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Reinhard Grindel rügt Mesut Özil und Ilkay Gündoğan nach Treffen mit Türkei-Präsident Erdoğan scharf
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Publiziert 14/05/2018 um 14:02 GMT+2 Uhr
Mesut Özil und Ilkay Gündoğan haben kurz vor der WM-Nominierung den umstrittenen türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan getroffen. Im Rahmen von Erdogans dreitägigem Besuch in London überreichten Özil und Gündoğan dabei Trikots ihrer Vereine FC Arsenal bzw. Manchester City. Auf Gündoğans Trikot mit der Nummer acht stand: "Mit großem Respekt für meinen Präsidenten."
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Erdoğans Partei AKP veröffentlichte Fotos des Treffens im Hotel Four Seasons, an dem auch der deutsch-türkische Profi Cenk Tosun vom FC Everton teilnahm, am Montag bei "Twitter".
Özdemir kritisiert geschmacklose Aktion von Özil und Gündoğan
Özdemir, langjähriger Bundesvorsitzender der Partei Bündnis 90/Die Grünen, reagierte gegenüber dem "SID" empört:
Anstatt Erdoğan "diese geschmacklose Wahlkampfhilfe" zu leisten, betonte Özdemir, "wünsche ich mir von den Spielern, dass sie sich aufs Fußballspielen konzentrieren und noch einmal die Begriffe Rechtsstaatlichkeit und Demokratie nachschlagen".
Gündoğan erklärt sich
In einer Stellungnahme, die die "Bild"-Zeitung veröffentlichte, spielte Gündoğan die Bedeutung des Treffens herab.
"Es war nicht unsere Absicht, mit diesem Bild ein politisches Statement abzugeben, geschweige denn Wahlkampf zu machen. Als deutsche Nationalspieler bekennen wir uns zu den Werten des DFB und sind uns unserer Verantwortung bewusst. Fußball ist unser Leben und nicht die Politik", schrieb der 27-Jährige.
Sie hätten sich aus "Höflichkeit und mit Respekt vor dem Amt des Präsidenten und ihrer türkischen Wurzeln" so verhalten.
Brisanter Besuch der DFB-Spieler
Der Besuch der beiden Nationalspieler ist in mehrerlei Hinsicht brisant. Zum einen politisch, da Erdoğan vorgeworfen wird, die Pressefreiheit zu beschneiden, Journalisten und Oppositionelle verhaften zu lassen.
Gerade erst hat er die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen auf den 24. Juni vorgezogen: Die Fotos mit Özil und Gündoğan sind in Erdoğans Kampf für den Umbau der Türkei zu einem Präsidialsystem willkommen.
Etwa 1,5 Millionen in Deutschland lebende Türken sind wahlberechtigt, hierzulande ist Erdoğan der Wahlkampf untersagt.
DFB rügt Verhalten von Özil und Gündoğan
Es gibt aber auch eine starke sportliche Komponente: Am Dienstag wird Bundestrainer Joachim Löw den Weltmeister Özil und auch Gündoğan höchstwahrscheinlich ins Aufgebot für die Weltmeisterschaft in Russland (14. Juni bis 15. Juli) berufen.
Unmittelbar davor die Nähe des türkischen Präsidenten zu suchen, erscheint zumindest ungeschickt. Zudem konkurrieren Deutschland und die Türkei um die Ausrichtung der EM 2024.
Der Präsident des Deutschen-Fußball-Bund (DFB) Reinhard Grindel rügte die Aktion via "Twitter" hart:
Bierhoff verteidigt Özil und Gündoğan
Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff ergänzte, er habe "nach wie vor überhaupt keine Zweifel an Mesuts und Ilkays klarem Bekenntnis, für die deutsche Nationalmannschaft spielen zu wollen und sich mit unseren Werten zu identifizieren".
Die Mittelfeldstars seien "sich der Symbolik und Bedeutung dieses Fotos nicht bewusst" gewesen:
Aktion untypisch für Özil und Gündoğan
Mit politischen Äußerungen halten sich Mesut Özil und Ilkay Gündoğan, die beide türkische Wurzeln haben und in Gelsenkirchen geboren wurden, üblicherweise zurück.
Özil sagte im vergangenen Jahr der "Bild-Zeitung":
Gündoğan berichtete 2013 der "FAZ", ihm sei es inzwischen gelungen, "die türkischen Landsleute zu überzeugen". Es gebe sehr viele Menschen, die ihm sagten: "Auch wenn du für Deutschland spielst, wir sind stolz auf dich."
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