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Pep Guardiola mit Manchester City: Probleme vor dem FA Cup gegen West Ham United
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Publiziert 06/01/2017 um 11:12 GMT+1 Uhr
Pep Guardiola hat schon glorreichere Zeiten erlebt, mit Manchester City ist er in der Premier League wohl kein Meisterkandidat mehr. Zuletzt offenbarte der Trainer seine Anspannung durch ein sarkastisches, ja zynisches Interview. Vor dem FA-Cup-Spiel bei West Ham United (20:55 Uhr live bei Eurosport) wird Guardiola mit mehr Problemen konfrontiert als gewohnt: Stil, Disziplin, Personal.
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Zweimal drei Wörter mit viel Kratzbürstigkeit, bitte.
Warum er Sergio Agüero und David Silva in der Halbzeitpause einwechselte, obwohl er sie ja eigentlich schonen wollte, wurde Pep Guardiola gefragt. Replik: "Wir wollten gewinnen. Ich bin intelligent." Mimik: maximal pampig.
Im Anschluss ans 2:1 von Manchester City gegen den FC Burnley sprach niemand übers Spiel, aber jeder über Guardiola. Ein "BBC"-Interview wurde zur Karikatur seines inneren Konflikts.
Pep Guardiola gereizt
Durchaus denkwürdig, wie gereizt, sarkastisch, teils zynisch Citys Coach die Antworten ins Mikrofon bellte und sich dabei einen Reporter aussuchte, der unbeeindruckt bohrte. Was das Ganze eher noch unterhaltsamer machte.
Als Tabellendritter der Premier League liegt City mit 42 Punkten sieben Zähler hinter dem FC Chelsea; dazwischen rangiert der FC Liverpool (44), dahinter der FC Arsenal (41), die Tottenham Hotspur und ManUnited (je 39). Am Freitag gibt's Ablenkung vom Alltag, City gastiert zur dritten Runde des FA Cups bei West Ham United (ab 20:45 Uhr LIVE bei Eurosport 1, im kostenlosen Livestream sowie im Liveticker).
Boris Becker: "Trink ein Bier und entspann dich"
Guardiola ist jetzt ein halbes Jahr auf der Insel, da drängt sich eine Zwischenbilanz auf - zumal derjenige, der stets nach Perfektion trachtet, mal mehr Probleme hat als gewohnt. "Ich war erfolgreich, weil ich hart gearbeitet habe und sehr gut in meinem Job bin. Aber ich hatte viel Glück, herausragende Spieler trainieren zu dürfen", sagt Guardiola dem "Telegraph". In England ist der ehemalige Trainer des FC Bayern München spektakulär gestartet und dann in einen Schlingerkurs geraten. Guardiola:
Der britische Stil konfrontiert Guardiolas Mantra mit neuen Herausforderungen. Kommentar von Kevin De Bruyne, früher Bundesliga, heute Premier League bei City:
Ist so, siehe Burnley. Tennislegende und Fußballfan Boris Becker widmete Guardiolas stillem Ausbruch einen süffisanten Tweet: "Trink kühles englisches Bier und entspann dich."
Besser wär's. Die Rivalen begegnen dem individuell überlegenen Manchester mit klassischen Mitteln, und City fällt durch Disziplinlosigkeiten auf: sieben Platzverweise, allein Fernandinho vereinigt drei. Dabei überraschte Guardiola mit der Aussage, Zweikämpfe nicht trainieren zu lassen. Keine Zweikämpfe! In England! Das ist dort so etwas wie Blasphemie, prompt zischte Pep der Eiswind um die Nase.
Manchester City: Kader ohne Guardiola-Gusto
Der Katalane wirkt angespannt. "Ich weiß, Sie sind ein Spezialist, aber ich muss die Regeln hier noch verstehen", pflaumte er den "BBC"-Reporter an. Guardiola muss mit erhöhtem Konkurrenzaufkommen umgehen, erstmals in seiner Trainerkarriere. In Spanien gab's damals nur Real Madrid, in Deutschland lediglich Borussia Dortmund. In England verlor City schon gegen Chelsea, Liverpool und Tottenham.
Wenig hilfreich, dass Peps Personal nicht seinem Gusto entspricht. Und dass er Entscheidungen traf, die zumindest diskutabel sind. Fanliebling Joe Hart wurde aussortiert, der vom FC Barcelona geholte Keeper Claudio Bravo wackelt regelmäßig, zuletzt gegen Burnley. Guardiola monierte ein Foulspiel an seinem Keeper.
Die Außenverteidiger Pablo Zabaleta, Bacary Sagna, Gaël Clichy und Aleksandar Kolarov bringen es auf ein Durchschnittalter von 31,5 Jahren, entsprechend die Steigerungsmöglichkeiten. Zentral präsentiert sich Nicolás Otamendi schwach in Zweikämpfen und Passspiel, Nebenmann John Stones verschuldete bereits drei Gegentore. Kapitän Vincent Kompany ist dauerverletzt, Bayerns Holger Badstuber wird als Zugang kolportiert.
Gündogan verletzt, De Bruyne im Loch
Was City vielleicht am Elementarsten trifft, ist der Ausfall von Strategiefigur Ilkay Gündogan (Kreuzbandriss). Fernandinho fehlt ständig gesperrt, David Silva agiert zurückgezogener, und Yaya Touré war Protagonist einer Posse: verbannt, begnadigt, momentan Stammkraft. Dafür ist De Bruyne im Leistungsloch. Und vorne hängt zu viel an Agüero (elf Saisontore), Leroy Sane stoppt eine Muskelblessur.
Ein Meisterschaftskandidat ist City so nicht. Guardiola denkt mittelfristig:
Etwa im Pokal, gegen West Ham. Schwierige Aufgabe. Wann sein Team am Leistungsoptimum operiere? "Das kann ich nicht sagen, weil es schlicht nicht weiß." Immerhin, eine frohe Botschaft vertraute der mit einem baldigen Karriereende kokettierende Guardiola dem nervigen "BBC"-Reporter an:
Wer glaubt's?
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