Mit einem 2:1-Vorsprung aus dem Hinspiel ging Eintracht Frankfurt in das Rückspiel gegen Betis Sevilla. Der Tabellenfünfte aus Spanien spielte bislang in La Liga und der Europa League stark auf und bot den Hessen von Beginn an einen harten Kampf.
Es dauerte gut eine Viertelstunde, ehe Frankfurt das erste Ausrufezeichen setzen konnte. Nach einem Konter bediente Djibril Sow mit einem tollen Steilpass Ansgar Knauff, der aber nur den Querbalken traf (15.). Ab diesem Moment gewannen die Hausherren die Kontrolle über das Spiel.
Auch wenn die Eintracht vor der Pause gewaltig den Druck auf Betis erhöhte, gelang es dem Team von Trainer Oliver Glasner nicht, zwingende Tormöglichkeiten zu kreieren und so ging es mit dem 0:0 in die Pause.
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VOR 2 STUNDEN
Der zweite Durchgang begann erneut mit einer guten Phase der Gäste aus Sevilla. Kurze Zeit später dann aber erneut das Aluminiumpech für Frankfurt. Der stark aufspielende Filip Kostić zirkelte einen Friestoß von Rechtsaußen aufs Tor, der am Fünfer aufsetzte und dann ans Lattenkreuz prallte (63.).
Auf der Gegenseite prüfte der eingewechselte Juanmi Frankfurts Kevin Trapp mit einem Kopfball, aber der Torhüter bewies seine Klasse und hielt seinen Kasten vorerst sauber (65.).
Für die Schlussphase brachte Betis dann seinen Joker Borja Iglesias im Angriff und der Spanier sollte für Furore sorgen. Als die Eintracht sich in der 90. Minute gedanklich bereits im Viertelfinale befand, patzte die sonst so starke Defensive auf der linken Außenbahn und ermöglichte eine unbedrängte Flanke von Nabil Fekir zur Mitte. Dort war eben jener Iglesias zur Stelle und schob zum 1:0 für Betis ein (90.), was Verlängerung bedeutete.
Während der Verlängerung belauerten sich beide Mannschaften, kein Team wollte einen Fehler riskieren. Die Hessen waren vor allem in der ersten Halbzeit sichtlich geschockt vom späten Treffer der Spanier. Betis investierte ebenfalls nicht mehr allzu viel ins Spiel, hätte aber durch Iglesias fast zum zweiten Streich ausgeholt.
Nach einem Solo von Juanmi und dessen Abschluss landete der abgefälschte Ball am langen Pfosten genau bei Iglesias. Doch dieses Mal war auch er im Pech, sein Kopfball prallte ebenso von der Latte zurück aufs Feld (110.).
Als das Elfmeterschießen bereits kurz bevorstand, gab Referee Michael Oliver in der 120. Minute nochmals einen Freistoß von Linksaußen für die Eintracht. Filip Kostić führte aus und seine Flanke fand den Kopf von Martin Hinteregger, der den Ball irgendwie vorbei an Keeper Rui Silva in die Maschen beförderte.
Ein wahrer Fußball-Thriller mit dem am Ende verdienten Weiterkommen für Eintracht Frankfurt.

Die Stimmen zum Spiel:

Oliver Glasner (Trainer Eintracht Frankfurt): "In der 119. Minute habe ich mir schon Gedanken über das Elfmeterschießen gemacht. Was danach passiert ist, war Wahnsinn, man hatte das Gefühl, das gesamte Stadion würde am liebsten auf dem Platz feiern! Wir hatten das Spiel zuvor eigentlich unter Kontrolle, aber am Ende haben uns dann etwas die Kräfte verlassen."
Manuel Pellegrini (Trainer Real Betis): "Natürlich ist das sehr emotional, wenn man in der letzten Minute der regulären Spielzeit selbst das Tor erzielt und dann im Gegenzug in der letzten Minute der Nachspiel das Tor kassier. Aber so ist Fußball eben und deswegen ist es der populärste Sport der Welt. Ich bin stolz auf die Mannschaft, wir haben das Weiterkommen nicht heute, sondern leider zuvor im Hinspiel vergeben."
Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt): "Die Europa League hat sich zu einer Spezialität für uns entwickelt. Das hat man auch heute wieder im Stadion gespürt. Die 25.000 Fans haben sich wie 50.000 angefühlt! Wir haben gezeigt, dass wir die großen Teams herausfordern können. In der Europa League sind wir diese Sasion noch ungeschlagen - warum sollten wir es also nicht auch bis ins Finale schaffen?"

Der Tweet zum Spiel:

Eintracht Frankfurt bejubelt den Last-Minute-Treffer, der den Hessen das Weiterkommen beschert! Irgendwo in der Mitte Torschütze Martin Hinteregger, der sich dem freudigen Ansturm seiner Teamkollegen kaum erwehren kann!

Das fiel auf: Filip Kostić

Filip Kostić war wie so oft Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Eintracht. Der Flügelspieler war an zahlreichen Offensivaktionen beteiligt, arbeitete aber auch sehr gut in der Defensive mit und schlug den entscheidenden Freistoß, der Hintereggers Kopfballtor ermöglichte.

Die Statistik: 12

Gerade einmal 12 Zentimeter beträgt die Breite der Querlatte eines Fußballtores. Doch am heutigen Abend verhinderte sie gleich dreimal einen sicher geglaubten Treffer!
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