WM 2018: Deutschlands Schweizer Filiale auf Viertelfinal-Kurs

Eigentlich wollten sie im Achtelfinale gegen den Weltmeister spielen, jetzt müssen die Schweizer Bundesliga-Legionäre gegen Schweden die Kohlen für Deutschland aus dem Feuer holen. In St. Petersburg wollten die Schweizer den Weltmeister ins Wanken bringen. Doch das geht nun nicht mehr, denn ausgerechnet die Deutschen sind im Ringen um den WM-Titel nicht mehr dabei.

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"Es wäre schön gewesen, gegen Deutschland zu spielen", sagte der Ex-Münchner Xherdan Shaqiri dem kicker. Das Achtelfinal-Duell am Dienstag mit Schweden werde nun "ein ganz anderes Spiel". Recht hat er.
Der Schweiz wird in der Zarenstadt gegen die Skandinavier eine fast nationale Aufgabe zuteil. Quasi als Deutschlands Statthalter soll die mit Bundesliga-Legionären gespickte Nati nicht nur die Schweden besiegen, die den fest eingeplanten Achtelfinal-Platz der DFB-Elf erobert hatten. Sie ist zudem die letzte deutschsprachige Bastion in einem Turnier, das bislang wenig für die teutonische Fußball-Kultur übrig gehabt hat.

Behrami: "Schweden ist machbar"

Die Verbundenheit der Schweizer zum Land des baldigen Ex-Champions drückt sich in Zahlen recht klar aus. 19 der 23 Spieler aus dem Schweizer WM-Kader spielen oder spielten in Deutschland. Alleine fünf von ihnen (Michael Lang, Nico Elvedi, Yann Sommer, Denis Zakaria und Josip Drmic) stehen derzeit bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag.
Gladbachs Manager Max Eberl erklärte das Schweizer Phänomen in der Zeitung Blick:
Mit Schweizer Genauigkeit, die den Eidgenossen mit dem Deutschen eint, müssen die Schweizer gegen Schweden vorgehen. Nach dem letzten Gruppenspiel gegen Costa Rica (2:2) monierten einige Spieler einen leichten Anfall von Arroganz. Den soll es nun nicht geben, auch wenn in der Mannschaft durchaus Optimismus herrscht.
Der frühere Hamburger Behrami sagte:
Jener Schritt wäre das Viertelfinale. Zum ersten Mal seit 1954. Schweden war dagegen vor 24 Jahren in den USA letztmals unter den letzten Acht - und ist nicht minder ausgehungert.
"Es sollte nicht so sein, dass das Spiel unser letztes ist - und die nächste Runde auch nicht", sagte Mittelfeldspieler Granit Xhaka. Das Halbfinale wäre es dann mindestens.
Leicht wird es also nicht für die deutsche Filiale, auch weil im Abwehrverbund zwei Stützen fehlen werden. Der Ex-Hoffenheimer Fabian Schär ist genauso gelbgesperrt wie Kapitän Stephan Lichtsteiner. Auf der rechten Seite soll deshalb Lang ran, während in der Innenverteidigung wohl Johan Djourou eine Chance bekommt. Ihn kennen Fans noch aus seiner Zeit als chronischer Unsicherheitsfaktor beim Hamburger SV. Er wolle jedoch sein "Bestes geben", sagte er.
Bei den Schweden muss nur Mittelfeldspieler Sebastian Larsson gesperrt zusehen. Kapitän Andreas Granqvist hatte von seiner Frau Sofie, die unmittelbar vor der Geburt ihres zweiten Kindes steht, grünes Licht für einen Achtelfinal-Einsatz bekommen. "Meiner Frau geht es gut. Mir geht es in erster Linie nur um das Spiel", sagte Granqvist am Montag. In Sachen Nachwuchs hatte der Schweizer Breel Embolo von Schalke 04 mehr Terminglück. Er war vergangenen Donnerstag für zwei Tage zur Geburt seiner Tochter Naliya gereist.
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