FIFA-Ermittlungen gegen Beckenbauer noch nicht eingestellt

Die FIFA-Ermittlungen gegen Franz Beckenbauer sind noch nicht eingestellt. Dies bestätigte der Sprecher der FIFA-Ermittlungskammer, Andreas Bantel. Es geht um die Rolle des "Kaisers" im Rahmen der WM-Vergabe an Russland (2018) und Qatar (2022). Beckenbauer war von 2007 bis 2011 in der FIFA-Exekutive und damit 2010 an der Entscheidung beteiligt, welches Land den Zuschlag erhält.

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"Das Verfahren der unabhängigen Untersuchungskammer der FIFA-Ethikkommission unter dem Vorsitz von Cornel Borbély gegen Franz Beckenbauer wegen möglichen Verstoßes gegen das Ethikreglement der FIFA läuft weiter", teilte Bantel mit. Zur möglichen Dauer wollte sich die Untersuchungskammer nicht äußern. Das Verfahren gegen Beckenbauer sei noch nicht eingestellt worden, bestätigte Bantel lediglich.
Die "Bild am Sonntag" berichtete unterdessen, die Untersuchungen der FIFA-Ethikkommission auch mit jeweils einer schriftlichen und persönlichen Befragung hätten keinen Anlass zu Beanstandungen am Verhalten des Weltmeisters von 1974 ergeben und stünden deshalb kurz vor dem Abschluss.
Dem Teamchef der deutschen Weltmeister-Mannschaft von 1990 und Organisations-Chef des WM-Turniers 2006 in Deutschland droht nach BamS-Informationen lediglich eine Geldbuße wegen seiner 2014 verspätetet erfolgten Antwort auf die Fragen der Ethikkommission. Der Ehrenpräsident des FC Bayern hat stets betont, mit Korruption nichts zu tun zu haben.
Beckenbauer soll zudem von der Schweizer Bundesanwaltschaft in den Ermittlungen beim Fußball-Weltverband FIFA zu den Abläufen bei der Vergabe der WM-Endrunden 2018 an Russland und 2022 an Katar vor gut fünf Jahren befragt werden. Dies schrieb die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Justizkreise.
Die Ermittlungen der Schweizer Justiz sind unabhängig von den Verfahren gegen FIFA-Funktionäre in den USA, deren Ermittlungsbehörden die Festnahmen von mehreren FIFA-Spitzen am vergangenen Mittwoch in Zürich veranlasst hatten.
Die Bundesanwaltschaft im FIFA-Stammland geht dem Verdacht nach, dass im Zusammenhang mit dem von Anfang an unter Manipulationsverdacht geratenen Votum für Russland und Katar "unrechtmäßige Bereicherungen, zumindest teilweise in der Schweiz stattgefunden haben". Für weitere Prüfungen hatten sich die Fahnder parallel zu den Festnahmen der FIFA-Riege am vergangenen Mittwoch im Züricher Verbandssitz Unterlagen und Computer aushändigen lassen.
Beckenbauer war bei der WM-Doppelentscheidung des FIFA-Exekutive im Dezember 2010 Mitglied der "Regierung" des Weltfußballs. Neben dem 69-Jährigen wollen die Schweizer Ermittler alle weiteren Funktionäre befragen, die seinerzeit dem Exko angehörten. Zu den neun Personen, die auch heute noch in der FIFA-Exekutive sitzen, zählt auch der umstrittene FIFA-Boss Joseph S. Blatter.
(Mit Material vom sid)
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