Eintracht Frankfurt - Benfica Lissabon | Eintracht im Halbfinale

Eintracht Frankfurt steht nach 39 Jahren wieder in einem Europacup-Halbfinale. Im Viertelfinal-Rückspiel der Europa League siegte die Eintracht 2:0 (1:0) gegen Benfica Lissabon und machte so das 2:4 aus dem Hinspiel wett. Filip Kostić (36.) und Sebastian Rode trafen (67.) - Kostić stand beim 1:0 allerdings im Abseits. Frankfurt hatte 1979/80 den UEFA-Cup gewonnen. Im Halbfinale wartet nun Chelsea.

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So lief das Spiel:

Trotz der erneut atemberaubenden Fan-Choreografie und der 2:4-Hypothek aus dem Hinspiel startete die Eintracht kontrolliert in die Partie, die erste gute Chance ergab sich in der 7. Minute durch Filip Kostic: Der Serbe scheiterte mit einem Flachschuss aufs lange Eck an Schlussmann Odisseas Vlachodimos.
In der Folge blieb Frankfurt die dominierende Mannschaft, die ganz große Offensiv-Wucht konnten die Hessen allerdings nicht aufs Feld bringen. Benfica agierte deutlich defensiver als im Hinspiel, hielt die Räume eng und stand stabil. Frankfurt agierte zwar mit viel Zug zum Tor, schaffte aber kaum Wege in den gegnerischen Sechzehner.
Die Erlösung aus Sicht der Eintracht fiel in der 37. Minute: Nach einem Flachschuss von Mijat Gaćinović an den linken Pfosten staubte Filip Kostić zum 1:0 ab – allerdings stand Kostić im Abseits, der Treffer hätte nicht zählen dürfen. In der Europa League wird der VAR aber erst im Finale eingesetzt.
Entsprechend ungehalten reagierte die Gästebank auf den Gegentreffer, Trainer Bruno Lage musste sogar auf die Tribüne. Nach Hereingabe von Kostić setzte Luka Jović eine weitere Chance knapp über die Latte (43.). Von den Gästen kam offensiv dagegen im ersten Durchgang überraschend wenig.
Mit Beginn des zweiten Abschnitts stellte Benfica auf zwei Stürmer um und fand auf Anhieb besser in die Partie: João Félix, der insgesamt nicht an seinen Auftritt aus dem Hinspiel herankam, setzte sich links bis zur Grundlinie durch, sein Flachpass nach innen bugsierte Simon Falette beinahe ins eigene Tor.
Die Portugiesen standen nun höher und agierten giftiger, einen Kopfball von Haris Seferović konnte Kevin Trapp aber sicher entschärfen (52.). Aber auch Frankfurt kam zu Chancen, Gaćinović drehte einen Distanzschuss aus 20 Metern nur knapp am langen Pfosten vorbei (56.).
Nach rund einer Stunde bekamen die Hessen wieder besseren Zugriff auf die Partie und dämmten die offensiven Momente der Gäste größtenteils ein.
In der 67. Minute erhöhte Sebastian Rode auf 2:0: Der unermüdliche Rebić spielte mit dem Rücken zum Tor am Sechzehner Rode den Ball in die Füße, der die Kugel mit der Innenseite aus 18 Metern im Netz versenkte.
Benfica wechselte in der Schlussphase dreimal offensiv, die Angriffsbemühungen der Gäste kamen allerdings lange nicht in Schwung.
João Félix setzte nach Freistoß per Kopf die Kugel auf das Tornetz (78.), der eingewechselte Salvio traf in der 86. Minute nur den Außenpfosten.
Doch die Eintracht rettete mit viel Einsatz und Kampf das Ergebnis über die Zeit und löste damit das Ticket für das Halbfinale der Europa League.
Dort bekommt es die Eintracht dann mit dem FC Chelsea (1:0 und 4:3 gegen Slavia Prag) zu tun. Im anderen Halbfinale stehen sich der FC Arsenal und der FC Valencia gegenüber. Die Hinspiele finden am 2. Mai, die Rückspiele eine Woche später, am 9. Mai 2019, statt.

Die Stimmen:

Adi Hütter (Trainer Eintracht Frankfurt): "Wir haben einen fantastischen Europa-League-Abend erlebt, wir haben eine Mannschaft gesehen, die von Anfang an gezeigt hat, dass sie ins Halbfinale will. Das ist ein Erlebnis, das man lange nicht vergessen wird, ein ganz besonderer Tag für den Verein und auch für mich. Es macht mich wahnsinnig stolz, dieses Team zu trainieren. Beim 1:0 hatten wir das notwendige Glück auf unserer Seite, aber in der Summe ist dieser Sieg kein gestohlener Sieg. Benfica hat am Ende alle Offensivkräfte gebracht, wir haben aber weiter sehr gut verteidigt. Es war ein insgesamt perfekter Abend für uns."
Fredi Bobic (Sportvorstand Eintracht Frankfurt): "Es ist unfassbar, diese pure Freude von allen Seiten. Beim Treffer war es knappes Abseits – aber schön, dass es auch noch Fehler gibt. Man muss auch einfach Mal das Quäntchen Glück haben. Hier wird noch einiges passieren heute."
Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt): "Die ganze Mannschaft hat es heute hervorragend gemacht. Es war nicht einfach, wir wollten von Anfang Gas geben, durften es aber auch nicht übertreiben. Die Fans haben und unglaublich gepusht. Wir wollten diese Stimmung aufsaugen und auch etwas zurückgeben. Jetzt sind wir alle heilfroh."
Gonçalo Paciência (Eintracht Frankfurt): "Ein Halbfinale zu erreichen, ist immer fantastisch, besonders mit diesem Verein. Wir spielen dieses Jahr eine tolle Saison. Die Fans, die Atmosphäre, alles ist fantastisch. Das ist eines der Spiele, an das wir uns für immer erinnern werden."

Das fiel auf: Die Stimmung

Internationale Spiele von Eintracht Frankfurt in der heimischen Arena waren in dieser Saison bislang immer ein Ereignis. Doch in der Partie gegen Benfica Lissabon setzte der Anhang noch einmal einen drauf: Schon lange vor Anpfiff erreichte das Stadionrund eine Geräuschkulisse, die andere Spielstätten nicht einmal während laufender Spiele erreichen.
Mit Anpfiff setzte sich dann eine 90-minütige Dauerbeschallung des Eintracht-Anhangs fort, fast das gesamte Stadion verfolgte die Partie im Stehen. Ein beeindruckender Hexenkessel, der in Sachen Leidenschaft den Akteuren auf dem Feld in nichts nachstand. Und ein gutes Gespür bewies: Immer wenn die Eintracht etwas in Wanken geriet, fiel der Support von den Rängen umso lauter. Die Eintracht begeistert Europa – auf und neben dem Spielfeld.

Der Tweet zum Spiel:

Der Führungstreffer durch die "Eintracht-Brille":

Die Statistik: 2

Die Eintracht zieht zum zweiten Mal in ihrer Vereinsgeschichte ins Halbfinale der Europa League beziehungsweise des Vorgängerwettbewerbs Uefa-Cup ein. Beim ersten Einzug 1979/80 gewann Frankfurt am Ende auch den Wettbewerb.
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