FC Barcelona buhlt um brasilianisches Supertalent Vitor Roque: Endlich der nächste Ronaldo?

Der 18-jährige Brasilianer Vitor Roque wird in seiner Heimat schon mit "Il Fenomeno" Ronaldo verglichen. Die nötige Coolness auf dem Weg zum Superstar hat der Stürmer bereits. Der FC Barcelona ist stark an einer Verpflichtung interessiert, Roque soll langfristig Robert Lewandowski ersetzen. Doch taugt das kleine Kraftpaket wirklich als neues Phänomen im Land des Rekordweltmeisters?

Vitor Roque

Fotocredit: Getty Images

Die 13. Minute der Nachspielzeit. Elfmeter für Club Athletico Paranaense beim Stand von 1:1. Vitor Roque legt sich den Ball zurecht, läuft an und schaufelt den Ball flach in die Tormitte. Ein Panenka-Elfer mit Schmackes.
Es war Paranaenses Siegtreffer im ersten Playoff-Finale der Meisterschaft des brasilianischen Bundestaates Paraná gegen den FC Cascavel. Vitor Roque hatte mal wieder zugeschlagen und mit seinem frech verwandelten Strafstoß auch seinen Präsidenten verzückt.
"Wenn man mit 18 Jahren in so einer Situation so abliefert, muss man schon eine verdammt coole Socke mit besonders dicken Eier sein", sagte Klub-Oberhaupt Mário Celso Petraglia. Eine etwas derbe Form der Anerkennung für den Spieler, den sie in Brasilien gerne mit Volksheld Ronaldo vergleichen.
Unzähligen Talenten aus dem Land des Rekordweltmeisters wurde in den vergangenen zwei Jahrzehnten zugetraut, in die Fußstapfen von "Il Fenomeno" zu treten. Gelungen ist dies lediglich Neymar Jr. und Vinicius Jr. und das auch nur in Ansätzen.

Vitor Roque vergleicht sich gerne mit Luis Suárez

Jetzt also Vitor Roque, über den Gustavo Grossi, ehemaliger Sportdirektor von River Plate Buenos Aires sagt, er habe alles, was Ronaldo hatte: "Schnelligkeit, Technik, Abschlussstärke und eine überdurchschnittliche Siegermentalität."
Mit seiner Körperlänge von 1,72 Metern taugt Roque nur bedingt als Pendant zum 1,83 Meter großen Ronaldo und hinsichtlich seiner Ballbehandlung hat er noch jede Menge aufzuholen. Roque ist kein Stürmer, der Gegenspieler auf dem Bierdeckel austanzt, sondern Platz benötigt, um sie mit dem Ball am Fuß zu überlaufen. Seine größte Stärke ist der Abschluss im Strafraum mit dem ersten Kontakt. Zudem helfen ihm Schnelligkeit und ein gutes Passspiel, um auch als Flügelstürmer zu funktionieren.
Roque selbst vergleicht sich eher mit dem Uruguayer Luis Suárez. "Es gibt eine große Ähnlichkeit zwischen uns. Suárez und ich spielen sehr körperbetont und sind stark im Torschuss", sagte er im Februar der spanischen Zeitung "Sport" kurz nach der südamerikanischen U-20-Meisterschaft in Kolumbien, als er mit Brasilien den Titel gewann und mit sechs Treffern bester Torschütze wurde.
Damit wurde er Nachfolger von ehemaligen und aktuellen Superstars wie Romario, "Imperator" Adriano, Neymar und Edinson Cavani. "Das sind schon sehr große Namen. Ich hoffe, dass mir dieser Titel hilft, eine ähnliche Karriere hinzulegen", so Roque.
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Vitor Roques Vorbild Luis Suárez (l.) gewann beim FC Barcelona viele große Titel

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FC Barcelona hat Probleme mit der Finanzierung von Vitor Roque

Den nächsten Schritt dorthin will der 18-Jährige in Europa machen. Lange galt der FC Barcelona als Favorit auf den Zuschlag, zwischen Paranaense und Barça gab es auch eine bestätigte Vereinbarung über die Ablösesumme in Höhe von 45 Millionen Euro.
Doch am Freitag meldete "Sport", dass die Katalanen Schwierigkeiten hätten mit der Finanzierung und mit Manchester United und dem FC Chelsea zwei Großklubs mit den Hufen scharren, sollte Barça die benötigten Peseten nicht zusammenkratzen können.
Roque möchte jedoch am liebsten nach Spanien und würde damit der brasilianischen Tradition folgen, beim Wechsel nach Europa eine weniger körperbetonte Liga zu wählen als die Premier League. In Barcelona kamen einst auch Ronaldo und Neymar groß raus.

Mögliche Konkurrenz für Robert Lewandowski

Sollte es mit dem Transfer klappen, bekäme Robert Lewandowski einen neuen Konkurrenten im Sturm. Der Pole konnte die hohen Erwartungen in seiner ersten Saison bei Barça nur bedingt erfüllen und sah sich vor allem in der Rückrunde scharfer Kritik in den spanischen Medien ausgesetzt.
Laut der Zeitung "El Mundo Deportivo" plant Trainer Xavi mit Lewandowski auch in der kommenden Saison als Stürmer Nummer eins, Vitor Roque soll von ihm lernen und ihn in absehbarer Zeit ersetzen.
In Brasilien hat er die Herzen der Fans bereits erobert und wird auch von jemandem gehypt, der für den bis dato letzten WM-Titel der Seleção verantwortlich war und dessen Fußstapfen für unzählige Talente bislang zu groß waren: Ronaldo. "Vitor Roque wird ein sehr hohes Niveau erreichen", versprach das Phänomen.
Die nötige Coolness in heiklen Spielsituationen hat Roque schon mal.
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Quelle: Perform

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