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Harte WM-Eliminatorias: Brasilien-Coach Carlos Dunga fordert ganze Kerle
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Publiziert 28/03/2016 um 15:51 GMT+2 Uhr
In Europas Topligen gefeierte Stars, in der südamerikanischen WM-Qualifikation naive Lehrlinge: Brasiliens Fußballer macht die ungewohnte Härte der Eliminatorias zu schaffen. Trainer Carlos Dunga macht deshalb das Duell am Dienstag in Paraguay zum ultimativen Charaktertest und fordert seine Schützlinge auf, als ganze Kerle aufzutreten.
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Ins gleiche Horn stößt auch Luiz Gustavo. "Wir müssen so schnell wie möglich lernen, wie die Eliminatorias wirklich funktionieren. Es gibt viele Szenen, bei denen in Europa Foul gegeben wird, hier aber nicht", äußerte der Wolfsburger Bundesligaprofi. Der ausbleibende Pfiff frustriere vor allem die talentierteren Spieler, so der "Abräumer" im Mittelfeld. Dagegenhalten postuliert deshalb auch Dunga.
Weil die Seleção vor der letzten WM als automatisch qualifizierter Gastgeber nur normale Länderspiele bestritt, haben aus dem aktuellen 23er-Kader nur vier Veteranen (Daniel Alves, Miranda, Filipe Luís, Ricardo Oliveira) aus dem Vorfeld der Endrunde 2010 Know-how im intensiven Kampf um ein begehrtes WM-Ticket.
Um vier davon zur Endrunde 2018 in Russland plus ein weiteres für den Umweg interkontinentale Play-offs streiten die zehn südamerikanischen Verbände verbittert. Denn vor der sechsten Runde trennen hinter Spitzenreiter Ecuador gerade einmal drei Punkte die Plätze zwei bis sieben. Mittendrin im Pulk Brasilien als Dritter und Paraguay als Vierter mit je acht Zählern.
Ohne Neymar und David Luiz
Die Seleção reist ohne Superstar Neymar, in den Eliminatorias noch ohne Tor, aber schon mit zwei Gelben Karten, und den ebenfalls gesperrten David Luiz an. Mit dabei ist aber der Münchner Douglas Costa, Schnellschütze am Freitag beim frustrierenden 2:2 nach 2:0-Führung gegen Uruguay. Im bayerischen Duell trifft der Stürmer auf den Augsburger Darío Lezcano.
Paraguays Neu-Entdeckung mit drei Toren in seinen ersten vier Länderspielen, darunter einen Doppelpack am Donnerstag beim 2:2 in Ecuador, träumt schon lange vom "Erlebnis" Rekord-Weltmeister. "Wenn Gott will, werde ich gegen Brasilien einen Freistoß ausführen und diesen reinhämmern", schwadronierte der 25 Jahre alte FCA-Wintereinkauf bester Laune.
Die Partie in Asuncion beschließt den dritten Doppelspieltag, ehe es erst im September weitergeht. Zuvor verteidigt Ecuador (13 Punkte) in Kolumbien (7), bei dem der Dortmunder Adrian Ramos Reservist ist, seine Tabellenführung.
Verfolger Uruguay (10), bei dem Luis Suárez nur noch zwei Tore zum Eliminatorias-Rekordtorjäger Hernan Crespo (19/Argentinien) fehlen, trifft auf Peru (4). Beim Andenteam fehlt der gelbgesperrte Frankfurter Carlos Zambrano. Wolfsburgs Carlos Ascues und Bremens Claudio Pizarro droht nach schwacher Leistung beim 2:2 gegen Venezuela die Reservebank.
Und während Argentinien (8) und Weltfußballer Lionel Messi gegen Bolivien (3) leichtes Spiel haben sollten, muss Copa-América-Sieger Chile (7) in Venezuela (1), das als Schlusslicht mit dem Rücken zur Wand steht, nach zwei Niederlagen wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Im durch Verletzungen und Sperren dezimierten Mittelfeld kann Neutrainer Juan Antonio Pizzi immerhin auf den Münchner Arturo Vidal nach ausgesessener Gelb-Zwangspause zurückgreifen.
Eines haben die Eliminatorias aber schon gezeigt: Star-Status garantiert keine Siege. Was auch Platz eins für die No-Name-Kicker aus Ecuador belegt. Gefragt sind ganze Kerle!
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