Pál Dárdai nach Pleite von Hertha BSC sauer: "Man muss fragen, ob wir reif für Europa sind"

Hertha BSC schießt bei Zorya Luhansk zwar das erste Europa-League-Tor der Saison, verliert aber dennoch. Trainer Pál Dárdai äußert sich angefressen und stellt die Qualitätsfrage. Allmählich ist Krisenstimmung bei der Hertha angesagt - Dárdai muss wieder Argumente für sich sammeln, am besten schon am Sonntag in der Bundesliga beim SC Freiburg.

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Trainer Pál Dárdai stand mit versteinerter Miene am Spielfeldrand, seine Spieler sanken enttäuscht auf den den Rasen: Nach einer erneut harmlosen Vorstellung sorgte Bundesligist Hertha BSC in der Europa League mit dem 1:2 (0:1) beim ukrainischen Vertreter Sorja Lugansk für die nächste Blamage und steht nach drei sieglosen Spielen am Tabellenende der Gruppe J.
"Wenn du Letzter bist, dann hast du das verdient. Man muss fragen, ob wir reif genug für Europa sind", meinte Dárdai und sah schwere Zeiten auf sein Team zukommen:
Bei nur einem Punkt aus drei Spielen sind die Chancen aufs Weiterkommen für den Tabellen-13. der Fußball-Bundesliga fast schon minimal. Der Brasilianer Silas (42.) und Alexander Swatok (79.) trafen für die Gastgeber. Zwischenzeitlich hatte Davie Selke (57.) bei seinem Startelf-Debüt für die Berliner den Ausgleich erzielt.

Druck auf Dárdai wächst

Allmählich ist Krisenstimmung bei der Hertha angesagt. Nach dem 0:2 im Heimspiel gegen Schalke 04 sind die Berliner in der Liga nur noch unteres Mittelmaß, die Europa League ist bislang eine einzige Enttäuschung. Dárdai muss allmählich liefern, am besten schon am Sonntag in der Bundesliga beim SC Freiburg (15:30 Uhr).
Erstaunlich war, dass die Berliner in der Ukraine lange Zeit kämpferisch nicht mithalten konnten und trotz guter Ansätze am Ende verdient verloren. In der ersten Halbzeit gewannen die Gäste gerade mal 38 Prozent der Zweikämpfe.
Auch Dárdai war mit der Einstellung nicht zufrieden. "Wir lassen wieder die Chancen liegen, und dann wachsen dem Gegner Flügel. Wir haben ein unglückliches Gegentor bekommen, am Ende hat der Gegner aber verdient gewonnen", meinte der Ungar.

Siebter in der ukrainischen Liga - Hertha überlegen

Nach gutem Beginn wurde schnell deutlich, dass im Sturm die Durchschlagskraft fehlte. Auch Selke tat sich nach langer Verletzung schwer. Seine Auswechselung stand schon fest, ehe er zum Ausgleich traf. Für Selke kam Vedad Ibisevic, der erneut Gelb sah und im nächsten Spiel fehlt.
Lugansk, nur Siebter der ukrainischen Liga, erarbeitete sich mit starkem Zweikampfverhalten und ansehnlichem Direktspiel mehr und mehr Spielanteile. In der 39. Minute ließ der Brasilianer Iury Fabian Lustenberger am Fünf-Meter-Raum schlecht aussehen, spitzelte den Ball knapp am Pfosten vorbei.
Kurz darauf hieß es 1:0. Iurys Landsmann Silas wuchtete den Ball per Freistoß aus 20 Metern durch die Mauer ins Tor. Zwei Minuten später hatte Hertha Glück, dass es nach einer Attacke von Peter Pekarik gegen Maxim Lunow keinen Strafstoß für die Gastgeber gab.
In der Schlussphase wurden die Berliner wieder etwas stärker. Ibisevic vergab die Führung in der 76. Minute. Dárdai hatte in Salomon Kalou für Alexander Esswein einen weiteren Stürmer gebracht, doch große Vorteile konnten sich die Berliner nicht herausspielen.
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