Auckland City FC als "exotischer" Gegner des FC Bayern bei der Klub-WM: Amateure, die extra Urlaub nehmen

Der erste Gegner des FC Bayern bei der Klub-WM am Sonntag hebt sich deutlich von den anderen Gegnern und Mannschaften ab. Auckland City FC zeichnet sich nicht durch ein großes Staraufkommen oder ein beeindruckendes Stadion aus - im Gegenteil. Die Mannschaft besteht aus Amateuren, die erst nach Feierabend Fußball spielen und für die Klub-WM Urlaub nehmen.

Angus Kilkolly von Auckland City FC.

Fotocredit: Getty Images

Man könnte meinen, die Fußballer von Auckland City FC haben sich verirrt auf die ganz große Bühne der Klub-Weltmeisterschaft. Von Stars, Glanz und Glamour ist hier nichts zu sehen, die Spieler sind Amateure, die daheim vor ein paar Hundert Zuschauern spielen.
Und doch ist der Klub ein alter Hase bei diesem Turnier. Zum 13. Mal schon sind sie dabei. Wer ist die Amateurgruppe, die in den USA nicht mal Außenseiterchancen hat?
Stürmer Angus Kilkolly ist eigentlich Verkaufsleiter für Elektrowerkzeuge. Erst nach seinem langen Arbeitstag geht der 29-Jährige zum Fußballtraining.
Um bei der Klub-WM in den USA dabei sein zu können, nimmt er Urlaub. Unbezahlt, denn so viele Urlaubstage, wie er dafür benötigt, hat er gar nicht mehr. Doch das ist es ihm wert.

Unbezahlter Urlaub, Training nach dem Arbeitstag

"Für uns ist es ein Traum, gegen diese Mannschaften zu spielen. Auf demselben Spielfeld zu stehen, ist schon ein bisschen verrückt", sagt Kilkolly der Nachrichtenagentur "AFP" und meint unter anderem den FC Bayern, den ersten Gegner am Sonntag in Cincinnati (18:00 Uhr im Liveticker).
Mit deren Superstar Harry Kane würde Kilkolly gern das Trikot tauschen. "Ich denke, er verdient in einer Woche mehr als ich in einem Jahr", meint der Verkaufsleiter.
Es wird noch mehr sein: Kilkolly und seine Kollegen erhalten eine Aufwandsentschädigung von gerade einmal 90 Euro die Woche. Kanes Jahresgehalt soll bei rund 25 Millionen Euro liegen.

Sie sind Lehrer, Studenten - und Rekordmeister

Sie sind Immobilienmakler, Lehrer, Studenten: Die Mannschaft von Auckland City FC ist die einzige bei der Klub-WM, die aus Amateuren besteht. Der Gesamtmarktwert des Kaders beträgt laut "transfermarkt.de" 4,58 Millionen Euro. Zum Vergleich: Bayerns Marktwert liegt bei 903,5 Millionen Euro.
Den höchsten Marktwert haben Mittelfeldspieler und Kapitän Mario Ilich und Linksverteidiger Nathan Lobo mit jeweils 275.000 Euro. Goalgetter ist Myer Bevan, der jüngst im neuseeländischen Pokal einen Hattrick innerhalb von drei Minuten erzielte.
Für ein reines Amateurteam hat Auckland City einige Erfolge aufzuweisen: 13-mal haben sie die ozeanische Champions League gewonnen, schon zum 13. Mal nehmen sie an der Klub-WM teil.
Ebenso sind sie Rekordmeister der neuseeländischen National League und der erfolgreichste Vertreter Ozeaniens. Ihr Ziel: "Wir kassieren in Neuseeland nicht viele Tore, daher ist es natürlich unser Ziel, auch bei der Klub-WM nicht zu viele Tore zu kassieren", sagt Kilkolly.

Welche Rolle Fussball in Neuseeland spielt

Obwohl es in Neuseeland mit dem neugegründeten Auckland FC einen wertvolleren Profi-Klub gibt, der wie die News Zealand Knights und Wellington Phoenix FC seit 2024/25 an der australischen A-League Men teilnimmt, ist Auckland City FC aufgrund der Zugehörigkeit zu Ozeanien seit Jahren Stammgast bei der Klub-WM: Im April gewannen sie die OFC Champions League durch ein 2:0 gegen Hekari United aus Papua-Neuguinea.
Mannschaften aus Australien (und deren A-League) nehmen dagegen an der asiatischen AFC Champions League Elite teil, in der es deutlich schwerer ist, den Titel zu erringen. Nationalspieler sucht man indes im Aufgebot des Auckland City FC vergebens.
Für die neuseeländische Fußball-Legende Wynton Rufer (früher Werder Bremen) zeigt das, wie schlecht es um den Fußball in seiner Heimat bestellt ist. Man habe in Neuseeland zwar "ein paar sehr gute Talente, auch auf den Inseln. Aber es wird sehr wenig für sie gemacht. Das System ist nicht gut", sagte er dem "Kicker".
Fußball spielt zudem hinter Rugby und anderen Sportarten nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch hat Rufer Hoffnung, die sich vor allem auf den professionell geführten Auckland FC bezieht. Wenn es vorwärtsgehe, "zieht sich das durch das ganze Land". Vielleicht können eines Tages dann auch die Spieler von Auckland City FC vom Fußballspielen leben.
picture

"Immer wieder beweisen": Bayern-Stars blicken auf Klub-WM voraus

Quelle: SNTV


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung