WM 2018: Belgien glaubt daran, "alle Spiele gewinnen zu können"

Nachdem man bei der EM 2016 im Viertelfinale gegen Wales und bei der vergangenen WM 2014 ebenfalls im Viertelfinale gegen den späteren Finalist Argentinien ausschied, glaubt Trainer Roberto Martinez, dass Belgien diesmal alle Bausteine für einen Titel beisammen hat. Im Achtelfinale gegen Japan könnte noch die individuelle Klasse ausreichen.

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Vielleicht ist Michy Batshuayi nicht "dumm", wie er selbst meinte. Vielleicht ist Michy Batshuayi in Wahrheit ein Genie. Sein kurios missglückter Jubel war ja nicht nur ein Brüller in den Sozialen Netzwerken, auch er selbst und seine Teamkollegen haben sich weggeschmissen vor Lachen. Und so hat Michy Batshuayi mit seiner Slapstickeinlage die Stimmung bei den Belgiern nochmals positiv beeinflusst - wer weiß, womöglich trägt sie gerade diese lockere Atmosphäre bis zum WM-Titel.
Denn über die Qualität der Roten Teufel gibt es vor dem Achtelfinale gegen Japan am Montag in Rostow am Don (20.00 Uhr im Liveticker) ohnehin keine unterschiedlichen Meinungen. Geheimfavorit? Geheim ist an diesen Belgiern schon lange nichts mehr. Es wird jetzt Zeit, dass die Goldene Generation mit mehr glänzt als nur beeindruckendem Offensivfußball. Trainer Roberto Martinez ist der Auffassung, dass es klappen kann, weil nichts mehr fehlt.
Der Spanier verspürt endlich auch die richtige Einstellung, die Erfolgsgier in seinem Team. "Eine Weltmeisterschaft kümmert sich nicht um individuelle Klasse, eine Weltmeisterschaft belohnt nur Mannschaften, die hart füreinander arbeiten und eine Siegermentalität haben", sagte Martinez dieser Tage. Es geht um Haltung, es geht aber eben auch um Atmosphäre.

Belgien mit meisten Toren in der Vorrunde

Bei den Belgiern spricht nicht nur der Umgang mit Batshuayis Tollpatschigkeit beim 1:0 gegen England Bände, das Grillfest mit den Familien als Belohnung für das 5:2 gegen Tunesien hat ebenso Aussagekraft. "Die Stimmung ist fantastisch, wir glauben daran, dass wir alle Spiele gewinnen können", sagte Dries Mertens. Der 31-Jährige ist Teil der beneidenswert brillanten belgischen Angriffsreihe mit Eden Hazard und Romelu Lukaku, die von Kevin De Bruyne gekonnt dirigiert wird.
Kein anderes Team erzielte in der WM-Vorrunde mehr Tore, und damit das gegen die Blauen Samurai in ähnlicher Form weitergeht, hat Mertens noch einen ganz besonderen Motivationstrumpf. Die Werbekampagne eines belgischen Elektronikgeschäfts verspricht bei 15 WM-Treffern einer Mannschaft kostenlose Fernseher, "und ich möchte das meinen Freunden ermöglichen", scherzte der Profi des SSC Neapel.

Vermaelen und Kompany noch fraglich für die Startelf

Aber die Belgier sind eben mehr als eine Gute-Laune-Gesellschaft, sie sind bissig, sie sind erpicht darauf, ihr Spiel zu optimieren. Nicht zuletzt De Bruyne hatte das schon vor Monaten mit einer klaren öffentlichen Kritik an Taktik und Strategie erahnen lassen. Wenn es gleichwohl ein Problem gibt, dann ist es nach wie vor die Balance zwischen Offensive und Defensive.
Auch deshalb beschäftigt Coach Martinez vor dem Duell mit den Söhnen Nippons die Frage, ob die jüngst noch verletzten Routiniers Thomas Vermaelen und Vincent Kompany bereit sind für die erste Elf. Torjäger Lukaku, zuletzt von Knöchelproblemen gebremst, ist es, wie Martinez schon kundtat.
Bislang überdeckten die offensiven Glanzlichter die defensiven Mängel noch, auch Japan könnte mit seinen Bundesligaprofis um Shinji Kagawa und Makoto Hasebe die Klasse fehlen, die Schwächen zu entblößen. Brasilien oder Mexiko würden dies in einem möglichen Viertelfinale aber wohl schonungslos tun.
Doch soweit ist es noch nicht, daher erinnerte Mertens an das bittere EM-Aus 2016 gegen Wales:
Gelacht hat dann keiner mehr.
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