Mario Götze nicht in den Kader berufen - Joachim Löws emotionalste Entscheidung
Publiziert 15/05/2018 um 23:13 GMT+2 Uhr
2014 war Mario Götze der WM-Held der deutschen Nationalmannschaft, vier Jahre später ist er der große Verlierer: aussortiert. Bundestrainer Joachim Löw, der am Dienstag den vorläufigen Kader für die WM in Russland bekanntgab, fielen die Worte sichtlich schwer. Warum verzichtete er überhaupt auf den Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund? Wie konnte es dazu kommen?
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"Mach' ihn! Mach' ihn! Er macht ihn!" Der legendäre Kommentar von Tom Bartels klingt allen Fußball-Fans und natürlich auch Mario Götze noch im Ohr.
Mit 22 Jahren war er im Fußball-Himmel, schwebte auf Wolken. In diesem Sommer macht er bei der WM in Russland nichts. Mit fast 26 Jahren erlebt er den Tiefpunkt seiner Karriere, mit der es seit dem traumhaften Sommer 2014 nur noch bergab ging. Als er am Montagabend den Anruf von Bundestrainer Joachim Löw bekommen hat, wird er aus allen Wolken gefallen sein.
Götze, vor vier Jahren noch umjubelter Siegtorschütze im WM-Finale gegen Argentinien, von Löw mit den Worten "zeig der Welt, dass du besser bist als Messi" aufs Feld geschickt, ist aussortiert. Der Bundestrainer fand für den BVB-Star nicht einmal einen Platz im vorläufigen, immerhin noch 27 Spieler umfassenden Kader.
Bei Götze wird Löw emotional
"Es war nicht seine Saison. Er hat nicht seine Form gezeigt, die er bringen kann", sagte Löw fast geknickt. Götze besitze "eine wahnsinnige Qualität", und wenn man den Bundestrainer richtig deutet, kann er sich damit trösten, bald wieder dabei zu sein. Wenn das überhaupt ein Trost sein kann.
Der Bundestrainer weiß, welche Bedeutung eine WM-Nominierung für Götze gehabt hätte. Der Mittelfeldspieler hat schwierige Zeiten hinter sich: Zunächst scheiterte er bei Bayern München, er kehrte zurück nach Dortmund, von wo er einst mit Schimpf und Schande vertrieben worden war. Dort ereilte ihn eine komplexe Stoffwechselstörung. Bei den jüngsten Länderspielen fehlte er bereits, auch beim BVB vermochte er Löw trotz kleinerer Hochs nicht nachhaltig zu überzeugen.
Niemand weiß, ob Götze wirklich fest davon ausgegangen ist, nach Russland zu fahren. "Ich bin mir sicher, dass ich mit meinen Qualitäten der Mannschaft helfen kann, den Titel erneut zu gewinnen", hatte er gesagt, erst vor zwei Wochen noch. Doch er wird nicht helfen dürfen.
Negative Tendenzen waren bereits sichtbar
Es hatte sich abgezeichnet. Löw selbst hatte den 25-Jährigen im März einmal kritisiert ("Er hat nicht die Form, wir müssen ihm helfen"), es war ein Warnschuss. Bei Vereinstrainer Peter Stöger hörte es sich beinahe demütigend an: "Mario ist ein talentierter Spieler, ein guter Spieler", sagte der Österreicher. Beim 0:2 im Revierderby bei Schalke 04 brachte Stöger Götze in der 86. Minute - eine "Hohn-Einwechslung", wie die "Bild" es nannte.
Dies waren alles keine guten Vorzeichen. Höchstens Löws bekannte Treue zu Sorgenkindern sprach am Ende noch für Götze. Aber: "Mein Job als Bundestrainer ist es leider auch, Träume platzen zu lassen und harte Entscheidungen zu treffen", sagte Löw.
Götze muss diesen erneuten Karriere-Rückschlag nun erst mal verdauen.
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