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Drama! Frankfurt verliert Elfer-Krimi gegen Chelsea

Drama! Frankfurt verliert Elfer-Krimi gegen Chelsea
Von Patrick Blank / SID

09/05/2019 um 22:41Aktualisiert 10/05/2019 um 01:51

Eintracht Frankfurt hat das Europa-League-Finale mit 3:4 nach Elfmeterschießen gegen den FC Chelsea verpasst. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es durch Tore von Ruben Loftus-Cheek (28. Minute) und Luka Jovic (49.) jeweils 1:1 (1:1, 1:0) gestanden - auch das Hinspiel hatte mit diesem Ergebnis geendet. Dann wurden Martin Hinteregger und Gonçalo Paciência zu tragischen Figuren.

So lief das Spiel:

In der Woche der Europapokal-Wunder hatte Eintracht Frankfurt selbst die Chance, etwas zur Geschichte beizutragen. Chelsea war im Halbfinal-Rückspiel der Europa League von Beginn an dominant, doch die erste gute Gelegenheit gehörte den Hessen: Kepa Arrizabalaga parierte einen Volleyschuss von Danny da Costa glänzend (14.).

In der Folge wurde der Druck der Hausherren im größer. Eintracht-Schlussmann Kevin Trapp parierte noch stark gegen einen Abschluss von Olivier Giroud (23.), kurze Zeit später klärte Makoto Hasebe einen Willian-Freistoß auf der Linie (24.).

Wieder ein paar Minuten später war es dann aber soweit: Ruben Loftus-Cheek ließ Trapp mit seinem Schlenzer in die lange Ecke keine Chance (28.). Chelsea war bis zur Halbzeit weiterhin das dominante Team, hatte aber keine weiteren klaren Chancen, um die Führung auszubauen.

Chelsea - Frankfurt

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Nach dem Seitenwechsel war die Eintracht direkt zur Stelle und konnte durch Luka Jovic den Ausgleich erzielen (49.). Die Hessen blieben dran und waren viel aktiver als noch im ersten Durchgang. Mjat Gacinovic scheiterte wie da Costa im ersten Durchgang per Volleyschuss an Kepa (59.).

Chelsea hatte seine beste Chance nach der Pause erst in der 78. Minute durch den eingewechselten Davide Zappacosta - Keeper Trapp ließ sich vom Aufsetzer jedoch nicht überraschen. In der Schlussphase hatten die "Blues" dann Glück, dass Kapitän César Azpilicueta nach rüdem Einsteigen gegen Gacinovic (80.) und wenig später nach einem Handspiel noch mitspielen durfte (90.+5).

In der Verlängerung hatte Frankfurt beste Chancen, das Spiel zu entscheiden: Nach einem unglaublichen Sprint von Filip Kostic über die linke Außenbahn konnte Luiz den Abschluss des eingewechselten Sébastien Haller noch kurz vor der Linie klären (100.).

Nur wenig später hatte der Stürmer, der nach langwieriger Verletzungspause sein Comeback gab, erneut Pech: Diesmal klärte Zappacosta einen Kopfball noch knapp vor der Linie (105+2). Den besten Abschluss der Hausherren in der Verlängerungen hatte ebenfalls der Italiener, doch Trapp parierte erneut überragend (115.).

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Der Finalgegener des FC Arsenal musste also im Elfmeterschießen ermittelt werden: Nachdem Haller, Ross Barkley und Jovic verwandelt hatten, scheiterte Azpilicueta in Trapp. Vorteil Frankfurt. Auch der dritte Schütze der Eintracht, Jonathan de Guzman, traf und stellte auf 3:1.

Anschließend verkürzte Jorginho, ehe Martin Hinteregger und Gonçalo Paciência für die Eintracht vergaben. Die letzten beiden Chelsea-Schützen, Luiz und Eden Hazard, versenkten ihre Elfmeter souverän und brachten die Londoner ins Europa League Finale. Die tapfer kämpfenden Adler vom Main waren geschlagen.

Die Stimmen:

Adi Hütter (Trainer Eintracht Frankfurt): "Die Enttäuschung ist natürlich da, wenn man so knapp dran war, fast schon mit einem Bein im Finale. Es sind viele Tränen geflossen, wir sind sehr, sehr traurig. Trotzdem muss man stolz sein auf die Haltung, die wir schon in der ganzen Europa-League-Saison gezeigt haben. Riesenkompliment an meine Mannschaft."

Fredi Bobic (Sportvorstand Eintracht Frankfurt): "Um zu kapieren, was die Jungs heute abgerissen haben, braucht es schon eine Weile. Eine unglaubliche Willensleistung. Es war alles dabei, was den Fußball ausmacht. Wir sind natürlich traurig und enttäuscht. Wir hätten es verdient gehabt, da wir zwischenzeitlich die besseren Chancen hatten. Wir sind unglaublich stolz auf unsere Mannschaft."

Danny da Costa (Eintracht Frankfurt): "Mein Kopf ist gerade ziemlich leer, wenn man 120 Minuten alle reinhaut, so wie wir das heute gemacht haben. Elfmeterschießen ist immer ein wenig Lotterie, 50:50. Klar hätten wir mit unseren Fans gerne den Einzug ins Finale gefeiert, aber das Glück war gegen uns. Wir können trotzdem stolz auf uns sein, wir haben Chelsea 120 Minuten lang Paroli geboten."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Der unermüdliche Filip Kostic.

Kostic kam im Sommer vom Hamburger SV und absolvierte bisher 3.694 Minuten in 43 Pflichtspielen in dieser Saison für die SGE. Sein Motor stockte auch nicht in der 100. Spielminute nicht, doch sein Sprint und die perfekte Hereingabe auf Haller wurden leider nicht belohnt.

Die Statistik: 4

Mit Chelsea zog der vierte Club von der Insel in eines der europäischen Endspiele ein - das gab's noch nie.

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