als zwei Jahren mit diesem mentalen Druck. Trotzdem sind wir hier, und wir haben das verstanden. So ist der Fußball. Manchmal passiert so etwas", sagt er bestimmt.
Ukrainer widerstehen Druck in Playoffs
In der Tat: Auch in den Playoffs zur EM stand die Ukraine unter großem Druck, überstand aber sowohl das Halbfinale in Bosnien-Herzegowina (2:1) als auch das Alles-oder-Nichts-Spiel gegen Island (2:1) - sogar jeweils nach Rückstand.
Druck ist folglich immer da, bei der Endrunde aber ist die Bühne so groß wie nie zuvor. Das gilt erst recht am Freitag. Der Krieg soll dann nicht zum alles bestimmenden Thema werden, so sieht es die Mannschaft.
Die Situation in der Heimat sei eine "zusätzliche Motivation", sagt Defensivspieler Oleksandr Zinchenko vom FC Arsenal, für ein mögliches Achtelfinale einer EM gelte das aber ebenso. "Wir wollen unsere Landsleute stolz machen", sagt Zinchenko: "Uns aber natürlich auch."
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