Eintrach Frankfurt | Fans im Innenraum: Frankfurt bangt vor UEFA-Strafe
Eintracht Frankfurt schafft mit einem 2:0 über Benfica Lissabon im Viertelfinal-Rückspiel der Europa League die Wende und zieht nach dem 2:4 im Hinspiel noch ins Halbfinale ein. Die Fans der Eintracht verwandeln das Stadion abermals in ein Tollhaus - schießen nach dem Schlusspfiff allerdings übers Ziel hinaus, als hunderte Anhänger den Innenraum betreten. Dabei spielt die Eintracht auf Bewährung.
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Abpfiff in Frankfurt, der Jubel in der Eintracht-Kurve kennt keine Grenzen mehr. Alles drückt im Fanblock nach vorne, die Tore am unteren Rand öffnen sich. Sofort spült es zahlreiche Anhänger in den Innenraum, bis zur Digital-Werbebande. Weil hinten immer mehr Fans in den Innenraum nachdrücken, wird schließlich die Werbebande teilweise umgerissen.
Erst dann ebbt der Ansturm ab - kurz vor dem Rasen bremsen die Fans ab und blieben stehen. Nur ein einziger "Flitzer" musste auf dem Feld eingefangen werden.
Fredi Bobic hatte "kurz ein bisschen Angst"
Eine Szene, die nicht nur Sportvorstand Fredi Bobic Schweißperlen auf die Stirn trieb, denn: die Eintracht spielt nach zwei Fan-Vergehen in dieser Europa-League-Saison auf Bewährung.
"Natürlich hatte ich kurz ein bisschen Angst", sagte Bobic nach dem Spiel bei "RTL", verteidigte das Verhalten der Eintracht-Fans aber auch:
Eintracht Frankfurt spielte auf Bewährung
Nun kommt es auf den Bericht des Schiedsrichters und die Bewertung der Europäischen Fußball-Union (UEFA) an, ob bzw. wie die Eintracht für das Verhalten der Fans bestraft wird.
Denn eigentlich spielt Frankfurt seit der Gruppenphase auf Bewährung, hätte fürs Viertelfinal-Hinspiel bei Benfica (2:4) beinahe schon einen Auswärtsbann auferlegt bekommen.
Weil einige wenige unter den über 10.000 Frankfurtern im Achtelfinal-Rückspiel bei Inter Mailand (1:0) Pyrotechnik abgebrannt und eine Leuchtrakete in den gegnerischen Block geschossen hatten, musste sich der Pokalsieger am 28. März abermals bei der UEFA verantworten.
Die Eintracht hatte schon bei Inter auf Bewährung gespielt, weil Frankfurter Anhänger bereits beim Gruppenspiel bei Lazio Rom im Dezember mit ähnlichen Vergehen negativ aufgefallen waren. Die UEFA hatte den Klub damals mit einer Ausschlussstrafe für das nächste internationale Auswärtsspiel belegt.
Nach Inter "nur" Geldstrafe statt Auswärtsbann
Nach den Vorkommnissen von Mailand sah die Kontroll- und Disziplinarkommission der UEFA aber letztmals, wie es hieß, von dem Widerruf der Bewährung ab, brummte Frankfurt stattdessen "nur" eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro auf. Der Bewährungszeitraum wurde allerdings von zwei auf drei Jahre verlängert.
"Wir können uns glücklich schätzen, dass man uns noch diese letzte Chance gelassen hat", sagte Vorstandsmitglied Axel Hellmann nach dem UEFA-Entscheid:
Bobic hofft auf Straffreiheit
Nun aber liegt es wieder im Ermessen der UEFA, ob Frankfurt beim Halbfinal-Rückspiel beim FC Chelsea (9. Mai) Fans an die Stamford Bridge mitbringen darf, oder nicht.
"Das hoffe ich jetzt nicht", sagte Bobic am Abend über einen möglichen Auswärtsbann und argumentierte: "Ich habe auch keine Brennerei oder Pyro gesehen." Die gab es tatsächlich nur von Benfica-Fans.
Hellmann hatte im März bereits Gespräche mit der organisierten Eintracht-Fans angekündigt: "Wir werden nach Abschluss dieses Wettbewerbs – wann immer er für uns beendet sein sollte – intern gemeinsam mit der Fanszene diskutieren, wie es mit Blick auf zukünftige europäische Wettbewerbe weitergeht, um nicht wieder vor einem Zuschauerausschluss zu stehen."
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