WM 2018: Englands Danny Rose litt vergangene Saison unter Depressionen

Kurz vor dem Beginn der Weltmeisterschaft in Russland, bei der Danny Rose für die England aufläuft, teilte der 27-Jährige mit, dass er unter Depressionen gelitten habe. "Es ist kein Geheimnis, dass ich diese Saison durch eine schwierige Zeit bei Tottenham gegangen bin", sagte der Linksverteidiger. Und er gab Einblicke in ein hartes Business, das Menschen enorm zusetzen kann.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

Danny Rose ist ein mutiger Mann. In der Kunstwelt Profifußball, in der Milliarden Euro umgesetzt werden, in der eine verletzliche Seite noch immer Nachteile für einen Spieler mit sich bringen kann, ist die Offenheit des englischen Nationalspielers sehr beachtlich. Rose berichtete englischen Medienvertretern:

Profifußball kennt keine Gnade

Heute wisse er, dass sein Agent mit jedem Wort recht gehabt habe. In den Profiklubs werde Politik gemacht, es gebe großen Druck. Daher könne er trotz aller Privilegien Eltern nicht unbedingt empfehlen, ihre Kinder in das lukrative Geschäft rund um den Ball zu entsenden.
Worte, die viele Protagonisten der Branche zum Nachdenken anregen sollten. Neun Jahre nach dem Tod von Robert Enke besitzt das Thema Leistungsdruck eine große Aktualität. Auch Weltmeister Per Mertesacker hatte sich jüngst besorgt über die weiter zunehmenden Erwartungen an junge Nachwuchsfußballer geäußert. Alles werde extremer, sagte Mertesacker, der während seiner aktiven Zeit mit körperlichen Symptomen wie Würgreiz vor den Spielen zu kämpfen hatte.
Rose setzte eine langwierige Knieverletzung mental zu. Dazu sei gekommen, dass sein Onkel während der Reha Selbstmord beging und seine Mutter in seiner Heimatstadt Doncaster rassistisch beleidigt worden sei. Rose suchte schließlich einen Psychologen auf, der ihm sehr geholfen habe. "Dabei wurden bei mir Depressionen diagnostiziert. Davon wusste bislang niemand", sagte der Nationalspieler. Auch seinen Eltern erzählte er zunächst nichts.
Vor der Behandlung sei er "sehr leicht wütend geworden", berichtete Rose:
Aufgrund eines Innenbandrisses im Knie bestritt der Profi für die Spurs lediglich 17 Saisonspiele.

Nationalmannschaft als Erlösung

Einen Teil seiner Reha absolvierte Rose unter Obhut des englischen Verbands. Es war ein Tapetenwechsel, der ihm sehr half. Mit Teammanager Gareth Southgate traf er sich hin und wieder zum Essen. Schließlich schaffte es der Linksverteidiger sogar in den WM-Kader.
"England war meine Erlösung, und ich kann dem Trainer und der medizinischen Abteilung nicht genug danken", sagte Rose.
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung