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Europa League: TSG 1899 Hoffenheim nach Niederlage bei Sporting Braga gescheitert

"Nicht gut genug": Hoffenheim kassiert Europa-Knockout in Braga

23/11/2017 um 23:00Aktualisiert 23/11/2017 um 23:39

Die TSG Hoffenheim ist vorzeitig in der Gruppenphase der Europa League gescheitert. Die Auswahl von Trainer Julian Nagelsmann unterlag bei Sporting Braga mit 1:2 (0:1). Marcelo Goiano brachte die Portugiesen bereits nach 44 Sekunden in Führung, ehe Mark Uth der Ausgleich gelang (74.). Fransérgio machte mit einem Doppelschlag (81., 90+3) den Heimsieg und das Weiterkommen für Braga perfekt.

So lief das Spiel:

Gegen Sporting Braga feierte die Elf von Julian Nagelsmann im Hinspiel ihr Europa-League-Debüt. Nach 90 Minuten mussten sie sich den Portugiesen mehr als unglücklich geschlagen geben. Gut gespielt, nicht gepunktet. Kein Seltenheitsfaktor in dieser Saison im internationalen Geschäft bei der TSG. Im Rückspiel ging es für Hoffenheim gegen Braga um alles - den zweiten Platz der Gruppe C und das gleichzeitige Wahren der Chance aufs Weiterkommen. Rund 800 Fans begleiteten ihre Mannschaft nach Braga.

Nicht mit dabei aufseiten der TSG war hingegen Sandro Wagner. Der Stürmer fehlte aufgrund eines Magen-Darm-Virus. Zwar fehlte mit Wagner ein nomineller Stürmer, nach 44 Sekunden konnte man allerdings fast vermuten, dass Nagelsmann seine Defensive in der Heimat gelassen hat. Joao Carlos Teixeira setzte sich locker auf dem linken Flügel durch, brachte den Ball in die Mitte. Hoffenheim klärte nur unzureichend, brachte die Kugel genau vor die Füße von Goiano, der von der Strafraumkante flach abzog und den Ball im linken Toreck unterbrachte. Der Fehlstart war perfekt.

Hoffenheim brauchte Zeit, um sich von diesem frühen Schock zu erholen, konnte erst ab der 20. Minute eine Überlegenheit schaffen. Dennoch gab es viele bange Momente - Braga schaltete nach Ballgewinn schnell um und traf auf eine alles andere als sattelfeste TSG-Abwehr. Die schwache Chancenverwertung der Hausherren verhinderte eine höhere Führung. Auf der Gegenseite verpassten es die Gäste, sich in die Gefahrenzone zu spielen. Gegen tiefstehende Hausherren fand die TSG im ersten Durchgang selten ein Mittel.

In den zweiten 45 Minuten sah es diesbezüglich deutlich anders aus. In der 53. Minute hatten die Gäste die Riesenchance zur Führung. Einen Schuss von Kerem Demirbay wehrte Matheus Magalhäes zur Seite ab. Der eingewechselte Serge Gnabry hatte freie Schussbahn aus sechs Metern, knallte die Kugel aber rechts am Kasten vorbei. Es war der Startschuss einer ordentlichen Druckphase der TSG. Sechs Minuten später bediente Nadiem Amiri den ebenfalls eingewechselten Uth in der rechten Strafraumhälfte. Völlig freistehend scheiterte der Stürmer an Magalhäes.

In der 74. Minute brach der Bann endlich. Nach einer ganz starken Freistoßhereingabe von Demirbay aus dem linken Halbfeld brachte Uth den Ball aus fünf Metern im Tor unter. Der verdiente Ausgleich. In der Folge drückten die Gäste wie wild auf den Führungstreffer, fingen sich in der 81. Minute allerdings den erneuten Gegentreffer. Nach einem einfachen Flachpass von Ricardo Esgaio von der rechten Seite, schloss Fransérgio am ersten Pfosten erfolgreich ab. Den Schlusspunkt setzte erneut Fransérgio, der nach einem dicken Fehler der TSG aus 30 Metern ins leere Tor traf. Der Knockout für die TSG, die damit aus der Europa League ausscheidet.

Die Stimme:

Julian Nagelsmann (Trainer 1899 Hoffenheim): "Das frühe Gegentor war sehr ärgerlich. Das kann man ganz leicht verteidigen. Das sehr schnelle 0:1 spielt der ohne defensiv eingestellten Heim-Mannschaft natürlich in die Karten. Wir waren in der gesamten Saison der Europa League nicht gut genug, um uns ein Weiterkommen zu verdienen."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Knackpunkt Defensive

Gegen Braga ließ Hoffenheim einige hochkarätige Chancen liegen, hätte deutlich mehr aus den eigenen Möglichkeiten machen müssen. Dieser Negativfakt spiegelt aber nicht den TSG-Knackpunkt in dieser Europa-League-Saison wider. Nicht die Offensive lahmt von Spiel zu Spiel - vielmehr zeigt sich die Defensive des Bundesligisten alles andere als sattelfest.

Zu einfach bekommt die Nagelsmann-Elf Tore eingeschenkt - der 1:0-Führungstreffer für Braga war dabei nur ein Beispiel von vielen. In fünf Partien musste Hoffenheim neun Gegentreffer hinnehmen.

Die Statistik: 12

Kartenschlacht in Braga. Insgesamt zwölfmal musste Schiedsrichter André Marriner in seine Tasche greifen, um eine Karte zu ziehen. Vor allem in der Schlussviertelstunde regnete es Verwarnungen im Minutentakt. In der Nachspielzeit sah der eingewechselte Adam Szalai zudem die Rote karte, nachdem er seinen Gegenspieler mit dem Ellbogen im Gesicht traf. Kein schönes Ende.

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