Taktikcheck: Zwei Trainerstars auf der Suche

Mit Manchester United und dem FC Arsenal streiten sich am Montag (ab 20:30 Uhr LIVE im TV auf Eurosport und im Liveticker bei eurosport.yahoo.de) zwei Teams um den Einzug in das Halbfinale des so traditionsreichen FA Cups, die sich im Umbruch befinden. Im Fokus stehen dabei vor allem Louis van Gaal und Arsène Wenger. eurosport.yahoo.de erklärt die taktischen Marschrouten der beiden Trainerstars.

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Fotocredit: Eurosport

Sechser, Achter, Zehner, hängende Spitze, Mittelstürmer: Wayne Rooney wandert bei Manchester United munter über die vertikale Achse in Louis van Gaals Systemen. Der Niederländer, der seit Sommer bei den "Red Devils" im Amt ist, überraschte in der laufenden Saison mit vielen Wechseln im taktischen und personellen Bereich.
Bunter System-Mix bei United
Im Moment sieht es so aus, als dürfte Englands Ausnahmespieler Rooney im FA-Cup-Viertelfinale gegen den FC Arsenal (Montag, 20:30 Uhr LIVE und EXKLUSIV auf Eurosport) in der von ihm bevorzugten Sturmmitte ran. Doch bei van Gaal weiß man nie, denn der egozentrische Trainer ist bekannt dafür, eigene Wege zu gehen.
So wechselte der ehemalige Bayerncoach in dieser Saison gleich mehrfach die Systeme – und die gesamte strategische Ausrichtung. Von einem defensiven, auf Konter ausgerichteten 5-3-2 über ein sehr auf das Flügelspiel fokussiertes 3-4-3 bis hin zu einem dominanten 4-3-1-2 testete van Gaal seinen Kader auf Herz und Nieren.
Flexibel – mit viel Luft nach oben
Während einige Spieler den für sie ungewohnten Rollen zu Beginn der Saison noch sichtliche Anpassungsprobleme zeigten, hat sich United mittlerweile stabilisiert. Van Gaal hat sein Team taktisch in der Breite enorm verbessert.
Die Übergänge zwischen den Systemen sind auch während des Spiels problemlos möglich – flexible Spieler wie Rooney oder die Neuzugänge Angel di Maria und Daley Blind sind die Basis hierfür. Die immer wieder auftretenden Probleme gegen tiefstehende Gegner zeigen jedoch, dass das taktische Repertoire der "Red Devils" in der Breite schon sehr gut, in der Spitze aber noch ausbaufähig ist.
Arsenal entdeckt das Kontern
Mit dem FC Arsenal empfängt United jedoch nun einen Gegner, der sich nicht nur auf das Verteidigen konzentriert. Die "Gunners" pflegen den seit Jahren charakteristischen Ballbesitzstil. Diesen hat Arsène Wenger jedoch etwas modifiziert: In London wird jetzt auch gekontert.
Wenger hat seinem Team dafür ein 4-1-4-1 verordnet, in dem der Gegner in manchen Phasen des Spiels erst in der eigenen Hälfte empfangen wird. Während der körperlich starke Stoßstürmer Olivier Giroud nach Ballgewinnen als erste Anspielstation dient und das Spielgerät mit dem Rücken zum Tor abschirmt, sprinten schnelle Akteure wie Danny Welbeck oder Alexis Sanchez über die Halbräume und die Flügel in die Spitze.
Das Problem im Zentrum
Über weite Strecken der Spiele bleibt Arsenal jedoch ein auf Kurzpässe fokussiertes Team, das jedoch regelmäßig Schwächen zeigt. Zu oft fehlt den "Gunners" die letzte Torgefahr – was vor allem am unterbesetzten Zehnerraum liegt.
Im 4-1-4-1 bietet Wenger in der Regel einen sehr defensiv eingestellten Akteur wie Francis Coquelin direkt vor der Abwehr auf. Weil mit Mikel Arteta der dominanteste Aufbauspieler der Londoner Sechser verletzungsbedingt fehlt, müssen die offensiveren Mittelfeldspieler sich weiter zurückfallen lassen.
So sind Kreativspieler wie Santi Cazorla, der zudem große Torgefahr über seine Distanzschüsse ausstrahlen kann, häufig um den Mittelkreis herum zu finden. Der gefährliche Raum im offensiven Mittelfeld ist deshalb oft unter- oder sogar unbesetzt. Die Passwege von den Aufbauspielern im Zentrum zu den Angreifern sind dementsprechend weit, was das Abfangen von Zuspielen oder das Isolieren des Passempfängers für den Gegner zu leicht macht.
Die beiden Trainerstars an der Seitenlinie sind also noch auf der Suche. Auf der Suche nach Perfektion – und nach Titeln. Der FA Cup dürfte für beide die einzige realistische Chance auf eine Trophäe in dieser Spielzeit sein.
TV-TIPP
Schalten Sie am Montag um 20:30 ein und seien Sie LIVE und EXKLUSIV auf Eurosport dabei, um das Duell der Trainerlegenden zu verfolgen.
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