FA Cup: FC Arsenal oder Aston Villa? England im Final-Fieber

Prinz William steht womöglich vor einem Dilemma am Samstagabend. Der Präsident des englischen Fußballverbandes FA ehrt nach dem FA-Cup-Finale zwischen dem FC Arsenal und Aston Villa den Sieger - dabei ist der 32-Jährige glühender Aston-Villa-Anhänger. Verfolgen Sie das Endspiel am Samstag, 18:00 Uhr LIVE bei Eurosport.

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"Ich mache mir deshalb natürlich große Sorgen. Ich übergebe den Pokal, also wird es entweder ein sehr guter Tag oder – aagh – ein schlechter", sagte William der BBC in einem Interview mit Gary Lineker. Außerdem verriet er noch, dass er versuche, seine Kinder George und Charlotte zu Villa-Fans zu erziehen.
Und wenn es am Samstag (18:30 Uhr live bei Eurosport) nicht klappt mit dem achten FA-Cup-Titel für The Villans aus Birmingham (den letzten gewannen sie 1957!), dann jubeln andere in der königlichen Familie: Prinz Harry und die Queen, die beide als "Gooners" (Gunners-Fans) gelten.
Und es ist weitaus wahrscheinlicher, dass sie am Ende die Fäuste ballen – und William als leidgeprüfter Villa-Anhänger mal wieder not amused ist. Die Kanoniere von Trainer Arsène Wenger beendeten die Premier-League-Saison als Dritter auf dem direkten Champions-League-Platz, Aston Villa dagegen als Tabellensiebzehnter nur einen Rang über den Abstiegsplätzen. In der Liga gewannen die Nord-Londoner beide Duelle in dieser Spielzeit (3:0 und 5:0). Allerdings war damals noch nicht Tim Sherwood Trainer im Villa Park, der dem Team mit den weinrot-himmelblauen Traditionstrikots (claret and blue) einen attraktiveren Fußball beigebracht hat. Nun muss man aber gleich einschränken: Auch unter dem ehemaligen Tottenham-Interimstrainer verlor Villa die letzten beiden Saisonspiele mit 1:6 gegen den FC Southampton und 0:1 gegen den bereits abgestiegenen FC Burnley.
Gunners in der Favoritenrolle
Also: Der FC Arsenal ist klarer Favorit. Wie aber ist die Spielzeit 2014/15 das Team der beiden deutschen Weltmeister Per Mertesacker und Mesut Özil final einzuordnen? "Wenn Arsenal den Cup verteidigt, war das eine Top-Saison, da gibt es keine zwei Meinungen", sagt Christian Mader, Autor des Buches "111 Gründe, Arsenal zu lieben".
Der 33-jährige Dortmunder erklärt, man hätte dann bestätigt, dass man wieder Titel gewinnen könne. Außerdem habe man in dieser Saison endlich mal wieder gegen "die Großen" sogar auswärts gewonnen (bei Manchester City und Manchester United). Der dritte Rang in der Liga verbunden mit dem direkten Königklassen-Platz sei auch aller Ehren wert, "wenn man bedenkt, dass Chelsea eine makellose Saison gespielt hat". Und immerhin habe man auch Louis van Gaals Manchester United, den wohl teuersten Premier-League-Kader aller Zeiten, hinter sich gelassen. Mader, auch bekannt als GermanGunners-Blogger, sagt als Saisonfazit sogar: "Auch wenn sie den FA-Cup nicht verteidigen, haben sie einen Schritt nach vorne gemacht – auch wenn es ein kleinerer ist." Er meint auch: "An Wenger dürfte nicht zu rütteln sein."
Der Arsenal-Hardcore-Fan verweist auf den noch besseren und noch breiteren Gunners-Kader als beim langersehnten Titelgewinn im Vorjahr und hebt vor allem den Chilenen Alexis Sanchez hervor, "einen Weltklassemann, der in den entscheidenden Situationen den Unterschied machen kann", und Özil, "den deutschen Zauberer, der nach seiner Knieverletzung jetzt wieder in einer Super-Verfassung ist". Man denke nur an seine zwei Torvorlagen am letzten Ligaspieltag gegen West Brom (4:1).
Benzema ein Mann für Wenger
Nach Meinung des Buchautors - und so ist es auch Tenor im Arsenal-Umfeld - sollten sich die Nord-Londoner noch auf drei Positionen verstärken, um endgültig wieder ein Meisterschaftsanwärter zu sein: Im Tor (am besten mit Petr Cech vom FC Chelsea, der ohnehin gern in London bliebe), auf der Sechs (am heißesten gehandelt wird Southamptons Franzose Morgan Schneiderlein) und im Sturm (idealerweise mit Karim Benzema von Real Madrid).
In der Aufstellung gegen Aston Villa scheint es noch zwei große Fragezeichen zu geben: 1. Wer steht im Tor? Der Kolumbianer David Ospina oder Wojciech Szczesny? 2. Wer stürmt von Anfang an, Olivier Giroud oder Theo Walcott?
Zur Torwartfrage: Eigentlich ist der Pole SZE (wie er wegen seines komplizierten Nachnamens der Einfachheit halber genannt wird) Wengers FA-Cup-Keeper in dieser Saison, und Ospina war zuletzt sein Mann für die Liga. Doch dass der Franzose gegen West Brom, der Generalprobe für das Finale in Wembley, auch auf Ospina setzte, könnte auf einen Wechsel hindeuten. Oder bleibt der Prinzipienreiter Wenger sich doch treu und setzt auf SZE als Cup-Keeper? Fest steht: Mit dem 25 Jahre alten Kindskopf als Stammkeeper hat Wenger die Geduld verloren. Nicht zuletzt wegen dessen Disziplinlosigkeiten wie der Zigarette in der Dusche.
Zur Sturmfrage: Der endlich mal wieder richtig fitte Theo Walcott erzielte gegen West Brom einen Hattrick. Der englische Nationalstürmer könnte mit seiner Dynamik die sicherlich defensive Ausrichtung Aston Villas aufhebeln und hat im Moment mehr Abschlussglück als Stammangreifer Olivier Giroud. Andererseits arbeitet der Franzose enorm nach hinten und könnte dabei ein besonderer Störfaktor für Christian Benteke werden, das große belgische Gefahrenelement Villas. Tendenz: Giroud beginnt und Sprint-Stürmer Walcott wird Mitte der zweiten Halbzeit als Edeljoker eingewechselt.
Auf der Arsenal-Homepage steht ein langer Fan-Leitfaden für das große Finale - mit Infos unter anderem darüber, dass Arsenal in Blau und Gelb aufläuft und die Anhänger doch bitte ihre Stadion-Hälfte in diesen Farben einfärben sollten ("Turn Wembley Stadium Yellow and Blue!"), dafür verteilt Arsenal extra umsonst gelb-blaue Schals.
Vereinsmitglieder, die kein Ticket ergattert haben, können das Spiel live auf "giant screens" im Emirates Stadium verfolgen. Und der stets super gut organisierte und stets super professionelle FC Arsenal wäre nicht der FC Arsenal, wenn er nicht auch die "Possible Parade" für die Cup-Sieger schon organisiert hätte - und zwar minutiös. Sie würde am Sonntag um 11:00 Uhr (englischer Zeit) am Emirates Stadion beginnen, dann ginge es im offenen Bus zum Rathaus in Islington und um 14:00 Uhr will man zurück am Stadion sein, wo sich die Spieler dann noch auf einem Podium über dem Armoury Store, dem größten Fanshop des Clubs, zeigen wollen. Nun müssen die Gunners am Samstag nur noch gewinnen!
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