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Perfekter WM-Auftakt: Gastgeber Russland fegt Saudi-Arabien vom Platz

WM-Traumstart: Gastgeber Russland fegt Saudi-Arabien vom Platz

14/06/2018 um 20:14Aktualisiert 15/06/2018 um 00:14

Russland gewinnt den WM-Auftakt gegen Saudi-Arabien mit 5:0 (2:0). Damit legt das Team von Trainer Stanislaw Tschertschessow einen Traumstart hin. Vor 81.000 Zuschauern im Moskauer Luschniki-Stadion erzielten Juri Gasinski (12.), Denis Tscheryschew (43./90.+1), Artem Dschjuba (71.) und Alexander Golowin (90.+4) die Tore. Einziger Wermutstropfen: Mittelfeldmann Alan Dschagojew musste verletzt raus.

So lief das Spiel:

Der WM-Gastgeber war von Beginn an die überlegene Mannschaft – ohne dabei allerdings zu glänzen. Ein abgefälschter Schuss von Alan Dschagojew war die erste Torannäherung, mehr als eine Ecke sprang dabei nicht heraus (11.).

Der folgende Standard dagegen führte zum gewünschten Erfolg: Aleksander Golowins Flanke landete auf dem Kopf von Juri Gasinski und von dort zur 1:0-Führung in den Maschen (12.). Die Anspannung beim Gastgeber fiel spürbar ab, allerdings war Russland anschließend nicht mehr so aktiv im Spiel nach vorne.

Auf der Gegenseite kombinierte sich Saudi-Arabien immer wieder bis an den russischen Strafraum, ohne jedoch Torgefahr auszustrahlen. Die erste Möglichkeit folgte nach einer Flanke von der linken Seite, in der Mitte klärte Ilja Kupetow gerade so vor Mohammad Al-Sahlawi.

Kurz darauf der erste herbe Rückschlag für das Team von Stanislaw Tschertschessow: Spielmacher Dschagojew verletzte sich ohne Gegner-Einwirkung und humpelte vom Platz, für ihn kam Denis Tscheryschew in die Partie.

Dschagojew muss um eine Fortsetzung der WM bangen - bei ihm wird ein Muskelfaserriss im linken Oberschenkel befürchtet.

Der Wechsel indes sollte sich auszahlen: Nach einem Ballverlust Saudi-Arabiens ging es schnell in der russischen Offensive. Roman Sobnin leitete den Ball im Strafraum weiter auf die linke Seite, wo der Einwechselspieler ziemlich frei stand, zwei Gegenspieler stehen ließ und den Ball unter die Latte knallte (43.).

Im zweiten Durchgang kam von Saudi-Arabien zu wenig, um Russland ernsthaft zu gefährden. Eine Flanke von der rechten Seite, die sowohl Al-Sahlawi als auch Taisir Al-Jassim verpassten, war noch die gefährlichste Aktion der Saudis.

Russland hingegen drehte in der Schlussphase weiter auf. Der gerade eingewechselte Artem Dschjuba stand nach einer Flanke des starken Golowins goldrichtig und nickte im Fünfmeterraum ein (71.).

Den schönsten Treffer des Tages erzielte kurz vor Schluss Tscheryschew mit dem Außenrist – bedient von Dschjuba zirkelte er den Ball aus 16 Metern ins lange Eck (90.+1).

Doch damit nicht genug: In der Nachspielzeit der Nachspielzeit sorgte Golowin (90.+4) für den Schlusspunkt. Per Freistoß traf der Youngster über die Mauer ins rechte Eck.

Die Stimmen zum Spiel:

Denis Tscheryschew (Russland): "Ich hätte niemals davon zu träumen gewagt. Ich bin sehr glücklich, dass ich Teil der Mannschaft bin. Für mein zweites Tor haben wir im Training lange geübt. Ich wollte auf Höhe mit Dschjuba sein. Er hat das Kopfballduell gewonnen und ich habe den Ball einfach reingemacht. Dabei hatte ich keine Zeit zum Nachdenken."

Stanislaw Tschertschessow (Trainer Russland): "Mit dem 5:0 habe ich nicht gerechnet, aber ich wusste wie wir uns vorbereitet haben. Wir haben im Trainingslager gut gearbeitet. In den Freundschaftsspielen hat es nicht so geklappt, aber heute schon. Das 5:0 ist vielleicht etwas zu hoch, aber es ist gut für die Stimmung im eigenen Land."

Juan Antonio Pizzi (Trainer Saudi-Arabien): "Ich glaube nicht, dass es einen Einfluss hatte, dass wir im ersten Spiel gegen den Gastgeber gespielt haben. Wir müssen unsere Lehren aus dem Spiel ziehen und im nächsten Spiel konzentriert auftreten. Ich habe großes Vertrauen in mein Team."

Der Tweet zum Spiel:

Bei großen Turnieren wird immer auch der "Man of the match" geehrt - in diesem Spiel wurde zurecht der Doppeltorschüze ausgezeichnet.

Das fiel auf: Damit hatte niemand gerechnet

Die russische Nationalmannschaft hat seit zwei Jahren kein Pflichtspiel mehr bestritten – und war in der Weltrangliste bis auf Platz 70 abgerutscht. Zudem hatte die Mannschaft seit Oktober kein Spiel mehr gewonnen, nun aber überzeugte Russland mit gleich fünf Treffern zum Auftakt. Der Stimmung im Gastgeberland dürfte es gut tun.

Die Statistik: 1

Der russischen Mannschaft gelingt der höchste Sieg in einem offiziellen WM-Eröffnungsspiel, das die FIFA seit 1966 führt. Nur Italien gewann im Jahr 1934 höher gegen die USA (7:1). Damals gab's aber acht Spiele gleichzeitig zum WM-Start.

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