FC Bayern: Junge Talente träumen bei Klub-WM groß - Lennart Karl, Adam Aznou und Maurice Krattenmacher im Fokus
Update 11/06/2025 um 12:40 GMT+2 Uhr
Am Sonntag fällt in den USA der Startschuss für die Klub-Weltmeisterschaft 2025. Mit am Start ist der FC Bayern München, der in den Vereinigten Staaten unter den 32 Teilnehmern zu den Favoriten auf den Titel zählt. Im Kader des deutschen Rekordmeisters finden sich renommierte Profis und Leistungsträger, aber auch so mancher Nachwuchsspieler, der auf ein paar Minuten auf der großen Bühne hofft.
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Quelle: Eurosport
Ein kurzer Blick in die Kamera, ein leichtes Grinsen und ein lockerer Handschlag - und schon hat sich das Gesicht beim fleißigen Beobachter des FC Bayern eingeprägt.
Für altgediente Routiniers wie Manuel Neuer, Thomas Müller oder auch Kingsley Coman ist ein solcher Auftritt in der Instagram-Story des FC Bayern, dem auf der Plattform immerhin 43 Millionen Menschen folgen, nichts Außergewöhnliches. Für den ein oder anderen jüngeren Reisenden war der auf Bildern festgehaltene Moment vor dem Abflug in Richtung Florida aber durchaus besonders.
Unter den 29 Spielern, die in den Kader für die Klub-Weltmeisterschaft berufen wurden, finden sich nämlich sieben Nachwuchsspieler - dabei könnte die Stunde des ein oder anderen in den Vereinigten Staaten von Amerika schlagen.
Die erste Chance bietet sich bereits am Sonntag gegen Auckland City (18:00 Uhr im Liveticker). Doch dafür muss Trainer Vincent Kompany auch über seinen eigenen Schatten springen.
FC Bayern goes young: Fokus auf Karl und Aznou
Zu den vielversprechendsten Namen zählt der deutsche U17-Nationalspieler Lennart Karl. Der offensive Mittelfeldspieler wartet trotz seiner fünf Kaderberufungen in dieser Saison weiterhin auf seine ersten Pflichtspielminuten bei den Profis, seine Leistungen im Nachwuchsbereich sprechen jedoch für sich.
Wettbewerbsübergreifend absolvierte Karl sowohl für die U17- als auch die U19-Mannschaft der Münchner 30 Partien und steuerte dabei 34 Tore und elf Vorlagen bei.
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Bayerns Teenager Lennart Karl beim Training an der Säbener Straße.
Fotocredit: Imago
Die Konkurrenz auf seinen bevorzugten Positionen - offensives Mittelfeld und Rechtsaußen - ist mit Jamal Musiala und Michael Olise prominent. Doch gerade gegen einen Klub wie Auckland City, bei dem unter anderem Lehrer, Studenten und Immobilienmakler auf dem Platz stehen, darf er auf einen Einsatz hoffen.
"Nichtsdestotrotz möchte ich immer spielen und mich beweisen, egal ob bei der ersten Mannschaft, der U19 oder der U17. Ich nehme mir vor, immer alles zu geben, um mich kontinuierlich weiterzuentwickeln", meinte er jüngst in einem vereinseigenen Interview.
Ebenso geläufig ist der Name Adam Aznou, der von Anfang Februar bis Ende Mai an La-Liga-Absteiger Real Valladolid ausgeliehen war. Einsatzminuten wären beim marokkanischen Nationalspieler gleich in doppelter Hinsicht von Bedeutung.
Klub-WM: Auch Kompany steht unter Druck
Zum einen könnte Aznou, der in Spanien bei 13 Einsätzen 874 Spielminuten gesammelt hat, zu einer waschechten Alternative zu den beiden verletzten Linksverteidigern Alphonso Davies und Hiroki Ito heranwachsen. Zum anderen würde dem FC Bayern ein Statement in Sachen Nachwuchsarbeit guttun.
In den zurückliegenden Jahren war den Münchnern nämlich der Campus-Mut abhandengekommen, zu selten wurde jungen Spielern aus dem eigenen Hause das Vertrauen geschenkt. Leihe und Verkauf waren dahingehend das oberste Gebot - ein Szenario, das auch bei Aznou Thema ist. Vor allem der FC Barcelona soll sich um den 19-Jährigen bemühen.
Spielpraxis bei der Klub-WM würde Aznou wichtige Wertschätzung erfahren lassen, die bei U23-Spielern in München zuletzt absolute Mangelware war.
Stürmer Gabriel Vidovic (21) wurde im Winter von Mainz 05 aufgrund seiner Qualitäten zurückgeholt und kam seitdem nur auf 22 Minuten. Arijon Ibrahimovic und Jonah Kusi-Asare, Letzterer ist in den USA ebenso am Start, sammelten insgesamt nur 18 Minuten.
Top-Talente werden auf dem Transfermarkt immer teurer, was die eigene Nachwuchsarbeit mehr in den Fokus rücken lässt. Darum steht auch Kompany bei der Weltmeisterschaft unter Druck, der belgische Übungsleiter muss seine bislang sture Kaderarbeit auflockern und den Campus-Sprösslingen eine Chance geben.
Power aus Bayern: Krattenmacher macht's vor
Welchen Wert ein Talent mit Bayern-DNA hat, ist natürlich auch den Verantwortlichen bewusst.
Mit Maurice Krattenmacher kehrte Ende Mai ein Spieler zurück, der sich während seiner einjährigen Leihe zum SSV Ulm in der 2. Bundesliga bewährt und dort zum Leistungsträger entwickelt hat. In 33 Pflichtspielen stand der 19-Jährige aus Bad Aibling 2114 Minuten auf dem Platz und steuerte drei Tore und acht Vorlagen bei.
In den USA soll Krattenmacher an das Profiteam herangeführt werden. Zukunft? Aussichtsreich.
"Er kommt aus der Umgebung von München und ist hier großgeworden - solche Spieler wünschen sich unsere Fans", meinte Sportdirektor Christoph Freund. "Maurice soll in den USA erstmals Erfahrungen über einen längeren Zeitraum in unserer ersten Mannschaft sammeln, danach werden wir mit ihm gemeinsam besprechen, wie seine nächsten Schritte aussehen können."
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Maurice Krattenmacher im Trikot des SSV Ulm
Fotocredit: Getty Images
Mit Leon Klanac (Torhüter), Cassiano Kiala (Innenverteidiger) und David Santos Daiber (Mittelfeld) stehen drei weitere Talente im bayerischen WM-Kader. Im Gegensatz zu ihren vorhin erwähnten Teamkollegen sind ihre Einsatzchancen jedoch äußerst gering.
Ob sich Karl, Aznou und Krattenmacher in den Vereinigten Staaten beweisen dürfen, ist allein Kompany überlassen. Dem bayerischen Selbstverständnis würde ein Senkrechtstarter vom eigenen Campus aber sicher nicht schaden.
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Quelle: SNTV
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