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Frankreich - Peru: Kylian Mbappé schießt Équipe Tricolore ins Achtelfinale und Peruaner raus

"Haben gelitten": Mbappé schießt Frankreich ins Achtelfinale und Peru raus

21/06/2018 um 18:53Aktualisiert 28/06/2018 um 07:24

Frankreich gewinnt auch das zweite Spiel der Gruppe C gegen Peru knapp mit 1:0 (1:0). Obwohl spielerisch erneut nicht überzeugend, steht das Team von Didier Deschamps vorzeitig im Achtelfinale. Kylian Mbappé erzielte das einzige Tor (34.). Peru ist nach der unglücklichen Auftaktniederlage gegen Dänemark (0:1) ausgeschieden. Frankreich reicht am Dienstag gegen Dänemark ein Remis zum Gruppensieg.

So lief das Spiel:

Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps reagierte auf die uninspirierte Leistung zum Auftakt gegen Australien (2:1), nahm unter anderem Ousmane Dembélé aus der Mannschaft. Für ihn agierte Oliver Giroud in der Sturmspitze.

Den besseren Beginn mit gutem Pressingverhalten erwischte Peru, die besseren Chancen erspielte sich jedoch alsbald Frankreich. Antoine Griezmann (11.) und Paul Pogba (12.) sowie Raphaël Varane per Kopf (14.) scheiterten jeweils knapp am Torerfolg.

Nach kurzer französischer Drangphase spielte sich die Partie allerdings größtenteils zwischen den Strafräumen ab. Es ging intensiv und temporeich zu, Peru agierte aktiver, jedoch oft zu kompliziert und zu hektisch rund um den Sechzehner. Die beste Möglichkeit der Peruaner vergab Paolo Guerrero aus guter Position, sein Abschluss war zu unplatziert gegen Frankreichs Torhüter Hugo Lloris (31.).

Besser machte es auf der Gegenseite Kylian Mbappé. Ein Abschluss von Giroud flog abgefälscht über Torhüter Pedro Gallese hinweg genau vor die Füße des Stürmers von Paris St.-Germain – die Führung für die Franzosen (34.).

Die "Équipe Tricolore" bekam in der Folge mehr Spielkontrolle. Lucas Hernández vergab kurz vor der Halbzeit die Chance auf 2:0 zu erhöhen.

Zur Pause nahm Peru einen Doppelwechsel vor, brachte unter anderem Jefferson Farfán. Und das Team von Trainer Ricardo Gareca eröffnete den zweiten Durchgang mit einem Lattenkracher aus 25 Metern durch Pedro Aquino (50.). Frankreich zeigte sich zu jener Phase zu passiv, ließ Peru kommen.

Doch die Südamerikaner agierten trotz aller spielerischen Klasse weiterhin zu unruhig im Angriffsdritten, der letzte Pass kam nicht an. Als vielversprechender entpuppten sich Distanzschüsse: André Carrillo (61.) und Luis Advincula (68.) verpassten nur knapp aus der Ferne den Torerfolg.

Frankreich beschränkte sich auf seine defensiven Fähigkeiten, nach vorne gelang kaum etwas Konstruktives. Peru verbuchte deutlich mehr Spielanteile, Frankreich begnügte sich mit Ergebnisverwaltung. Den ersten Torschuss im zweiten Abschnitt gaben die Franzosen durch den eingewechselten Dembélé in der 82. Minute ab.

Die Strategie ging letztendlich jedoch auf, Peru kam trotz aller Bemühungen auch in der Schlussphase nicht mehr gefährlich vor das Tor. Damit stehen die Franzosen vorzeitig im Achtelfinale, Peru ist nach zwei Niederlagen ausgeschieden.

Die Stimmen:

Didier Deschamps (Trainer Frankreich): "Die Peruaner haben stark gespielt, wir haben in der zweiten Halbzeit gelitten, aber unser Ziel erreicht und sind im Achtelfinale - das war das Ziel. Daher sind wir zufrieden. Im dritten Spiel wollen wir natürlich den Gruppensieg holen, aber nun wollen wir das Ergebnis genießen. Wir haben zweimal gewonnen - das können nicht alle von sich behaupten."

Pedro Gallese (Peru): "Wir danken den peruanischen Fans für die große Unterstützung in Russland. Wir haben alles auf dem Feld gegen zwei sehr harte Gegner gelassen. Aber das ist noch nicht alles, wir werden die Weltmeisterschaft mit der gleichen Einstellung beenden."

Ricardo Gareca (Trainer Peru): "Wir hatten uns ein anderes Resultat erhofft, aber wir haben alles geben. Ich kann meinen Spielern keinen Vorwurf machen. Wir haben viel für das Image Perus getan. Ein Spiel ist noch zu spielen, da wollen wir unseren tollen Fans etwas zurückgeben."

Das fiel auf: Schlüsselspieler Pogba

Paul Pogba gilt als oft gescholten wegen seiner öffentlichen Auftritte von Fans und Medien in seiner Heimat. Zuletzt pfiff ihn sogar der eigene Anhang bei einem Testspiel kurz vor der WM aus.

Beim WM-Turnier selber ist der 25-Jährige allerdings eine Schlüsselfigur bei den Franzosen. Bereits zum Auftakt gegen Australien war er an beiden Toren beteiligt und auch die Führung gegen Peru leitete er ein: Pogba gewann den Ball tief in der gegnerischen Hälfte gegen Guerrero und bediente entscheidend Giroud.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 19 Jahre, 183 Tage

Mbappé traf im Alter von 19 Jahren und 183 Tagen als jüngster Franzose in der WM-Geschichte und als der jüngste WM-Torschütze seit Julian Green 2014 für die USA gegen Belgien (19 Jahre und 25 Tage). Beim Titelgewinn in der Heimat 1998, der letzten französischen Sternstunde auf der WM-Bühne, war Mbappé nicht einmal geboren.

Match-Highlights bei YouTube:

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