Borussia Mönchengladbach rettet einen Punkt beim AS Rom

Borussia Mönchengladbach hat am 3. Spieltag der Europa League einen glücklichen Punkt beim AS Rom geholt. In der Nachspielzeit bekamen die "Fohlen" nach einem vermeintlichen Handspiel von Chris Smalling einen umstrittenen Elfmeter zugesprochen, den Lars Stindl zum 1:1 (1:0) verwandelte (90.+3). Nicolò Zaniolo hatte die Hausherren in der 32. Minute per Kopf in Führung gebracht.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

So lief das Spiel:

Der Tabellenführer der Bundesliga erwischte einen guten Start in der “Ewigen Stadt”. Nach einem Freistoß von Florian Neuhaus bugsierte Außenverteidiger Ramy Bensebaini den Ball aus vier Metern an den Querbalken (8.). Nur Augenblicke später versuchte sich Breel Embolo mit einem Schuss aus 20 Metern, verfehlte den Kasten von Pau López allerdings genauso wie kurz darauf wieder Neuhaus (9., 11.).
Auch in der Folge behielt die Borussia die Kontrolle über die Partie, auch wenn Patrick Herrmann (27.) und Neuhaus (28.) mit ihren Abschlüssen scheiterten.
Die Roma wurde in der Offensive nur selten gefährlich, umso überraschender fiel nach einer guten halben Stunde dann der Führungstreffer für die Hausherren. Nach einer Ecke von Jordan Veretout schraubte sich Nicolò Zaniolo im Fünfmeterraum hoch und köpfte den Ball mustergültig ins lange Eck ein. Yann Sommer im Tor von Borussia Mönchengladbach konnte nur noch tatenlos hinterherschauen (32.).
Anschließend brauchte Gladbach einige Minuten, um sich wieder zu fangen. Nach einer schwachen Ecke von Neuhaus liefen die Gäste in einen gefährlichen Konter an dessen Ende der ehemalige Wolfsburger Edin Džeko zum vermeintlichen 2:0 einschob – der Treffer zählte aufgrund einer Abseitsposition des Bosniers aber nicht (35.).
So ging es mit der knappen Führung für die Italiener in die Pause.
Im zweiten Durchgang sank das spielerische Niveau deutlich. Gegen kompakt verteidigende Italiener konnte sich die Borussia kaum Abschlüsse erspielen, Torchancen waren Mangelware. Zudem erschwerte der immer stärker werdende Regen in der italienischen Hauptstadt das Passspiel.
Marco Rose riskierte in der Folge mehr und wechselte eine Viertelstunde vor Schluss Lars Stindl und Lászlo Bénes ein. Der lange verletzte Kapitän hatte dann auch gleich eine Schusschance, bekam aber zu wenig Druck hinter den Ball und konnte Pau López nicht gefährden (79.).
In den Schlussminuten wurde es dann noch einmal richtig spannend. Zuerst verpasste der eingewechselte Alessandro Florenzi nach feiner Vorarbeit von Džeko die Entscheidung (90.), ehe Marcus Thuram einen Ball aus kurzer Distanz über den Kasten setzte (90.+1).
Doch damit nicht genug: In der vorletzten Minute kam Hektik auf. Bei einem Freistoß für die Gäste köpfte Jonas Hofmann den Ball aus kürzester Distanz ins Gesicht von Chris Smalling. Der schottische Schiedsrichter William Collum entschied auf Strafstoß – eine Fehlentscheidung (90.+3). Kapitän Stindl ließ sich die Gelegenheit jedoch nicht nehmen und verwandelte eiskalt ins linke untere Eck (90.+5).
Nach dem späten Ausgleich gegen Basaksehir am zweiten Spieltag der Europa League feierte Borussia Mönchengladbach also auch in Rom einen glücklichen Punkt und hält die Hoffnungen aufs Weiterkommen am Leben.

Der Tweet zum Spiel:

Die Stimmen zum Spiel:

Marco Rose (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Wenn ein Ausgleichstor spät fällt, dann ist das natürlich glücklich. Aber wenn man das ganze Spiel sieht, ist es nicht unverdient, denke ich. Es war eine Top-Anfangsphase, wir haben mutig Fußball gespielt, aber das Tor nicht gemacht. Dann kriegen wir einen Standard. Dann ist es, das habe ich den Jungs auch in der Pause gesagt, weniger geworden. Dabei liegen wir ja zurück, da muss es mehr werden. Am Ende freue ich mich auch für unseren unfassbaren Fans, dass wir noch einen Punkt geholt haben. Wenn man die Situation zum Elfmeter so sieht, dann muss ich sagen, ist es eher Kopf als Hand."
Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach): "Wir sind natürlich glücklich über das Last-Minute-Tor. Aber wir hatten auch vorher schon riesige Chancen. Da müssen wir auch früher schon einen machen, dann ist hier mehr drin. Wir wussten vor dem Spiel, dass wir unbedingt etwas mitnehmen müssen, jetzt haben wir den Punkt. Wir müssen weiter kämpfen."
Lars Stindl (Borussia Mönchengladbach): "Das haben wir uns hart erarbeitet. Wir sind gut reingekommen, kriegen dann in einer unglücklichen Phase das 1:0. Aber wir haben nie aufgesteckt. Hintenraus haben wir Glück und holen den Punkt."

Der Aufreger des Spiels: Elfmeterglück für Gladbach

Das Unverständnis war groß bei den Spielern des AS Rom – und das zurecht. In der dritten Minute der Nachspielzeit pfiff der schottische Schiedsrichter William Collum wegen eins vermeintlichen Handspiels von Chris Smalling einen Handelfmeter für die Borussia.
Jonas Hofmann hatte dem englischen Verteidiger der Roma den Ball aus kürzester Distanz ins Gesicht geköpft, der Unparteiische stand eigentlich gut und hatte klare Sicht, traf aber vielleicht auch aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen die falsche Entscheidung.
Der Pfiff dürfte zu neuen Diskussionen führen, denn der VAR, der in der Europa League im Gegensatz zur Champions League noch nicht eingeführt wurde, hätte die Fehlentscheidung in dieser Situation entlarven können.

Die Statistik: 7

Lars Stindl rettete seiner Mannschaft nicht nur den Punkt, er ist dank seines Treffers nun auch der erfolgreichste deutsche Torschütze in der Europa League.
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung