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Spanien nach Unentschieden gegen Marokko Gruppensieger

Videobeweis rettet Spanien in letzter Minute vor Blamage

25/06/2018 um 21:58Aktualisiert 26/06/2018 um 00:00

Mitfavorit Spanien hat als Gruppensieger das WM-Achtelfinale erreicht. Im abschließenden Gruppenspiel kam der Weltmeister von 2010 aber nur zu einem 2:2 (1:1) gegen das bereits ausgeschiedene Team aus Marokko und musste dabei zweimal einem Rückstand hinterherlaufen. Spanien sicherte sich Platz eins in Gruppe B nur aufgrund der mehr erzielten Tore gegenüber den punktgleichen Portugiesen.

Video - Spanien wankt gegen Marokko: Hackentrick verhindert Pleite

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So lief das Spiel:

Die bereits ausgeschiedenen Marokkaner machten von Anfang an klar, dass sie sich nicht sang- und klanglos aus dem Turnier verabschieden wollten. Die Löwen vom Atlas störten den Weltmeister von 2010 früh und gingen nicht unverdient bereits nach einer knappen Viertelstunde in Führung.

Die Routiniers Andrés Iniesta und Sergio Ramos waren sich in der eigenen Hälfte uneinig, Khalid Boutaib war Nutznießer dieses Missverständnisses, lief alleine auf David de Gea zu und tunnelte den Manchester-United-Keeper ganz frech zum 1:0 (14.).

Die Freude über Marokkos ersten Turnier-Treffer wehrte allerdings nicht lange, nur kurz darauf war Isco zur Stelle. Iniestas Vorarbeit machte seinen Fehler vor dem Gegentreffer wieder vergessen, legte vor dem Tor quer zu Real Madrids Mittelfeldmann, der den Ball aus fünf Metern in die Maschen jagte (19.).

Isco trifft für Spanien bei der WM 2018 gegen Marokko

Isco trifft für Spanien bei der WM 2018 gegen MarokkoGetty Images

Die Mannschaft von Hervé Renard blieb aber auch in der Folge mutig und hatte sogar die beste Möglichkeit zur erneuten Führung. Nach einem Einwurf auf der linken Seite war es erneut Boutaib, der der gesamten spanischen Hintermannschaft enteilte und auf de Gea zulief. Dieses Mal allerdings zögerte der Stürmer zu lange und scheiterte aus sechs Metern am lange stehen gebliebenen Keeper (25.).

Spanien wurde vor der Pause immer dominanter, ohne jedoch wirklich für Torgefahr zu sorgen. Die aufregendste Szene war noch ein Kopfball von Sergi Busquets, der nach einer Ecke ziemlich freistehend aus fünf Metern vergab (37.).

Nach der Pause hatte erneut Marokko die besseren Möglichkeiten. De Gea rettete in letzter Sekunde vor dem einschussbereiten Kapitän Mbark Boussoufa, ehe Nordin Amrabat den Ball vom rechten Strafraumeck völlig unbedrängt ans linke Lattenkreuz nagelte (55.).

Noureddine Amrabat (Marokko) gegen Spanien

Noureddine Amrabat (Marokko) gegen SpanienGetty Images

Der Favorit hingegen kam eher gemächlich in die Gänge. Ein Kopfball von Isco wurde von Romain Saiss gerade noch auf der Linie geklärt (62.), beim folgenden Eckball war es Gerard Piqué, dessen Kopfball nur Zentimeter am linken Pfosten vorbeiging (63.).

Spaniens Ballbesitzfußball war zwar dominant, aber weiterhin wenig effektiv. Stattdessen traf erneut Marokko.

Nach einer Ecke von rechts stand der eingewechselte Youssef En-Nesyri goldrichtig und köpfte wuchtig zum 2:1 für den Underdog ein (81.).

Als alle schon an eine Sensation glaubten, war es der ebenfalls eingewechselte Iago Aspas, der Spanien in der Nachspielzeit den Punkt rettete. Dani Carvajal flankte von rechts in den Strafraum, wo Aspas per Hacke verlängerte – Schiedsrichter Irmatov entschied allerdings zunächst auf Abseits.

Erst nach Videobeweises änderte der usbekische Unparteiische seine Meinung: Der Treffer zählte (90.+3).

Iago Aspas feiert sein Tor für Spanien

Iago Aspas feiert sein Tor für SpanienGetty Images

Marokko verpasst im letzten Gruppenspiel also die Sensation, verabschiedet sich aber erhobenen Hauptes aus dem Turnier.

Spanien zieht dank des Unentschiedens im Parallelspiel als Gruppensieger ins Achtelfinale ein und trifft dort auf Gastgeber Russland.

Die Stimmen zum Spiel:

Fernando Hierro (Trainer Spanien): "Wir waren erst Zweiter, dann Erster. Da sieht man, wie eng alles zusammenliegt. Wir wussten, dass uns der Gegner viel abverlangen wird. Man hat gesehen, dass der Videobeweis gut funktioniert hat. Wir dürfen dem Gegner nicht so viele Freiheiten machen, wir müssen uns steigern. Wir wollen dahin kommen, wovon wir träumen."

Herve Renard (Trainer Marokko): "Ich kann mich nur bei den Zuschauern für die Unterstützung bedanken, ein Bravo an das marokkanische Publikum. Die Anzahl der Gelben Karten für uns fanden wir übertrieben. Die Umstände des Ausgleichtreffers waren sehr unglücklich für uns."

Der Tweet zum Spiel:

WM-Rekord bei den Toren in der Nachspielzeit - wer früher geht, wird bitter bestraft...

Das fiel auf: Das Favoriten-Zittern geht weiter

Es ist nicht unbedingt die WM der Favoriten. Auch der Weltmeister von 2010 reiht sich in die Gruppe der strauchelnden Titel-Kandidaten ein. Vor allem die Abwehrreihe der Spanier wirkt immer wieder unsicher, die großen Namen um Ramos und Piqué wirken zeitweise unkonzentriert. Gegen Russland bedarf es im Achtelfinale einer Leistungssteigerung.

Die Statistik: 8

Der Matchwinner Aspas war in den letzten acht Spielen an acht Treffern beteiligt.

Die Match-Highlights bei Youtube:

Video - Kroatische Achse als Herzstück: Das ist die bisherige Top-Elf der WM

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