Freiburg hadert, Frankfurt fast durch

Christian Streich sah nach de 0:2 des SC Freiburg beim FC Sevilla Rot. Dagegen herrschte bei Eintracht Frankfurt nach dem 3:0 bei Apoel Nikosia Euphorie pur. Streich schimpfte nach der Niederlage in Spanien besonders über Wiederholungs-Rotsünder Fallou Diagné. "Innerhalb von fünf Tagen zweimal die gleiche Szene und zweimal der gleiche Spieler der alles zertstört", echauffierte sich der 48-Jährige.

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Diagné war in Andalusien zum Sündenbock und damit in nicht einmal einer Woche zum Gesicht der Freiburger Sieglosigkeit geworden.
Denn dem 24-jährigen Senegalesen gelang das seltene Kunststück, binnen weniger Tage durch zwei Notbremsen jeweils Foulelfmeter verschuldet, sein Team in nominelle Unterzahl und somit den Freiburger Weg aus der sportlichen Krise erheblich behindert zu haben.
Streich, der in der Bundesliga mit dem Sport-Club nur Vorletzter ist, wirkte unversöhnlich. "Sehr sehr viele Spieler in unserer Mannschaft kämpfen Tag und Nacht darum, sich weiterzuentwicklen. Sie sind bereit, alles aus sich raus zu holen: physisch und psychisch. Es wäre sehr wünschenswert, wenn Fallou dies ganz schnell auch könnte", sagte der 48-Jährige. Erst am vergangenen Samstag hatte Diagné beim 0:5-Debakel bei Borussia Dortmund die Rote Karte gesehen.
Veh von Eintracht überrascht
Bei Eintracht Frankfurt indes herrschte nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel und der Tabellenführung in Gruppe F Euphorie pur. Selbst Veh war nach dem souveränen Auftritt gegen den Champions-League-Viertelfinalisten von 2011 ein wenig überrascht über die Abgezocktheit seiner ersatzgeschwächten Elf. "Die Mannschaft ist unerfahren, was den Europacup angeht. Aber sie ist aufgetreten, als ob sie schon jahrelang dabei ist", lobte der 52-Jährige, der unter anderem auf den verletzten Alexander Meier verzichten musste.
Auch den kurzfristigen Ausfall des formstarken Stefan Aigner, der beim Warmmachen Schmerzen im rechten Fuß verspürte, steckte der Tabellen-13. der Bundesliga problemlos weg. "Wir sind inzwischen in der Lage, so etwas zu kompensieren", sagte Marco Russ. Der Mittelfeldspieler kennt auch das Erfolgsrezept der Hessen: "Wir treten international ohne Furcht auf, denn wir haben ja nichts zu verlieren."
"Schönes Gefühl"
Bezeichnend, dass Aigner-Vertreter Srdjan Lakic den vorentscheidenden Treffer zum 2:0 (59.) beisteuerte. Den Schlusspunkt setzte der überragende Jung (66.), der auch an der Führung der Frankfurter maßgeblich beteiligt war. Eine Hereingabe des offensivstarken Außenverteidigers lenkte Nikosia-Kapitän Nektarios Alexandrou (27.) ins eigene Gehäuse. "Es spricht alles dafür, dass wir international überwintern. Das ist ein sehr schönes Gefühl", sagte Eintracht-Vorstandsboss Heribert Bruchhagen.
Für Freiburg und insbesondere Diagné indes hatte der Abend in Sevilla vielversprechend begonnen. Gegen dominante Spanier überzeugten die Breisgauer durch eine sehr konzentrierte Defensiv-Leistung, ließen kaum etwas zu und träumten schon vom wichtigen Punktgewinn.
Als Diagné in der 62. Minute der folgenschwere Fauxpas unterlief, Diego Perotti (63.) den fälligen Elfmeter verwandelte und Carlos Bacca (90.+1) den Schlusspunkt setzte, standen Streich und Co. mal wieder mit leeren Händen da. "Mit elf Mann hätten wir was holen können", sagte Torhüter Oliver Baumann ebenfalls sichtlich angefressen.
Vereinspräsident Fritz Keller fand die ganze Sache "superärgerlich" und U21-Nationalspieler Matthias Ginter betonte: "Immer zu zehnt, das ist einfach nicht möglich. Irgendwann fällst du da um."
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