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Eintracht Frankfurt feiert späten Sieg gegen Olympique Marseille
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Publiziert 20/09/2018 um 20:52 GMT+2 Uhr
Pokalsieger Eintracht Frankfurt hat in der Europa League einen Auftakt nach Maß erwischt. Im Geisterspiel bei Vorjahresfinalist Olympique Marseille siegten die Hessen in Unterzahl mit 2:1 (0:1). Luka Jovic (89.) erzielte den späten Siegtreffer, nachdem Lucas Torro (53.) die Führung von Marseilles Lucas Ocampos (3.) ausgeglichen und Jetro Willems (59.) kurz danach Gelb-Rot gesehen hatte.
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So lief das Spiel:
Die Eintracht erwischte den denkbar schlechtesten Start. Bereits nach drei Minuten zappelte die Kugel im eigenen Netz, vorausgegangen war ein Tempovorstoß über rechts, eine Vorlage von Florian Thauvin und ein gekonnter Abschluss aus kurzer Distanz von Lucas Ocampos. Das Team von Adi Hütter erholte sich jedoch schnell und kam seinerseits eine Minute später durch Danny da Costa zur großen Ausgleichschance.
Es entwickelte sich eine wuselige, intensive Partie mit vielen Mittelfeldszenen. Glück hatte die Eintracht nach fahrlässigem Rückpass von Lucas Torró, doch Valère Germain blieb an Kevin Trapp hängen (29.). Insgesamt agierte Frankfurt aber mutig, stand hoch auf und zeigte gute Präsenz in der gegnerischen Hälfte. Insbesondere da Costa kurbelte das Spiel über die rechte Seite an.
Gegen Ende der 1. Halbzeit drehten die Gastgeber hingegen noch einmal auf. Dimitri Payet und Thauvin stellten die teilweise unkonzentrierte Defensive der Eintracht immer wieder vor Probleme, ein zweiter Treffer fiel jedoch nicht mehr.
Den besseren Start in die 2. Hälfte erwischte Frankfurt und belohnte sich mit dem Ausgleich. Nach einer Ecke von Jonathan de Guzman lief sich Torro frei und köpfte die Kugel zum 1:1 in die Maschen (52.). Der Treffer zeigte vor allem bei den Franzosen Wirkung, Marseille agierte wieder deutlich präsenter. Die Eintracht schwächte sich in der Folge zudem selber, Willems bekam nach Foul an Payet die zweite Gelbe Karte – Platzverweis (59.).
Marseille erhöhte den Druck, Thauvin vergab zweimal in aussichtsreicher Position (71./ 77.). Dazwischen ergab sich für Frankfurt in Unterzahl durch Müller sogar die große Chance zur Führung, seinen Flachschuss nach Konter lenkte Schlussmann Yohann Pelé jedoch zur Ecke (73.). Die Franzosen dominierten, spielten es bis zum Sechzehner ordentlich, erzeugten aber kaum Torgefahr.
Stattdessen fiel der Siegtreffer auf der Gegenseite. Ein folgenschwerer Fehlpass von Marseille aus dem eigenen Sechzehner leitete den Angriff der Frankfurter ein, Filip Kostic bediente im Zentrum den eingewechselten Luka Jovic, der die Kugel unter die Latte hämmerte (89.). Die Schlussminuten überstand Frankfurt mit kompakter Defensive und klugen Entlastungsaktionen. Ein unerwarteter, aber nicht ganz unverdienter Erfolg.
Die Stimmen zum Spiel:
Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt): "Das wir das Spiel gewinnen ist unfassbar. Das zeigt den Charakter der Mannschaft."
Danny Da Costa (Eintracht Frankfurt): "Das ist das, was uns durch die Saison tragen soll! Es war richtig unheimlich - schon beim Einlaufen. Nochmal muss ich das nicht erleben."
Adi Hütter (Trainer Eintracht Frankfurt): "Die Mannschaft hat sehr viel von dem umgesetzt, was wir besprochen haben. Nach einem unglücklichen Start hat sie sich zurück gefightet und sich diesen Last-Minute-Sieg erarbeitet. Es ist sehr wichtig, dass wir heute drei Punkte geholt haben. Wir haben uns selber belohnt für unsere Arbeit. Ich sehe, dass wir auf einem guten Weg sind und eine Mannschaft, die leidenschaftlich kämpft und die taktischen Vorgaben umsetzt."
Das fiel auf: Keine Zuschauer
Eine gewöhnungsbedürftige Kulisse bot an diesem Abend das Vélodrome in Marseille. Die Rufe der Trainer hallten durch die Arena, jedes Geräusch auf dem Platz war hörbar. Wo ansonsten stimmungsvolle Anhänger für einen atmosphärischen Lärmpegel sorgen, war an diesem Abend nur Stille zu vernehmen. Die 67.394 Plätze in der Arena blieben leer. Bilder wie bei einem Trainingsspiel. Die Uefa hatte Marseille aufgrund wiederholter Fan-Ausschreitungen sanktioniert, neben einer Geldstrafe musste der Verein sein erstes Heimspiel der Europa League unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Zum Leidtragen der Eintracht-Fans, die bei der erfolgreichen Rückkehr ihre Mannschaft auf die internationale Bühne außen vor blieben. „Wir hätten 10.000 Anhänger mitgebracht“, war sich Torhüter Kevin Trapp im Vorfeld sicher. Dürften die Hessen aber nicht.
Der Tweet zum Spiel:
Keine gute Serie: In der Bundesliga ist Jetro Willems derzeit gesperrt, durfte in der Europa League allerdings wieder ran – und holte sich gleich den nächsten Platzverweis.
Die Statistik: 1666
Die Sehnsucht der Eintracht nach Europapokalabenden war groß. Beim letzten Auftritt in der Europa League in der Saison 2013/14 begeisterten die Hessen mit stimmungsvollen Auftritten, scheiterten in der Zwischenrunde jedoch an den FC Porto. Nach über vier Jahren, exakt nach 1666 Tagen, feierte Frankfurt nun seine erfolgreiche Rückkehr auf die europäische Bühne.
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