Europa League - Bayer Leverkusen dreht Spiel gegen Larnaca

Bayer Leverkusen hat mit einem Sieg über AEK Larnaca drei wichtige Punkte in der Europa League eingefahren. Gegen die Zyprioten geriet Bayer durch Ivan Trickovski zunächst in Rückstand (25.). Kai Havertz hauchte der Werkself neues Leben ein (44.), ehe der eingewechselte Lucas Alario die Partie drehte (49./88.). Julian Brandt erzielte den 4:2-Endstand (90.+2). Raspas hatte auf 2:3 verkürzt (90.+1).

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So lief das Spiel:

Die ersten 45 Minuten waren ein Spiegelbild der bisherigen Leverkusener Spielzeit. In vielen Aktionen deutete Bayer das immense individuelle Potential an, machte dann aber mit unerklärlichen Aussetzern in der Defensive und schlampigen, teils pomadigen Ballverlusten in der Offensive das eigene Spiel wieder kaputt.
AEK Larnaca zeigte vom Anpfiff weg, dass die mit sechs Spaniern in der Startelf angetretenen Zyprioten keineswegs gekommen waren, um brav die Punkte abzuliefern – im Gegenteil.
Der Mazedonier Ivan Trickovski nutzte einen gemeinschaftlichen Patzer von Sven Bender und Alexander Dragovic, um aus zehn Metern problemlos zum nicht einmal unverdienten 0:1 einzuschießen (25.).
Leverkusen agierte planlos, durfte sich aber wieder einmal glücklich schätzen, Kai Havertz in den eigenen Reihen zu haben. Nachdem dem Youngster noch ein klarer Elfmeter verwehrt wurde (33.), war es erneut der 19-Jährige, der dem ängstlichen Spiel der Werkself durch das Ausgleichstor kurz vor der Pause (44.) neues Leben einhauchte. Der ansonsten schwache Karim Bellarabi hatte mit seiner besten Aktion den Treffer mit einem Pass vom linken Flügel vorbereitet (44.).
Zur zweiten Halbzeit brachte Heiko Herrlich Lucas Alario, der nur vier Minuten nach seiner Einwechslung seinen Torriecher zur Schau stellte und zum 2:1 traf. Allerdings traf der Argentinier aus hauchdünner Abseitsposition.
Was folgte, war weniger Fußball und mehr Härte, so dass insgesamt neun Gelbe Karten in einer hektischen Partie gezeigt wurden.
Kurz vor Schluss machte Alario mit dem 3:1 vermeintlich den Deckel drauf (88.), doch ein Stellungsfehler von Tin Jedvaj zu Beginn der Nachspielzeit brachte Larnaca noch einmal zurück. Dimitris Raspas verkürzte erneut (90.+1), ehe Julian Brandt endgültig die Partie entschied, in dem er zum 4:2 den Endstand markierte (90.+2).
Mit dem Sieg hat Bayer in der Europa League nach zwei Spielen nun sechs Punkte auf dem Konto und verschafft gleichzeitig Trainer Herrlich etwas Luft.

Die Stimmen zum Spiel:

Kevin Volland (Bayer Leverkusen): "Das war kein Selbstläufer, aber in unserer Situation ist jeder Sieg wichtig für den Kopf. Wir haben sechs Punkte, das ist im Moment das Wichtigste."
Heiko Herrlich (Trainer Bayer Leverkusen): "Wir freuen uns, dass wir im zweiten Spiel unseren zweiten Sieg eingefahren haben. Wir sind nach dem 0:1 ruhig geblieben, haben konzentriert weitergespielt. Wir sind kurz nach der Halbzeit belohnt worden. Wir hätten den Sack früher zumachen können. Wir freuen uns über sechs Punkte und tanken durch den Sieg Selbstvertrauen."
Iraola Sagarna (Trainer AEK Larnaka): "Ich bin mit meinen Spielern sehr zufrieden. Wir hatten einige sehr gute Szenen. Das 1:1 kurz vor der Pause war eine Schlüsselszene. Das 1:2 kurz nach Wiederanpfiff war regelwidrig und hätte nicht zählen dürfen. Wir waren nicht so weit von einem Punktgewinn entfernt."

Das fiel auf: Alle Last auf Havertz

Mit seinen gerade erst 19 Jahren ist Kai Havertz derzeit die einzige wirklich verlässliche Größe bei der Werkself. Auch gegen Larnaca lief fast jeder Angriff über den Shootingstar, der seine Mannschaft zudem mit dem zwischenzeitlichen Treffer zum 1:1 zurück in die Partie brachte. Auf Dauer braucht Havertz aber dringend Unterstützung von seinen erfahrenen Nebenleuten, um dem gewaltigen Druck nicht irgendwann zu erliegen.

Tweet zum Spiel:

Die zypriotischen Fans hatten offenbar Durst und über weite Strecken auch allen Grund, sich auf den mutigen Auftritt ihrer Truppe den ein oder anderen Gerstensaft zu genehmigen.

Die Statistik: 0/6

Larnaca lief in Leverkusen ohne einen einzigen zypriotischen Akteur auf. Dafür standen in der Startelf des baskischen Trainers Antonio Hidalgo aber gleich sechs Spanier.
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